+++ Eilmeldung +++

DNA-Spuren liefern Mann aus

Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

"Noch kann Halsbach die Nazis verjagen"

Halsbach - Wegen des erneuten Nazi-Treffens am Samstag sind Experten besorgt um die Gemeinde. "Die Bürger müssen jetzt handeln, sonst wird es mit Halsbach bergab gehen."

Robert Andreasch ist Journalist und arbeitet seit langem unter anderem für die antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e. V. (a.i.d.a.). Andreasch kennt sich aus in der Nazi-Szene - und was er von Halsbach hört, besorgt den Journalisten enorm. Denn wie am Dienstagabend auf einer Bürgerversammlung bekannt wurde, haben sich Neonazis den ehemaligen Gasthof Gruber als Sitz ihres neu gegründeten Vereins 'Frei Räume' herausgepickt. So wollen sie hier künftig in Ruhe sogenannte Vereinsabende abhalten. "Diese Vorgehensweise ist neu," verrät Andreasch gegenüber Innsalzach24. "Es ist zwar schon ein Trend hier in Bayern, Versammlungen so legal wie möglich abzuhalten, also bei der jeweiligen Gemeinde anzumelden - einfach, damit man gegen sie nicht viel Handhabe hat. Aber einen Verein zu gründen, das ist schon neu!"

Lesen Sie auch:

Für Andreasch alarmierend ist, wer am Samstag in Halsbach ankommen und auf dem Vereinsabend sein Konzert abhalten wird: Die rechtsextreme Band "Die Lunikoff-Verschwörung". Im Zentrum steht Michael Regener, ehemals Sänger der inzwischen verbotenen Band "Landser". "Regener war auch schon im Gefängnis, dass er mit der Band Landser Volksverhetzung betrieben hat, ist bekannt. Mit dieser Band werden die Nazis am Samstag zahlreiche Fans nach Halsbach locken." Der Journalist rechnet mit Nazis im mindestens dreistelligen Bereich. "Wenn nicht mehr!" Auf ihrer Homepage ruft die rechtsextreme Band ihre Fans auf, im Vorfeld noch die Mitgliedschaft beim Verein 'Frei Räume' zu erwerben, weil sonst kein Einlass zum Konzert gewährt werden könne. "Ihr wisst ja selbst, dass die Zeiten rauher werden. Aber wir werden auch immer kreativer."

Die Frage, wie es überhaupt so weit kommen kann, beschäftigt Andreasch sehr. "Ich habe schon den Eindruck, dass die Behörden sich hier zurücklehnen und nicht all ihre Möglichkeiten ausschöpfen. Ich bin zwar kein Jurist - aber es gäbe sicher noch Möglichkeiten." Für den Journalisten wird es jetzt allerhöchste Zeit, aktiv in den Protest einzusteigen. "Den Nazis muss deutlich gemacht werden, dass sie nicht willkommen sind," so Andreasch. Es gebe durchaus Beispiele, wo Rechte von den Bürgern wieder aus ihren Nestern vertrieben wurden, beispielsweise beim ehemaligen Gasthof Goldenes Kreuz im baden-württembergischen Hohenberg.

Daher begrüßt Andreasch auch den Vorstoß der Gemeinde, am Samstag zu demonstrieren. "Wird allerhöchste Zeit!" Aber der Insider fordert noch mehr. "Handwerker können sich später weigern, Schäden im Gruberwirt zu beheben. Der örtliche Bäcker kann sich weigern, den Nazis Brot zu verkaufen- da gibt es unzählige Möglichkeiten!"

Peinlich sei es auch, dass der Bayerische Verfassungsschutz sich bislang noch nicht ins Spiel gebracht habe. "Jetzt haben sie den Salat - man hätte der Gemeinde schon viel früher helfen sollen. Aber soweit ich weiß, ist nicht mal jetzt mit Präsenz zu rechnen."

ds

Rubriklistenbild: © dpa Symbolbild

Zurück zur Übersicht: Region Burgkirchen/ Garching

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Die Redaktion

Live: Top-Artikel unserer Leser