Anliegerversammlung am Donnerstag

Töginger Volksfest in Feichten - oder nirgendwo

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Der von der Stadt ins Auge gefasste Platz für das Töginger Volksfest liegt zwischen Hauptstraße und Bahngleis in Feichten

Töging - Letzte Chance Feichten? Nur ein einziger Standort kommt für das Töginger Volksfest 2015 in Frage. Die Anlieger befürchten eine Platzsuche "auf Biegen und Brechen".

Seit 2011, als der Stadtrat den Bebauungsplan für den Edeka-Markt am Harter Weg auf den Weg gebracht hat, ist klar, dass das Töginger Volksfest umziehen muss. Viele Plätze hätten seither zur Diskussion gestanden, wie neben dem Rewe-Markt, wo ein Volksfestplatz laut Windhorst gut hingepasst hätte. Letztlich habe es für seine Anfragen jedoch nur Absagen gehagelt. Nur in einem Fall – in Feichten – gebe es die Bereitschaft, an die Stadt zu verpachten.

Dieser Platz, eingerahmt von der Bahnlinie, der Hautstraße und leicht schräg des Gleises der Aleris, ist gut 8200 Quadratmeter groß und damit etwas kleiner als der bisherige Volksfestplatz am Harter Weg. Den Einwand, dass ein Fest am Rande der Stadt nicht angenommen werde, sieht Windhorst nicht. "Ich glaube das ist Gewöhnungssache." Ein Volksfest auf einem zentralen Platz wäre ihm auch lieber. "Das hätte natürlich einen anderen Charme, aber es ist nichts hergegangen."

Belastung nicht wegzudiskutieren

Dossier: die Standortdebatte ums Töginger Volksfest

Dass er bei der Anliegerversammlung nicht mit offenen Armen empfangen wird, war dem Stadtoberhaupt schon vor der Veranstaltung klar. Jeder Platz führe im Umfeld zu Betroffenheit. Ebenso sei nicht wegzudiskutieren, dass es während der Volksfestzeit deutlich lauter sei und es zu einer Belastung der Anwohner komme. "In diesem Jahr werden keine weiteren Veranstaltungen auf dem Platz durchgeführt", versprach Windhorst, sollte sich der Stadtrat am Donnerstag für den Platz aussprechen. Im Anschluss sei jedoch nicht auszuschließend, dass auch der eine oder andere Flohmarkt in Feichten stattfinde. "Es wird aber zu keiner Dauerbelegung kommen."

Als Grund, warum die Stadt das Volksfest aufrecht erhalten will, nannte Windhorst auf Nachfrage die wenigen kulturellen Veranstaltungen in Töging. Dass jetzt "auf Biegen und Brechen" ein Platz für dieses Jahr gesucht wird, konnten einige der Versammlungsteilnehmer aber nicht nachvollziehen. "Warum wartet man nicht noch ein Jahr und sucht einen gescheiten Platz?", war eine oft vorgebrachte Forderung. Als Standort wurde unter anderem der Platz beim Silo ins Gespräch gebracht. Diese Plätze sind jedoch laut Windhorst aus verschiedenen Gründen keine Alternative.

Ist das Volksfest überhaupt rentabel?

108 Unterschriften gegen einen Volksfestplatz in Feichten hat Georg Markris an Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst übergeben (zum Vergrößern Bild anklicken)

Auch die Rentabilität eines Volksfestes allgemein wurde in Frage gestellt. 15 000 bis 20 000 Euro, so Windhorst auf Nachfrage, koste die Stadt jedes Jahr das Fest. Diese Summe habe jedoch nichts mit der Lage des Platzes zu tun. Und Kulturreferentin Brigitte Gruber argumentierte, dass eine Rentabilität bei Kulturveranstaltungen nie möglich sei, so dass dies kein Gegenargument sei. Das Volksfest gehöre zur Kultur der Stadt dazu. "Da treffen sich die Bürger und eine gewisse Kultur braucht die Stadt." Bezüglich des aktuell ins Auge gefassten Platzes konzentrierte sich die Argumentation neben der Lage am Rande der Stadt auf die Themen Sicherheit – sowohl des Eigentums der Anlieger als auch der Volksfestbesucher – und Lärmschutz. Mit der Firma Aleris sei bereits gesprochen worden, so Windhort. Das Gleis sei kein Problem, wurde der Stadt schriftlich mitgeteilt. Von Seiten der Bahn gibt es die Auflage, einen Zaun aufzustellen und den Platz auch von der Nordseite her abzusperren. Wie genau die Zufahrten und Ähnliches gemacht würden, ist laut Windhorst noch nicht abschließend entschieden.

Auch generelle Akzeptanz fraglich

Um die Akzeptanz eines Volksfestes in Feichten besser beurteilen zu können, plant die Stadt in diesem Jahr eine Art "Testlauf". Wird es nicht angenommen, findet es im kommenden Jahr nicht wieder statt, betonte Windhorst. An dem Argument der Akzeptanz schließt sich noch eine ganz andere Argumentation an, die während der Veranstaltung am Rande einen Platz hatte: Braucht es das Volksfest überhaupt? Hierzu gingen auch unter den Anwesenden die Meinungen auseinander. Ob die Bürger dazu befragt werden, will Bürgermeister Tobias Windhorst in die Stadtratsdiskussion am Donnerstag mit einbringen.

nk/Mühldorfer Anzeiger

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