22 Gäste zwischen 70 und 93 Jahren geimpft

Impftag in Garchinger Senioreneinrichtung: „Hoffen, dass alles wieder normal wird“

Die 80-Jährige Rosa hat als erste von 22 Gästen der Seniorentagespflege „Haus des Gastes Aurelius“ in Garching den Corona-Impfstoff gespritzt bekommen.
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Die 80-Jährige Rosa hat als erste von 22 Gästen der Seniorentagespflege „Haus des Gastes Aurelius“ in Garching den Corona-Impfstoff gespritzt bekommen.

Garching an der Alz – 22 Gäste und drei Mitarbeiter der Seniorentagespflege „Haus des Gastes Aurelius“ in Garching haben am Samstag, 2 . Januar, den Corona-Impfstoff gespritzt bekommen. Alle hoffen nun auf eine baldige Rückkehr zu einem normalen Leben. 

Ich war schon aufgeregt, es ist ja doch etwas Neues. Ich hatte auch ein bisschen Angst. Aber alles war gut“, berichtet die 80-Jährige Rosa gegenüber innsalzach24.de über die Corona-Impfung. Sie war die erste von 22 Gästen der Seniorentagespflege, die an diesem Samstag den Corona-Impfstoff verabreicht bekommen hat.


Corona-Impfung in der Tagespflege „Haus des Gastes Aurelius“ in Garching - Hoffnung auf Normalität

Bedenken über mögliche Nebenwirkungen habe sie persönlich nicht. „Man weiß es aber sowieso nie im Vorfeld, aber wir hoffen, dass dadurch alles wieder normal wird“, schildert die 80-Jährige. Besonders die sozialen Kontakte hätten ihr im letzten Jahr im Alltag gefehlt.


„Die Gäste haben unter dem Social Distancing sehr gelitten und waren teilweise sehr einsam“, bestätigt auch Einrichtungsleiter Nicolae Schmidt. Der Alltag war besonders durch die Einhaltung der Hygienemaßnahmen geprägt, um die Senioren nicht zu gefährden. Der Schutz stehe an oberster Stelle.

Hoffen durch die Corona-Impfung auf eine baldige Rückkehr zur Normalität: Einrichtungsleiter Nicolae Schmidt (rechts) und die 80-jährige Rosa.

Eingeschränkter Betrieb, acht Tote im Frühjahr

Im Frühjahr gab es in ihrer Einrichtung leider acht Tote, die aufgrund des Coronavirus gestorben sind. „Wir haben Menschen verloren, die uns ans Herz gewachsen sind“, so Schmidt. Daher ruhen die Hoffnungen jetzt auf dem Impfstoff und eine damit verbundene Rückkehr zur Normalität. Durch die Impfung erhoffen sie sich, wieder alle Gäste begrüßen zu dürfen und einem gewohnten Alltag nachgehen zu können. Auch einige Mitarbeiter waren damals erkrankt und sind daher auch noch nicht für die Impfung zugelassen, da sie bereits Antikörper haben.

Normalerweise kommen durchschnittlich 26 Gäste in die Einrichtung, die ein Wohnen zu Hause mit einer Tagesgestaltung in Gemeinschaft mit anderen Senioren ermöglicht. Doch diese Zahl habe sich halbiert. Schmidt war es daher besonders wichtig, schnell einen Termin mit dem Landkreis Altötting auszumachen. „Das Landratsamt war sehr kooperativ – insgesamt eine gute Zusammenarbeit. Und zum Glück haben wir schnell einen Termin bekommen“, freut sich Schmidt.

Organisation ein „Kraftakt“

Doch die Organisation für diesen Impftag hatte es in sich. „Das war schon ein Kraftakt. Das war eine ganze Menge Bürokratie“, so der Einrichtungsleiter vom „Haus des Gastes“, das es seit 2016 gibt. Beim Aufklärungsbogen über mögliche Nebenwirkungen wäre beispielsweise erst kürzlich eine neue Variante erschienen. All das ist für das Team der Tagespflege Neuland. „Aber ich glaube, wir sind ganz gut organisiert. Ich bin wahnsinnig stolz auf mein Team“, so Schmidt.

Doch nicht nur im Vorfeld musste einiges vorbereitet werden. So mussten einige Senioren am Impftag selbst auch abgeholt werden. Zudem gab es einen Zeitplan. Mehr als fünf Personen sollten nicht zeitgleich im eigens vorbereiteten Impf-Warteraum sein. Auch die Temperaturen wurden trotz eines kürzlich durchgeführten Corona-Test bei den ankommenden Senioren gemessen.

25 Impfdosen verabreicht - Auffrischung in drei Wochen

Und so wurden 22 Gäste und drei Mitarbeiter am Samstag, 2. Januar, geimpft. Die Senioren waren dabei zwischen 70 und 93 Jahre alt. Die Impfung hat ein mobiles Impfteam des Landratsamtes Altötting durchgeführt, in diesem Fall Dr. Rudolf Tille und Frau Oberbaumgartner. Sie sind eines von maximal sechs Truppen, die unterwegs impfen – das hänge jedoch von der Menge des verfügbaren Impfstoffes ab. Wichtig ist dem Allgemeinmediziner in dieser Phase aber besonders, wie die Senioren die neuartige Impfung vertragen. Daher werde er in ein paar Tagen beim Einrichtungsleiter nochmal nachfragen.

Fünf Impfdosen ergibt dieses kleine Fläschchen, das in einem besonderen Kühlkoffer transportiert werden musste.

In drei Wochen muss die Impfung nochmals durchgeführt werden. Die Organisation dürfte für das Team vom „Haus des Gastes Aurelius“ dann kein Neuland mehr sein. „Der Impfstoff hat jedoch noch viele Unbekannte. Doch das wird die Zukunft zeigen. Wir hoffen darauf, einen Zustand wie vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Und das ist ohne Impfstoff auf keinen Fall möglich“, ist sich Schmidt sicher.

jz

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