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Schwere Folgen für die katholische Kirche erwartet

Klage gegen Ex-Papst: Garchinger Initiative unterstützt Missbrauchsopfer

Papst Benedikt XVI. im Jahr 2010 im Petersdom.
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Papst Benedikt XVI. im Jahr 2010: Priester H. war 200 8 von Garching nach Bad Tölz versetzt worden.

Er wurde als Zwölfjähriger von dem Garchinger Ex-Pfarrer H. missbraucht. Nun klagt der 38-Jährige gegen den ehemaligen Priester und die zuständigen Verantwortlichen – darunter der emeritierte Papst Benedikt. Die Garchinger Initiative Sauerteig unterstützt ihn dabei.

Garching, Traunstein – Die Schockwellen, die das Missbrauchsgutachten der Münchner Anwaltskanzlei im Januar 2022 auslöste, ebben nicht mehr ab. Nachdem der Ukraine-Krieg diesbezügliche Schlagzeilen im Februar von den Titelblättern fegte, folgen nun ernstzunehmende weitere Schritte von Betroffenen. Ein Missbrauchsopfer des Garchinger Ex-Priesters Peter H. hat nun beim Landgericht Traunstein eine Klage gegen den Täter und die verantwortlichen Erzbischöfe – darunter der emeritierte Papst Benedikt XVI. – und das Erzbistum eingereicht.

Verfahren könnte lange dauern und hohe Kosten verursachen

Fraglich bleibt bis zum jetzigen Zeitpunkt, ob das Landgericht die Klage annehmen wird. Rosi Mittermeier von der Initiative Sauerteig in Garching, engagiert sich für Missbrauchsopfer des Peter H. Sie sagt: „Sollte das geschehen, könnte der jahrelange Missbrauch des Pfarrers H. in unserem Pfarrverband endlich vor einem weltlichen Gericht verhandelt werden.“ Da ein solches Verfahren sehr lange dauern und damit hohe Kosten für den Kläger verursachen kann, will die Initiative helfen. „Wir wenden uns ebenfalls an andere Organisationen, die sich um Aufklärung beim sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche bemühen, sich diesem Unterstützungsaufruf anzuschließen. Dies ist vielleicht endlich der Weg, den Missbrauch und das Unrecht vor einem weltlichen Gericht verhandeln zu lassen“, erklärt Mittermeier.

Die Inititative Sauerteig möchte nun das finanzielle Risiko der zivilrechtlichen Feststellungsklage durch ein Crowd-Funding absichern. „Wer sich daran beteiligen möchte, kann einen beliebigen Spendenbetrag auf das Konto des gemeinnützigen Vereins DJ Garching e.V. mit der IBAN DE41 7115 1020 0031 039829 (Kennwort „Sauerteig“) überweisen“, so Mittermeier. Sollte die Klage erfolgreich sein und so für den Kläger keine Kosten anfallen würden die Spendengelder für anderweitige Unterstützung Betroffener verwendet oder, falls gewünscht und bei der Einzahlung angegeben, auch rückerstattet.

276 Personen Auffällige aber nur 46 Urteile

„Das Gutachten von 2010, das sich mit sexuellem Missbrauch und anderen körperlichen Übergriffen befasste, hat ergeben, dass im Zeitraum von 1945 bis 2009 159 Priester, 15 Diakone, 96 Religionslehrer und sechs Personen aus der Gruppe der Pastoralreferenten, Gemeindereferenten, Seelsorgehelfer und Jugendpfleger auffällig geworden sind“ fasst Rosi Mittermeier zusammen. Sie ist eine Verantwortliche der Initiative Sauerteig in Garching, die sich für die Missbrauchsopfer des ehemaligen Garchinger Priesters Peter H. engagiert. Sie geht von einer hohen Dunkelziffer an Betroffenen aus.

Laut Gutachten wurden insgesamt nur 90 staatliche Ermittlungsverfahren durchgeführt. Bei 46 Fällen kam es zum einem Urteil oder einem Strafbefehl. Nur 14 kirchliche Voruntersuchungen wurden durchgeführt und nur in zwei Fällen wurde ein kirchliches Strafverfahren durchgeführt: Eine unbefriedigende Bilanz für die Opfer.