"Wir sind nicht nur ein Spielball des Kapitals"

Linde-Fusion? Proteste nun auch in Schalchen

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Tacherting - Die Fusion von Linde und Praxair zum weltgrößten Gaseanbieter steht bevor - doch die Gewerkschaft fürchtet um ihre Rechte. Auch die Arbeiter in Schalchen schließen sich den Protesten an.

Eigentlich sollten die europaweiten Proteste der Linde-Arbeiter an Schalchen recht spurlos vorüberziehen, "aber die Situation hat sich verschärft", so Christian Nass von der IG Metall gegenüber chiemgau24.de. Eine Aktion gegen das geplante Zusammengehen von Linde mit dem US-Rivalen Praxair wird es am Donnerstag auch vor dem Linde-Werk in Schalchen geben.

Aktionen in Schalchen und Burghausen

Mit 28 Milliarden Euro Umsatz wäre der Konzern dann Weltmarktführer. Doch die Gewerkschaft befürchtet einen massiven Stellenabbau und weniger Mitbestimmung in Betrieb und Unternehmen. Für den 27. April plant die IG Metall einen europaweiten Aktionstag an allen Linde-Standorten. Um 12.30 Uhr wird es auch eine Aktion vor dem Schalchener Werkstor geben. Auch in Burghausen wird protestiert.

Noch vor zwei Wochen war der Stand der, dass sich die Belegschaft in Schalchen nicht am Protest beteiligen würde, weil man "nur" die Gasanlagen und Luftzerleger baue und man von der Fusion nicht derart betroffen wäre. "Aber wir stehen zum Standort und wollen nicht nur ein Spielball des Kapitals sein", so Christian Nass von der IG Metall. Dem Linde-Vorstand soll gezeigt werden, dass die Fusion nicht so einfach hingenommen werde. 

700 Arbeitsplätze allein in Schalchen

Einen Tag nach den Protestaktionen, am 28. April, will der Industriegasekonzern seine Bilanz für das erste Quartal vorlegen. Die Arbeitnehmerseite will im Aufsichtsrat geschlossen gegen eine Fusion mit Praxair stimmen. Aufsichtsratschef Reitzle kündigte dagegen an, die Fusion zur Not mit seinem doppelten Stimmrecht im Aufsichtsrat durchzudrücken. 

Weltweit arbeiten rund 60.000 Menschen für die Linde AG, 8000 davon in Deutschland. Größter Standort ist Pullach mit 3300 Mitarbeitern, 2200 arbeiten in München, in Schalchen sind es 700 Beschäftigte. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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