Krisentreffen im Landratsamt Altötting

Altötting - Nach dem Fischsterben in der Alz trafen sich am Donnerstag Wasserwirtschaftsamt, die Firmen InfraServ und Clariant und das Landratsamt Altötting.

Am Donnerstag trafen sich Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein, der Firmen InfraServ und Clariant sowie des Landratsamtes Altötting, um die weiteren Maßnahmen festzulegen.

Durch das Wasserwirtschaftsamt Traunstein wurden unmittelbar nach Bekanntwerden des Schadenfalles folgende Maßnahmen getroffen: Zum einen wurden am Mittwoch Wasser- und Fischproben entnommen, deren Ergebnisse jedoch noch nicht vorliegen. Zudem wurden durch das Wasserwirtschaftsamt Traunstein Wasserproben am Inn entnommen. In der Alz wird zudem ein sogenanntes Sediment-Monitoring durchgeführt, um weitere Erkenntnisse über eine eventuelle Belastung der Klein- und Kleinstlebewesen zu gewinnen. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein wies in Abstimmung mit dem Staatlichen Gesundheitsamt Altötting zudem darauf hin, dass die Trinkwasserversorgung gewährleistet ist, da keine Hinweise auf eine mögliche Belastung vorliegen. Dies gilt ebenso für Verbraucher, die ihr Trinkwasser über den Wasserzweckverband Inn-Salzach beziehen. Aufgrund des bestehenden Anschluss- und Benutzungszwangs entlang des Alztals zwischen Gendorf und der Alzmündung in den Inn dürfen vorhandene Grundwasseraufschlüsse grundsätzlich nicht zur Trinkwasserversorgung genutzt werden. Eine Familie, die ihr Trinkwasser über einen eigenen Brunnen bezieht, wurde vorsorglich dazu angehalten, den Verbrauch auszusetzen.

Allerdings wird im Raum Gendorf-Emmerting über Hausbrunnen vielfach Grundwasser zur Brauchwasserversorgung für den eigenen Bedarf, insbesondere auch zur Gartenbewässerung, gefördert. Es wird daher vorsorglich empfohlen, in den betroffenen Gebieten das Grundwasser bis auf weiteres nicht mehr zur Bewässerung von Nutzpflanzenflächen und Spielflächen des Gartenbereichs zu verwenden. Da für die Wasserqualität zur Gartenbewässerung weder Grenzwerte noch wissenschaftliche Forschungsergebnisse vorliegen, ist diese Empfehlung als reine Vorsichtsmaßnahme zu bewerten. Zudem werden Spaziergänger, Hundebesitzer u.ä. vorsorglich gebeten, bis auf weiteres den Kontakt mit dem Wasser der Alz zu vermeiden.

Die Vertreter der Unternehmen InfaServ und Clariant gaben bekannt, dass es sich bei dem in die Alz eingetragenen Stoff um GENAMIN LA 302 D handelt, der äußerst toxisch auf Wasserorganismen wirkt. Die Ursache, wie das kontaminierte Löschwasser in die Alz gelangte, ist den Unternehmen derzeit nach eigenen Angaben noch nicht bekannt.

Nach Aussagen des Staatlichen Gesundheitsamts Altötting wirkt der Stoff für Menschen zwar in reiner, unverdünnter Form schleimhautreizend und ätzend, in vorliegendem Fall muss jedoch der Verdünnungseffekt durch die Vermischung mit dem Wasser der Alz beachtet werden.

In Untersuchungen hat sich die Substanz zudem als nicht erbgutschädigend erwiesen. Eine abschließende Bewertung ist hierzu ohne Vorliegen der Untersuchungsergebnisse zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht möglich.

Die Behördenvertreter haben das Unternehmen darauf hingewiesen, die weiteren Ermittlungen mit Nachdruck zu verfolgen und die Behörden ständig auf dem Laufenden zu halten. Des weiteren wurde den Unternehmen behördlicherseits auferlegt, ein umfassendes Monitoring durchzuführen, um die Untersuchungen schnellstmöglich zu einem Abschluss zu bringen.

Landratsamt Altötting

Rubriklistenbild: © Jakob Untersteger/TimeBreak21

Zurück zur Übersicht: Region Burgkirchen/ Garching

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser