Fünf Tote aus Burgkirchen, Emmerting und Garching

Bergdrama in Krimml: Kann die Tragödie je aufgeklärt werden?

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Krimml/Burgkirchen - Auch rund eine Woche nach dem schrecklichen Bergdrama am Gabler mit fünf Toten aus Burgkirchen, Emmerting und Garching an der Alz konnte der einzige Überlebende - ein 75-jähriger Mann aus Kastl - von der Polizei noch immer nicht befragt werden.

Wie salzburg24.at berichtet, soll der Mann im Laufe des Dienstag aus dem Unfallkrankenhaus Salzburg zwar in eine Reha-Klinik verlegt werden. Wann aber eine Befragung des wahrscheinlich wichtigsten Zeugen möglich ist, ist nach wie vor unklar.

Die Polizei wartet seit dem Unglück am 27. August, als die Seilschaft aus dem Landkreis Altötting beim Aufstieg Richtung Gabler (3.263 Meter) auf knapp 3.000 Metern Seehöhe insgesamt 200 Meter abstürzte und letztlich in einer Gletscherspalte landete, auf das "Go" der Ärzte, um den Mann befragen zu dürfen. Es soll unter anderem geklärt werden, in welcher Reihenfolge die Bergsteiger am Seil gingen. Die Beamten wollen außerdem wissen, ob der zweite oder dritte Bergsteiger der Seilschaft ausgerutscht ist und somit die verhängnisvolle Kettenreaktion ausgelöst hat. Anscheinend gab es in dieser Frage bis dato widersprüchliche Angaben.

Sechs Tote bei Bergsteigerdrama in Österreich

Fraglich ist zudem, ob sich der 75-Jährige überhaupt an den Unfall erinnern kann. "Bei so schweren Kopfverletzungen ist eine Erinnerungslücke nicht ungewöhnlich", sagte Wolfgang Voelkel, Leiter des Instituts für Anästhesie und Intensivmedizin im Unfallkrankenhaus Salzburg, gegenüber salzburg24.at.

Bergsteigerdrama in Österreich am Sonntagvormittag

Auch wenn der Polizei Aussagen einer zweiten Seilschaft vorliegen, die das schreckliche Unglück live mitansehen musste, erscheint somit - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt - fraglich, ob jemals restlos aufgeklärt werden kann, was sich in den letzten Minuten vor dem Absturz abgespielt hat. Es war immer wieder die Rede davon, dass einem der Bergsteiger angesichts der schwierigen Bedingungen am Berg die Sache zu riskant geworden sein und er deswegen auf einen Abbruch und vorzeitigen Abstieg gedrängt haben soll. Experten hatten außerdem gesagt, dass das Seil in diesem Gelände "in anderer Weise verwendet" hätte werden sollen.

mw

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