UVA und Gemeinschaft Seeon gegen Projekt in Seeon-Seebruck 

Petition an den Landtag denkbar: So kämpfen die Kiesabbau-Gegner 

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Gerd Raepple von der Interessengemeinschaft Seeon sieht keinen Bedarf an Kiesabbauflächen in Seeon-Seebruck. 
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Trostberg/Seeon-Seebruck - Dass Seeon-Seebruck Kiesabbau-Flächen gezielt ausweisen möchte, damit sind vor allem der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung (UVA) sowie die Interessengemeinschaft Seeon (IG) nicht einverstanden. Auf der UVA-Mitgliederversammlung in Trostberg wurde deutlich: Man wolle weiterkämpfen. 

Neben dem großen Aufreger-Thema um Risiken und Auswirkungen der "neuen Mobilfunk-Generation 5G" ging es bei der UVA-Mitgliederversammlung in Trostberg am 1. April auch darum, dass die Gemeinde Seeon-Seebruck in Zukunft Flächen für Kiesabbau ausweisen möchte. 

"Das geplante Kiesabbauvorhaben in Seeon ist uns ein Dorn im Auge." Mit diesen Worten beginnt Gerd Raepple von der Interessengemeinschaft Seeon (IG) seine Zusammenfassung zum aktuellen Stand der Debatte. 

Das plant die IG zur Verhinderung: 

"Wir haben unmittelbar zu Nachbargemeinden wie Obing oder Altenmarkt Abbauflächen - was braucht es dann noch in Seeon Kiesgruben? Zusammengezählt wären das in der näheren Umgebung rund 100 Hektar, die für Kiesabbau genutzt werden", so Raepple weiter. 

Früher habe der Regionalplan für die Region 18 noch einen großen Einfluss auf Vorhaben wie diese gehabt, doch aus rechtlicher Sicht, erklärt Raepple, werde das inzwischen über den Regionalplan nicht mehr deutlich eingegrenzt. Die IG sehe nun zwei Schritte, die gegangen werden müssten: 

  • Einmal der politische Weg via eines Briefs an den bayerischen Wirtschafts- und Landesplanungsminister Aiwanger, damit die bisherige Regelung wieder Gewicht bekomme. Es müsse wieder wie früher die Vorgabe gelten, solche Projekte wie den Kiesabbau wieder regional und überregional zu lenken und und nicht örtlich. Sobald die Antwort des Landesplanungsministeriums vorliege, werde der UVA prüfen, welche weiteren Schritte - wie eine Petition an den Landtag möglich seien. 
  • Zum anderen gebe es noch den Weg über den gemeindlichen Flächennutzungsplan. Hierzu werde demnächst ein Beteiligungsverfahren stattfinden, bei dem die Träger der öffentlichen Belange, wie die IG oder der UVA, ihre Einwände dazu vorbringen wolle, ob die Gemeinde den Kiesabbau so lenken dürfe, wie sie es vorhabe. Der UVA sei hier klagberechtigt.
Diese Karte zeigt die von der Gemeinde geplanten Flächen für Kiesabbau in Seeon (grün), die bestehenden Flächen (rot) und potentielle Reserven (blau). 

Raepple betont, man werde zweigleisig fahren und beide Möglichkeiten in die Tat umsetzen. Denn für ihn gilt nach wie vor die Verhinderung des Projekts: "In Anbetracht der ökologischen Aspekte ist ein Kiesabbauvorhaben in Seeon nicht tragbar. Wir wollen nicht in einer noch weiter verkraterten Landschaft, in einer schwer geschädigten Natur und mit zunehmendem Schwerlastverkehr leben müssen. Wo soll alleine der Verkehr fließen? Die Brücken in der Umgebung - gerade die marode Alzbrücke in Seebruck - können die Lasten der Kiestlastwagen nicht tragen. 

"Fakt ist: Die Sache läuft und wir werden das Ganze weiterverfolgen", bekräftigte auch Gisa Pauli, Vorsitzende des UVA. Auch rechtlichen Beistand habe sich der UVA inzwischen geholt. 

Das ist in Seeon-Seebruck geplant: 

Die Gemeinde möchte Kiesabbau gezielt steuern - mit sogenannten Konzentrationszonen. Denn Kiesabbau ist privilegiert, den Abbau untersagt nicht einmal der Regionalplan für die Region 18. 

Dass zu Beginn von 70 Hektar Abbaufläche gesprochen wurde, spaltete die Gemüter in der Gemeinde. Das wurde auf der ersten Bürgerversammlung zum Thema Kiesabbau deutlich. Gerade von Seiten der Seeoner Interessengemeinschaft (IG) und des Umweltschutzverbands Alztal und Umgebung (UVA) regt sich immer wieder reichlich Widerstand.

Inzwischen ist die Rede von 26 Hektar, doch die Unsicherheit in den Bürgerreihen konnte auch der zweite Infoabend in Truchtlaching Mitte Februar nicht komplett vertreiben. 

Nun steht die Änderung des Flächennutzungsplans auf dem Programm, die bald in die Bearbeitung der Einwände der Träger der öffentlichen Belange weitergeht. Bis dahin werden Anträge auf Kiesabbau in Seeon-Seebruck, wie der der Firma Swietelsy, für ein Jahr zurückgestellt.  

mb

Quelle: chiemgau24.de

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