Kreisverband in Feichten

Landratskandidatin Monika Pfriender (Grüne) in Feichten

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Die Grüne Kreisratskandidatin Monika Pfriender, der Burghauser Bürgermeisterkandidat Stefan Angstl und Stadt- und Kreisrat Gunther Strebel stellten sich gut eine Stunde lang den kritischen Fragen der Anwesenden
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Feichten - Am Mittwochabend hatte der Kreisverband der Grünen in den Landgasthof Wanghofer nach Feichten geladen. Rund 20 Gäste waren der Einladung gefolgt, um sich von der Landratskandidatin Monika Pfriender ihr Konzept für die Landkreispolitik in den kommenden Jahren vorstellen zu lassen.

Unter den Zuhörern waren unter Anderem Altbürgermeister und Kreisrat Hans Aicher, der amtierende Bürgermeister Hans Vordermaier und sein Stellvertreter Johann Schächner jun.(alle CSU) sowie der Garchinger Bürgermeister Christian Mende(SPD). Mit dabei war aber auch der Grüne Bürgermeisterkandidat für Burghausen, Stefan Angstl, und der Burghauser Stadtrat und Kreisrat Gunther Strebel, der direkt von der Sitzung des Burghauser Stadtrats nach Feichten gekommen war. Er stellte zur Einführung sowohl die Landratskandidatin, als auch kurz die Herausforderungen für die Region vor: PFOA, Sicherstellung der Energieversorgung für die künftigen Generationen, die notwendige Verbesserung der Verkehrspolitik von ÖPNV bis hin zu Elektromobilität, seine Anfrage im Umweltausschuss bezüglich der Notwendigkeit der OMV- Fackel und eine mögliche Wirtschaftsförderung für die Industriebetriebe im Landkreis, um beispielsweise ein Abwandern von Arbeitsplätzen im Halbleiterbereich nach China zu verhindern. 

Monika Pfriender ging dann in die Details, nicht ohne zuvor nochmals ihre Kandidatur zu bekräftigen: „Ich traue mir das Amt zu“, sagte die 57-jährige Steuerfachangestellte aus Neuötting, die seit 1996 dem Altöttinger Kreistag angehört. 

„Ich verspreche Euch für die Zukunft mehr Transparenz und bessere Kommunikation durch das Landratsamt“, erklärte die Kommunalpolitikerin. Zum Einstieg ihres Konzepts ging sie auf den ÖPNV ein, der „günstig, nutzerfreundlich und landkreisübergreifend“ werden müsse. So beispielsweise Schüler die öffentlichen Verkehrsmittel „nicht nur in der Früh günstig nutzen können“, genau wie die Senioren, die nach dem Vorschlag von Monika Pfriender besonders günstig mit den Öffentlichen fahren sollen. Bei der Landwirtschaft sei es der Landratskandidatin zufolge nötig, „sowohl biologische, als auch konventionelle Landwirtschaft mit zu nehmen“. So warb sie für die Idee der Öko-Modellregion, der sich inzwischen fast alle Gemeinden im Landkreis angeschlossen haben: „Biologisch erzeugte Lebensmittel sollen regional zu guten Preisen vermarktet werden“, erklärte die Anwärterin auf den Posten der Landrätin und nannte als Beispiel die „Lerchensemmel“. 

Die Grüne Kreisratskandidatin Monika Pfriender, der Burghauser Bürgermeisterkandidat Stefan Angstl und Stadt- und Kreisrat Gunther Strebel stellten sich gut eine Stunde lang den kritischen Fragen der Anwesenden

Auch solle der TU-Standort in Raitenhaslach noch besser eingebunden werden, um beispielsweise wissenschaftlich fundierte Lösungen für die Bodenbelastung durch PFOA und Nitrat zu finden. Sie wies auf die Initiative der Grünen hin, nun auch im Teilstück der A94 im Landkreis Altötting Verbesserungen beim Lärmschutz zu suchen und forderte strukturelle Maßnahmen auch bei der Digitalisierung: „Ich bin für ein freies WLAN im öffentlichen Raum!“, so Monika Pfriender. 

Bezüglich der Fusion der Kreiskliniken in den Landkreisen Altötting und Mühldorf legte Monika Pfriender als Mitglied des Verwaltungsrates nochmals den Finger in offene Wunden: „Schon seit Jahren fordere ich mehr Transparenz, aber da wollen sich wohl zwei CSU-Landräte unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Denkmal setzen!“. Der Verwaltungsrätin zufolge seien Investitionen aufgrund von Förderzusagen des Freistaats getätigt worden, die durch das vorgestellte medizinische Konzept aber nun hinfällig seien, wie Pfriender am Beispiel der Urologie erläuterte. Auch die 9 Millionen Euro Verlust, die beide Häuser im vergangenen Jahr eingefahren hätten, „waren nicht vorgesehen“.

Kritisch hinterfragte Monika Pfriender daher den Plan des Landrats, der die Kreisumlage künftig von 46 auf 51% anheben möchte, um das Defizit zu finanzieren. „Angesichts der schwachen Wirtschaftslage wird der Defizitabbau nicht so schnell gehen, wie geplant!“, warnte die Verwaltungsrätin der Kreiskliniken. Um die Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen sei es vielmehr nötig, die „soften Standortfaktoren“, wie Naherholung, Kultur und Bildungseinrichtungen weiter zu fördern, nicht nur, um das qualifizierte Industriepersonal zu halten, sondern auch, um solches gezielt in die Region zu locken. 

Darüber hinaus müsse die kommunale Wirtschaftsförderung ausgebaut werden, „um Handwerksbetriebe, die oft Probleme mit starren Verwaltungsakten haben, besser an die Hand zu nehmen“. Beim Wohnungsbau und der Ausweisung von Gewerbegebieten plädierte Monika Pfriender dafür, über den Tellerrand der Kommune hinaus zu schauen und gemeindeübergreifend zu planen, um „sinnlosen Flächenverbrauch [zu] vermeiden“. 

Die Landratskandidatin wies auch auf den Vorschlag der Grünen hin, den geplanten Ausbau des Altöttinger Landratsamtes in Zusammenarbeit mit der FH Rosenheim in Holzbauweise nochmals zu überdenken. Wichtig sei Monika Pfriender zufolge jedenfalls der geplante Ausbau der Pestalozzi-Schule, sowie die Umstrukturierung der FOS/BOS und der Realschule in Altötting mit Blick auf die Schülerzahlen anzugehen. Im Anschluss an die Vorstellung des Konzepts der Landratskandidatin gab es eine intensive Diskussion mit den Anwesenden, die unter Anderem zur „Lerchensemmel“ und zur Biotonne Nachfragen hatten sowie etwas über das langfristige Energiekonzept der Grünen für die großen Chemiebetriebe des Landkreises in Erfahrung bringen wollten.

pbj

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