Das Alzwehr soll sicherer werden

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Unterschätzte Gefahr: Im Alzwehr wäre im Mai 2012 um ein Haar ein Mädchen ertrunken.
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Garching - Mit Rettungsringen und Wurfsäcken will das Wasserwirtschaftsamt Traunstein das Alzwehr sicherer machen. Absolute Sicherheit kann es jedoch nicht geben.

Rettungsringe und Wurfsäcke sowie eine bessere Beschilderung sollen das Alzwehr sicherer machen. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein mahnt jedoch, dass es nie absolute Sicherheit geben könne.

Mädchen um ein Haar ertrunken

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Ein tragischer Unfall mit glücklichem Ausgang hatte den Stein ins Rollen gebracht. Im Mai 2012 war ein 13-jähriges Mädchen bei dem Versuch, die Alz unmittelbar oberhalb des Alzwehrs zu durchqueren, in den Sog einer Walze geraten und beinahe ertrunken. Nur durch das beherzte eingreifen eines Passanten hat sie das Unglück weitgehend unbeschadet überstanden.

Jugendliche über Gefahren aufklären

"Wir haben uns damals gesagt, wir müssen etwas verbessern", erinnert sich Rainer Stemmer vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein, dem Eigentümer und Betreiber des Alzwehrs. Um auf die Gefahren hinzuweisen, hat man sich dazu entschlossen, an der Mittelschule Garching in allen Jahrgängen Vorträge zu halten. Mit anschaulichen und zuweilen drastischen Worten habe man die Schüler über das Alzwehr aufgeklärt, erinnert sich Stemmer.

Wenn Menschen wie Steine sinken

Das Alzwehr liegt am nördlichen Rand des Garchinger Ortsteils Wald. Weil sich auf der anderen Seite des Flusses das Schwimmbad befindet, ist das Wehr eine beliebte Abkürzung bei Jugendlichen. Der Weg über die Brücke sei etwa 600 Meter länger, so Stemmer. Viele Jugendliche unterschätzen die starke Sogwirkung im Bereich der Walze. "In der Gischt der Walze ist der Auftrieb geringer. Sie sinken wie ein Stein", erklärt Stemmer.

"Es kann keine absolute Sicherheit geben"

Für Stemmer ist die Aufklärung über die Gefahren am Wehr die wichtigste Sicherheitsmaßnahme. Ohnehin habe das Wasserwirtschaftsamt schon jetzt alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen, wie die Anbringung eines Geländers, getroffen. Nach einer Ortsbegehung mit Vertretern von Gemeinde und Kanuverband habe man sich dennoch dazu entschlossen, Rettungsgeräte am Alzwehr anzubringen. Die Wahl fiel auf Rettungsringe und Wurfsäcke, die Passanten ins Wasser gestürzten Menschen zuwerfen können.

Stemmer warnt aber davor, sich zu sicher zu fühlen. "Es kann keine absolute Sicherheit geben." Dafür sei das Alzwehr einfach zu groß. "Das Bauwerk kann mit Rettungsgeräten nicht ganz abgedeckt werden", so Stemmer. Rettungsstangen sollen keine angebracht werden. Wegen der Größe des Alzwehrs wären die Stangen so lang und schwer, dass sie nicht mehr gehandhabt werden könnten.

Beschilderung weiter verbessern

Auch die Beschilderung rund um das Alzwehr soll verbessert werden. So sollen bereits rund 350 Meter vor dem Wehr Schilder angebracht werden, die Kanufahrer auf einen Ausstieg hinweist. Vorher werde es aber noch ein Treffen mit dem Kanuverband geben, so Stemmer.

Die neuen Rettungsgeräte werden vorraussichtlich bis spätestens Ende Mai angebracht. Die Schilder könnten unter Umständen noch etwas länger auf sich warten lassen, da sie erst in Auftrag gegeben werden müssen.

Die Alz: Hier wäre im Mai beinahe ein Mädchen ertrunken:

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