Geothermieprojekt: Schützenhilfe aus München

  • schließen

Kirchweidach - Die Stadtwerke München werden Bau und Genehmigung der Geothermieanlage als Berater unterstützen. Warum sich die Inbetriebnahme dennoch verzögert:

Das Geothermieprojekt in Kirchweidach erhält Unterstützung aus der Landeshauptstadt. Die Stadtwerke München werden die Geo-Energie Kirchweidach GmbH zunächst in beratender Funktion und später als Betreiber des Kraftwerks unterstützen.

"Stadtwerke München haben immensen Erfahrungsschatz"

Lesen Sie auch:

"Die Stadtwerke München übernehmen die technische Betriebsführung", erklärt Bernhard Gubo, Geschäftsführer von Geo-Energie Kirchweidach gegenüber innsalzach24. Als Betreiber von unzähligen Kraftwerken hätten die Münchner einen "immensen Erfahrungsschatz". Gubo betont, dass die Stadtwerke in Kirchweidach ausschließlich als Dienstleister und nicht als Investor auftreten würden.

Mit einem Geothermie-Heizwerk in Riem und einem Geothermie-Heizkraftwerk in Sauerlach verfügen die Stadtwerke München bereits über zwei eigene Anlagen. Wie es in einer Pressemitteilung des Unternehmens heißt, wolle man die Erfahrung nutzen, um Gemeinden und Projektentwickler in Bayern bei Bau, Genehmigung und Betrieb aktiv zu unterstützen. Darüber hinaus werden die Staddtwerke in Kirchweidach für fünf Jahre die Betriebsführung der Anlage übernehmen, was Wartungsarbeiten, Prüfungen und Revisionen einschließt.

Inbetriebnahme wohl erst 2015

Wann die Anlage in Kirchweidach überhaupt in Betrieb gehen kann, ist jedoch ungewiss. Schon während der Bohrungen verzögerte sich das Projekt um 13 Monate - "durch verschiedene nicht vorhersehbare Ereignisse", wie Bernhard Gubo erklärt. Und auch die Pumptests konnten nicht wie geplant durchgeführt werden. In Kirchweidach kommt eine Tachkreiselpumpe zum Einsatz, eine Sonderanfertigung, wie Gubo erläutert. Technische Probleme damit werfen das Projekt wohl um weitere sechs Monate zurück. Die Anlage wird damit weit später als ursprünglich geplant in Betrieb genommen. Gubo hält einen Termin Anfang 2015 für realistisch.

Schon jetzt hat das Unternehmen jedoch mit der Gemeinde Kirchweidach einen Vertrag zur Wärmelieferung unterzeichnet. Eine Gewächshausanlage für Tomaten in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks werde der "mit deutlichem Abstand größte Kunde" von Geo-Energie Kirchweidach, so Gubo. Daneben ist für das Kraftwerk die Stromerzeugung mittels Erdwärme geplant. Ob und in welchem Umfang die Bürger mit Fernwärme versorgt werden, steht noch nicht fest. Der Aufbau eines Fernwärmenetzes wäre die Aufgabe der Gemeinde.

"Verträge sauber gestrickt"

Indirekt mit 23,75 Prozent am Geothermieprojekt in Kirchweidach beteiligt ist die Schweizer SAM AG. Das Unternehmen ist in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. So stehen nach Angaben der schweizer Börsenaufsicht dem Unternehmenswert von weniger als fünf Millionen Schweizer Franken Verbindlichkeiten in Höhe von 83 Millionen Schweizer Franken gegenüber. Aktuell läuft bereits das Konkursverfahren.

Bernhard Gubo sieht die Finanzierung des Kirchweidacher Geothermieprojekts jedoch nicht in Gefahr. Er betont, dass die SAM AG nicht direkt an der Geo-Energie Kirchweidach GmbH beteiligt ist. Man habe den Vertrag so sauber gestrickt, dass die Probleme der SAM AG keinen Einfluss auf die Realisierung des Projekts hätten. Bislang seien die Investitionen mit Eigenmitteln getätigt worden. Dies sei mit den Pumptests jedoch abgeschlossen. Der Betrieb der Geothermieanlage solle hingegen über Kredite finanziert werden. "Es gibt eine sehr interessierte Bank", so Gubo.

Widerstand gegen Geothermieprojekt in Garching

Geo-Energie Bayern, einer der Investoren in Kirchweidach, plant auch in Garching an der Alz eine Geothermieanlage. Bei den Bürgern ist dieses Projekt höchst umstritten, dementsprechend heiß diskutiert wurde auf einer Informationsveranstaltung Ende Februar.

Fotos von der Informationsveranstaltung am 23. Februar in Garching:

Die Info-Veranstaltung zur Geothermie

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Region Burgkirchen/ Garching

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser