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Missbrauchs-Verfahren am Landgericht Traunstein

Erzbistum will wohl auf Verjährung hinaus: Ist Papst Franziskus Rechtsnachfolger für Ratzinger?

Die Trauermesse für den emeritierten Papst Benedikt XVI.: Wer ist der Erbe?
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Ist es möglich, dass Papst Franziskus als Rechtsnachfolger von Josef Ratzinger in das Missbrauchs-Verfahren eintritt?

Wer ist der Erbe des verstorbenen Benedikt XVI.? Für das Missbrauchs-Verfahren am Landgericht Traunstein spielt die Frage eine große Rolle: Könnte nun sogar Papst Franziskus als Rechtsnachfolger in das Verfahren eintreten?

Garching an der Alz, Traunstein – Während einer Pressekonferenz zum Jahrestag der Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens sagte Erzbischof Reinhard Marx: „Wir wollen an der Seite der Betroffenen stehen.“ Im Gegensatz zu dieser Äußerung steht die aktuelle Meldung, dass das Erzbistum München Freising im Verfahren am Landgericht Traunstein auf eine Verjährung der mutmaßlichen Missbrauchs-Vergehen des Ex-Priesters Peter H. setzt. Dieser soll als Seelsorger in Garching an der Alz den damals 12-jährigen Andreas Perr sexuell missbraucht haben. Perr verklagte neben dem vermeintlichen Täter auch das Bistum München Freising und die damals zuständigen Erzbischöfe – also auch den inzwischen verstorbenen Papst Benedikt XVI.

Verfahren aktuell ausgesetzt

Laut einem Bericht von correctiv will die Anwaltskanzlei des verstorbenen Benedikt XVI. nun kurzfristig die Rechtsnachfolge ihres Mandanten klären. Die Kanzlei beantragte dazu die Aussetzung des Verfahrens, dem das Landgericht Traunstein auch stattgegeben hat. Dennoch gehen die Anwälte davon aus, dass ein mündlicher Verhandlungstermin am 28. März wahrgenommen werden könne. Andreas Schulz, der Rechtsanwalt des Klägers aus Garching, äußerte gegenüber Correctiv bereits, dass er es für möglich halte, dass Papst Franziskus als Erbe in das Verfahren eintreten könne. Schulz habe beim Amtsgericht Schöneberg beantragt Hinweise auf einen Erben zu klären. Laut Medienberichten soll noch unklar sein, welche Staatsbürgerschaft Benedikt XVI. zum Zeitpunkt seines Todes hatte. Das Landgericht Traunstein sieht sich für die Ermittlung des Erben als nicht zuständig. Nur in dem Fall das kein Testament von dem Ex-Papst vorliegen sollte, wird ein Gericht die Rechtsnachfolge ermitteln müssen.

Erzbistum will Betroffene unterstützen

Während der Pressekonferenz zum Jahrestag des Münchner Missbrauchsgutachtens am 17. Januar gab das Bistum München Freising keine Antwort auf die vielen Anfragen zum Traunsteiner Verfahren: Man könne sich zu dem laufenden Verfahren nicht äußern hieß es. Die Klageerwiderungsfrist läuft noch bis zum 24. Januar. Kardinal Reinhard Marx betonte aber wie entscheidend Bedürfnisse und Belange der Betroffenen für Aufarbeitung und Prävention von Missbrauch seien.  

„Angesichts dessen, was in der Vergangenheit geschehen ist, angesichts des Leids, das Betroffene erfahren haben, wird es unser stetes Bemühen bleiben, alles, was uns möglich ist, zu unternehmen, um das erfahrene Leid zu lindern und künftiges zu verhindern.“

Erzbischof Reinhard Marx

Im Münchner Missbrauchsgutachten wurde dem angeklagten Peter H. ein Sonderband mit 500 Seiten gewidmet. Darin kritisierten die Gutachter, dass Ratzinger vorgab keine Kenntnis von Peter H.s Pädophilie gehabt zu haben. Peter H. war 1980 wegen sexuellen Übergriffen in seiner Heimatdiözese ins Bistum München Freising versetzt worden. 1986 wurde H. dann vom Amtsgericht Ebersberg wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener zu 18 Monaten Freiheitsstrafen auf Bewährung verurteilt. Ein langjähriger Therapeut des Priesters hatte die Gefahr eines Rückfalles erkannt und angemahnt Peter H. nicht in der Jugendarbeit einzusetzen. Danach wurde Peter H. noch über 20 Jahre vom Bistum als Priester eingesetzt.

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