Rund 100 Babys pro Jahr

Zwei „Zuchtbullen“ und vier Weibchen: Halsbacher züchtet Schildkröten

Familie Rupprecht aus Halsbach haben rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.
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Heinz Rupprecht (links) aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in seinem Besitz. Der Züchter bekommt auch Unterstützung von Ehefrau Irene (Mitte) und Tochter Birgit (rechts).

Halsbach – Heinz Rupprecht hat ein außergewöhnliches Hobby. Der 60-Jährige züchtet seit 2014 Breitrandschildkröten: Doch nicht um Geld zu verdienen, sondern um die Art zu erhalten.

Rupprecht züchtet Schildkröten aus Leidenschaft, es ist sein Hobby. „Einen großen Aufwand hat man dabei nicht. Wenn man eine Wiese hat, muss man beispielsweise kein Futter kaufen“, so Rupprecht. Am liebsten essen die Schildkröten den Klee und Löwenzahn im Garten.


Halsbacher Züchter ist der Artenerhalt der Schildkröten wichtig

Am Herzen liegt ihm jedoch, dass die Art erhalten bleibt. „Je mehr Tiere in Deutschland gezüchtet werden, desto weniger wird aus der Natur entnommen“, erklärt Rupprecht die Hintergründe. Besonders in Ländern wie Kroatien oder Griechenland sei es keine Seltenheit, dass Schildkröten aus der Natur stammen. Deshalb züchtet er nur Weibchen. Dies kann man mit der Temperatur im Brutkasten beeinflussen: „Zwischen 33,5 und 33 Grad werden es Weibchen, darunter werden es zu 95 Prozent männliche Schildkröten.“


Eine Bayschildkröte schlüpft aus dem Ei. Dort bleibt sie rund zwei Tage und ernährt sich vom Dottersack.

Seit über 30 Jahren beschäftigt sich der Chemiefacharbeiter aus Halsbach schon mit Schildkröten. 2014 hat sich Rupprecht zwei „Zuchtbullen“ und vier Weibchen angeschafft. Im Mai werden die Eier in den Boden eingegraben. Der Züchter buddelt diese dann wieder aus und legt sie in den Brutapparat. Nach 60 Tagen schlüpfen dann die Baby-Schildkröten. „Normalerweise sind es pro Weibchen zehn bis 14 Eier. Die legen allerdings zwei Mal pro Jahr“, erklärt der Züchter. Aktuell hat er um die 200 Schildkröten in seinem Besitz, die sich in Gehegen in seinem Garten herum tümmeln.

Winterschlaf im Kühlschrank

Von Mitte November bis Anfang März verbringen die Breitrandschildkröten, die bis zu 100 Jahre alt werden, ihren Winterschlaf in eigenen Kühlschränken. Insgesamt drei davon hat Rupprecht extra für seine Tiere – mit Belüftung. Durch einen Fehler in der Zeitschaltuhr lief die Wärmelampe, die nach dem Winterschlaf für angenehme Temperaturen sorgt, letztes Jahr permanent auf voller Leistung. „Und plötzlich waren es 40 Eier mehr. Auch in dieser Saison war dies der Fall“, berichtet Rupprecht.

100 Babyschildkröten pro Jahr: Züchter aus Halsbach mit besonderem Hobby

Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz. 
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz. 
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz. 
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz
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Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz
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Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz. 
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz. 
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Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz. 
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz. 
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz. 
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz
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Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz. 
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz. 
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz. 
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz. 
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz. 
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz. 
Familie Rupprecht aus Halsbach hat rund 200 Schildkröten in ihrem Besitz.  © jz

Angeboten werden die Schildkröten über verschiedene Plattformen im Internet. Rupprecht bietet sie allerdings erst ab einem Jahr an. Denn den ersten Winter überleben nicht alle. Kostenpunkt sind 80 Euro, je älter die Schildkröte ist, desto teurer werden sie. Doch nicht jeder Interessent bekommt eine. „Mir ist es wichtig, dass die Schildkröten nicht im Terrarium leben“, erklärt Rupprecht. In ganz Deutschland würde es nicht mehr als fünf bis sechs Züchter von Breitrandschildkröten geben. Letztendlich mache er das ja auch nicht, um Geld zu verdienen. Allerdings seien die Kosten auf jeden Fall gedeckt.

Die Schildkröten sind alle nummeriert. Alle vier Wochen muss der Züchter die Nummern nachzeichnen. Das sei wichtig für die Zuordnung. „Denn jede Schildkröte hat seine eigenen Papiere, die beim Landratsamt ebenfalls hinterlegt sind. Zudem müssen im ersten halben Jahr zwei Fotos hinterlegt werden, danach bis zum zehnten Lebensjahr jährlich, ab dem zehnten Jahr alle fünf Jahre. Das ist eigentlich der größte Aufwand“, erklärt Rupprecht. Der Werdegang muss dokumentiert werden, wenn Schildkröten verkauft werden.

Schildkröte mit zwei Köpfen

Einzigartig war bisher eine Schildkröte, die aufgrund einer Mutation mit zwei Köpfen auf die Welt kam. Leider hat es diese damals nicht überlebt. Das tote Exemplar hat Rupprecht verkauft. Ein Mann aus den Niederlanden hat diese gekauft, um das Skelett der besonderen Schildkröte auszustellen. Darauf ist Rupprecht schon sehr gespannt, wie diese dann aussieht. Ansonsten würde es manchmal Exemplare mit anderen Panzern geben.

Auf diesem Foto erkennt man ganz gut die zwei Gesichtszüge. Die beiden Augen in der Mitte sind jeweils von einem anderen Gesicht.

Im Freunden- und Bekanntenkreis ist das Hobby bereits nichts Außergewöhnliches. „Wenn die Schildkröten schlüpfen, kommen manchmal sogar Kinder vorbei, um dies zu beobachten“, berichtet seine Frau Irene. Aktuell ist dies der Fall und mit jedem Exemplar, kann vielleicht eine andere in der Natur weiterleben.

jz

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