Landrat Schneider: "Mir ham einiges vor!"

Halsbach - Investitionen, Erfolge, Probleme - Bei seiner Dreikönigsrede im neuen Gasthaus Mitterwirt hat Landrat Erwin Schneider auf 2011 zurück- und auf 2012 vorausgeblickt.

"Wir haben einiges vor im neuen Jahr," verspricht Landrat Erwin Schneider im Mitterwirt in Halsbach. "Weil wir aber in diesem Jahr mehr Geld an den Bezirk zahlen müssen, werden wir wohl die Kreisumlage um drei Prozentpunkte erhöhen." Dafür soll dann mit dem Geld aber auch einiges passieren: "Wir werden die Kreisstraße Richtung Massing sanieren, der Kreisverkehr in Tyrlaching kommt. Außerdem nehmen wir die Planung für die neue B20 selbst in die Hand - der Bund darf nämlich für die Planung kein Geld ausgeben. Dann machen wir das eben selber!", so Landrat Schneider.

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Positiv zu erwähnen seien vor allem die Müllgebühren, die ja enorm gesenkt werden konnte. "Der Landkreis hat jetzt die niedrigsten Müllgebühren in ganz Bayern, " freut sich Schneider. "Wir fungieren auch als Vorbild, indem wir die Müllverbrennung selbst übernommen haben." Leichte Bauchschmerzen bereite dem Landrat das neu erlassene sogenannte "Kreislaufwirtschaftsgesetz", nach dem die Biotonne in allen Landkreisen Pflicht werden würde. "Das würde uns natürlich kosten, etwa eine Million mehr" so Schneider. "Wir haben eine Möglichkeit: Wenn wir beweisen, dass eine Biotonne weder ökologisch noch ökonomisch besser wäre als unser bisheriges System, müssten wir sie nicht anschaffen." Bisher kann in Altötting Biomüll mit dem Restmüll versorgt werden.

Landrat Schneider sprach auch die Reformierung der Kreiskliniken vor 10 Jahren an. "Die Zusammenlegung von Altötting und Burghausen war ein wichtiger Schritt - es hat nur bis heute gedauert, bis sich das auch bemerkbar gemacht hat. Aber wir sind noch lange nicht am Ende," ist sich Schneider sicher. "Wir werden die Kliniken weiter ausbauen, neue Bereiche und neue technische Möglichkeiten einführen."

Der Kreis Altötting verbraucht sieben mal so viel Strom wie alle anderen im Umkreis. "Sechs siebtel davon verbraucht die Industrie, nur ein sechstel die Haushalte," merkte Schneider an. "Das ist natürlich auf den ersten Blick erschreckend. Aber: Wir haben mit dem Wasserkraftwerk Töging auch das deutschlandweit größte Wasserkraftwerk. Auch das muss in diesem Zusammenhang gesagt werden," so der Landrat. "Trotzdem wollen wir, nach den Ereignissen in Fukushima erst recht, vermehrt der Energiewende zusteuern." Das sagt Landrat Schneider, obwohl er nach eigener Aussage bisher immer verfechter der Atomenergie war. Er gibt zu: "Fukushima hat mich zum Umdenken bewegt."

ds

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