Am Dienstagabend im Tachertinger Gemeinderat

Sondersitzung zum Schulschwimmbad-Neubau: Zukunftsfähige Lösung gesucht

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Tacherting - Auf der Sondersitzung des Gemeinderates zum Neubau des Schulschwimmbades wurde klar: So einfach ist darüber nicht abzustimmen.

Dass es neu gebaut werden soll, dafür hatte sich der Gemeinderat bereits einstimmig ausgesprochen. Aus Ende der 60er Anfang der 70er Jahre stammt das Schulschwimmbad laut Bürgermeister Johann Hellmeier (CSU und Unabhängige). Das sind mehr als 40 Jahre, die es schon auf dem Buckel hat. Höchste Zeit also, dass etwas unternommen wird. Es sei nicht nur technisch veraltet sondern es entspreche schon lange nicht mehr den aktuellen Bestimmungen, so Hellmeier im Gespräch mit chiemgau24.de weiter.

Der Neubau kostest verdammt viel Geld

Das Problem an dem geplanten Neubau: Er kostet verdammt viel Geld. Verdammt viel deshalb, weil damit nur kaum Geld zu verdienen ist. Das ist und wird auch mit dem Neubau kein Erlebnisbad mit Rutsche und Saunabereich oder so etwas. Das ist und soll es wieder werden: ein Schulschwimmbad. Bis zu 5,1 Millionen Euro standen laut einem Bericht der PNP schon an Kosten dafür im Raum. Viel Geld, für das sich die heutigen Entscheider werden im Fall des Falles in Zukunft werden rechtfertigen müssen. Kein Wunder also, dass es am Dienstagabend zu einer Sondersitzung des Gemeinderates kam.

"Entscheider werden sich in Zukunft vielleicht rechtfertigen müssen"

Es ist keine einfache Entscheidung. Tachterting gehe es wirtschaftlich gut, so Hellmeier ohne das „noch“ zu vernachlässigen. Ein derartiges Projekt einfach mal per Gemeinderatsvotum auf die Beine zu stellen sei das eine, die Folgekosten das andere. Hellmeier spricht von Betriebskosten von bis zu 150.000 Euro pro Jahr. Das Schulhallenbad zu bauen sei auf lange Sicht nur der geringere Teil.

Die Folgekosten im Blick

Nun ist man also im Gemeinderat gerade deswegen noch einmal zusammengekommen. Der Architekt machte umfangreiche Ausführungen, insbesondere zur Kostensteigerung gegenüber dem ersten –voranschlag und den Einsparungsmöglichkeiten. Die betragen laut Hellmeier rund 800.000 Euro. Damit ergibt sich laut seinem Wissenstand folgende Rechnung:

  • Rund 4 Millionen statt 4,8 Millionen würde der Neubau des Hallenschwimmbades kosten.
  • Die zu erwatende Förderung würde sich stand jetzt auf rund 1.150.000 Euro belaufen.
  • Das macht Stand jetzt rund 2,9 Millionen Euro, welche die Gemeinde für den Bau selbst aufbringen muss.

Wer "A" beschließt, muss auch für B kämpfen

Zu diesen 2,9 Millionen Euro kommen eben die jährlichen Unterhaltskosten. Der örtliche Sportverein, Pläne für Sportgymnasik, etc. pp.: Es werde nicht viel verdient werden mit dem Neubau des Schulschwimmbades auch wenn man es „vermietet“, so Hellmeier.

Die Sondersitzung sei angemessen konstruktiv verlaufen, so das Tachertinger Gemeindeoberhaupt, so Hellmeier. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Jetzt haben die Fraktionen im Gemeinderat erst einmal Zet, sich dazu Gedanken zu machen.

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Bernd Thissen

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