Kreisverkehr soll Todes-Kreuzung entschärfen

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Traunstein - Zwei Todesofper und 31 verletzte Personen: Das ist die traurige Unfall-Bilanz der Oberbucher Kreuzung in Tyrlaching. Wir haben jetzt das Bauamt Traunstein befragt, was nun geschehen soll.

Der tödliche Unfall der 20-jährigen Einzelhandelskauffrau Viktoria W. an der Oberbucher Kreuzung in Tyrlaching am vergangenen Samstag, löste heftige Diskussionen aus. Zum zweiten Mal in drei Jahren ist an dieser Stelle ein junger Mensch tödlich verunglückt.

Traurige Parallelen - Bilder vom Unglücksort

Allein in den letzten zehn Jahren ereigneten sich dort vierzehn Unfälle mit Personenschäden, elf Personen wurden dabei schwer, zwanzig leicht verletzt. Ein Grund für die vielen Unfälle sei die Verkehrsinsel an der Kreuzung. Ein Kreisverkehr soll nun die gefährliche Kreuzung entschärfen. "Erfahrungsgemäß verringert sich zwar dadurch nicht die Anzahl der Unfälle, aber ihre Schwere. Meist kommt es in Kreisverkehren nur zu Blechschäden" so Friedrich Kübler von der Polizeiinspektion Burghausen.

Ob in naher Zukunft tatsächlich ein Kreisverkehr gebaut wird und wieso die bauliche Maßnahme einer Verkehrsinsel nichts gebracht hat: innsalzach24 hat Martin Bambach, Oberbaurrat des Bauamts Traunstein, zu diesem Thema befragt.

"Nachdem über Jahre hinweg vergeblich versucht wurde, die Unfallsituation an der Kreuzung der Staatsstraße St 2106 mit der Kreisstraße AÖ 28 durch einen stärkeren Versatz der untergeordneten Staatsstraße zu verbessern, hat man sich in einer gemeinsamen Besprechung mit dem Landratsamt Altötting, der Gemeinde Tyrlaching, der Polizei und mit dem Staatlichen Bauamt Traunstein geeinigt, einen Kreisverkehrsplatz zu errichten," so Martin Bambach.

"Von der Unfallkommission wurden die aufgetretenen Unfälle analysiert und als Sofortmaßnahme im Frühjahr 2007 Leitschwellen vor den Inseln aufgebracht, um das widerrechtliche Umfahren der Inseln auf der falschen Seite zu verhindern. Außerdem wurde die Geschwindigkeit auf der bevorrechtigten Kreisstraße auf 80 km/h beschränkt. Diese baulichen und verkehrsrechtlichen Maßnahmen haben dazu geführt, dass in den Jahren 2008 und 2009 von der Polizei keine Unfälle mehr aufgenommen werden mussten," erklärt Martin Bambach.

Im Jahr 2010 habe sich bis zu dem tragischen Unfall vor wenigen Tagen kein weiterer Unfall ereignet. Jedoch sei durch die Unfallkommission auch festgestellt worden, dass eine weitere Verbesserung nur durch eine umfangreiche, bauliche Maßnahme, einem Kreuzungsumbau, zu erreichen ist.

Schon im Herbst 2007 sei deshalb das Projekt „Kreuzungsumbau bei Oberbuch“ in das Programm „Sichere Landstraße“ der Bayerischen Staatsregierung aufgenommen worden.

"Die Unfallursache, dass die Bevorrechtigung der Kreisstraße von Einbiegenden aus der Staatsstraße missachtet wird, hat man ab den neunziger Jahren mit verschiedenen verkehrsrechtlichen und baulichen Maßnahmen zu beseitigen versucht, z.B. Versatz der Staatsstraße aus Richtung Oberbuch nach rechts, Einbau von Inseln, Stoppschild, Markierung, Leitschwellen. Trotz dieser Maßnahmen halten sich nicht alle Verkehrsteilnehmer an die StVO mit der Folge, dass nach wie vor Unfälle zu verzeichnen sind," meinte Bambach.

Conny Giebichenstein

Rubriklistenbild: © fib/GS

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