Lebensretter für 3000 Frösche

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Wolf Eiblmayr und seine Helfer werden die Amphibienwanderung noch begleitend kontrollieren. Dazu wurden bei den Durchlässen noch Eimer und Fangzäune installiert, um die Anzahl der wandernden Tiere zu überprüfen.

Engelsberg - In Bock am Eigelwald wandern jährlich ca. 3000 Amphibien von ihrem Winterquartier über die Staatsstraße zu ihrem Laichgewässer. Eine Wanderung, die für viele tödlich endet.

Aus diesem Grund stellen ehrenamtliche Helfer der LBV- Ortsgruppe Engelsberg seit 1991 im zeitigen Frühjahr Fangzäune auf, um die Kröten und Molche in eingegrabenen Fangeimern zu sammeln.

Diese werden dann morgens und abends von den Helfern in das gegenüberliegende Laichgewässer gebracht, was bei dem Verkehrsaufkommen auch für die Helfer unter der Leitung von Wolf Eiblmayr nicht ungefährlich ist. Früher fiel ein großer Teil der Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer. Es lagen teilweise so viele Kadaver auf der Straße, dass vom Straßenbauamt Räumfahrzeuge eingesetzt werden mussten, eine Straßensperre wäre wegen der Verkehrssicherheit notwendig geworden.

In den vergangenen 20 Jahren wurde das Wanderverhalten genau dokumentiert, Anzahl der verschiedenen Amphibien, Geschlecht, Datum, Uhrzeit, Wetterlage. Diese Daten wurden in der bayerischen Staatsregierung in einer Prioritätenliste erfasst.

Bereits vor Jahren wurde ein Durchlasstunnel geschaffen und ein großer Teil der Straße zum Wald hin mit einem Leitsystem versehen. Der damalige Bürgermeister Franz Ketzer befürwortete dieses Vorhaben mit Nachdruck.

Auf Basis der genauen Erfassung wurde der Einbau von weiteren sechs Durchlässen genehmigt. Die Bauarbeiten begannen im Herbst 2011, eine mehrwöchige Straßensperre war nicht zu vermeiden. Die Staatsstraße wurde auf eine Länge von zirka 500 Metern in Abständen mit Tunnels versehen und auf beiden Seiten mit einem Leitsystem ausgestattet. Vier Zufahrten zu Waldgrundstücken wurden mit stabilen Gitterrosten versehen. Die letzte Teerschicht wird im Frühjahr 2012 aufgebracht.

Sieben Durchlässe stehen jetzt den Amphibien zur Verfügung, um vom Winterquartier im Eigelwald in das Laichgewässer gegenüber der Straße zu gelangen. Die Familie Rothmaier hat auf ihrem Grundstück mehrere verschiedene Laichgewässer angelegt. Somit ist der Lebensraum gesichert, den die Amphibien zum Laichen benötigen

Die Rückwanderung erstreckt sich über einen längeren Zeitraum, die Tiere wandern hier nur vereinzelt. Dank des beidseitigen Leitsystems können die Land- und Wassertiere jetzt ohne Risiko die Rückwanderung in den Wald antreten und dort als Fraßfeinde von Schnecken, Käfern und Mücken für eine gesunde Umwelt ohne Pestizide sorgen.

gg/Mühldorfer-Anzeiger

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