Ehemaliger Neonazi-Treffpunkt

Gruberwirt: "Der Neuanfang ist gelungen"

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Der frührere Gasthof Gruberwirt heißt jetzt "beim Obermaier" - und ist kein Gasthof mehr
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Halsbach - Lange war unklar, was aus dem früheren Landgasthof Gruberwirt wird. Nun hat sein Eigentümer Johann Obermaier eine zukunftsfähige Nutzung gefunden.

325.000 Euro hat der Halsbacher Johann Obermaier in die Hand genommen, um das frühere Gasthaus Gruberwirt zu ersteigern. Eine bemerkenswerte Investition, schließlich war das Gebäude sanierungsbedürftig und Obermaier musste sogar seine Lebensversicherung auflösen, um den Gruberwirt kaufen zu können. Kaufmännische Belange spielten damals aber eine untergeordnete Rolle. Über Jahre hatten Neonazis das Gebäude als Veranstaltungsort genutzt. Als der Gruberwirt schließlich zwangsversteigert wurde, sollte er endlich wieder in seriöse Hände kommen, damit Halsbach zur Ruhe kommen kann.

Keine Asylbewerber, keine Pension

Lange war jedoch unklar, was aus dem Gebäude werden soll. Anfänglich war im Gespräch, daraus ein Hotel Garni zu machen. Später wurde diskutiert, Asylbewerber im früheren Gruberwirt unterzubringen. Die Obermaiers hatten angeboten, im Falle eines Engpasses eine Asylbewerberfamilie unterzubringen. Weil dafür aber kein Bedarf bestand, ist diese Option inzwischen vom Tisch.

Nun hat Johann Obermaier eine zukunftsfähige Nutzung gefunden. In dem Gebäude mieten sich Monteure ein, die in der Region im Einsatz sind. Das Gebäude wird aber nicht als Pension genutzt, die Arbeiter kochen selbst in einer eigens dafür eingebauten Küche aus einem Privathaushalt. Aktuell arbeitet Obermaier mit Firmen zusammen, deren Mitarbeiter beim Shutdown bei Wacker und OMV tätig sind.

Gebäude soll "in bescheidenem Umfang aufleben"

Die Veränderungen am "Dorfplatz 5" sieht man auch von außen. Das Gebäude macht wieder einen mehr als ordentlichen Eindruck und das Namensschild verkündet, dass man "beim Obermaier" sei. "Wir wollen es in bescheidenem Umfang wieder aufleben lassen", sagt Obermaier im Gespräch mit unserer Redaktion. "Wir haben versucht, einen kleinen Neuanfang zu machen. Das ist uns gelungen." Seine mutige Entscheidung, das Gebäude zu ersteigern, bereut Obermaier nicht. "Es war die schlechteste kaufmännische Entscheidung, die ich je getroffen habe. Aber es wäre eine noch schlechtere Entscheidung gewesen, nichts zu machen."

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