Kapelle in Hirten mutwillig beschädigt

Wird die Kapelle am Kreuzweg zur Ruine?

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Diese Kapelle in Hirten wurde Silvester zum wiederholten Mal Opfer von Vandalismus.
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Burgkirchen - Sie hat Jahrzehnte überdauert und droht nun an Vandalismus zugrunde zu gehen: Zum wiederholten Male wurde die Kobler-Kapelle in Hirten mutwillig beschädigt.

Eigentlich gäbe es für die kleine Kobler-Kapelle keinen besseren Platz als den am Rothäuslweg in Burgkirchen. Eine große Linde spendet ihr Schatten und eine Bank lädt zu einer kleinen Rast ein. Außerdem befindet sich eine Station des Hirtener Kreuzwegs in nächster Nähe. "Das ist ein schöner Platz", findet auch Konrad Kobler, der sich seit Jahren um das kleine Bauwerk kümmert. Kobler fragt aber auch: "Warum muss das immer kaputt gemacht werden?" Die Kapelle wurde nämlich an Silvester zum fünften Mal binnen weniger Jahre das Opfer mutwilliger Zerstörung.

Kaputte Madonnenfiguren auf dem Speicher

Der Holzrahmen des Schaufensters der Kapelle ist zerbrochen.

Unbekannte haben offenbar das Schaufenster der Kapelle eingedrückt. Der Holzrahmen ist gebrochen, nur die Glasscheibe ist heil geblieben - nicht ohne Grund ist sie inzwischen aus Sicherheitsglas. Außerdem ist die Mauer teilweise verrußt, wahrscheinlich durch Feuerwerkskörper. "Ich habe, auf Bayrisch gesagt, die Schnauze voll", sagt Kobler. Die Enttäuschung sitzt tief bei dem 67-Jährigen, "weil es nicht das erste, zweite oder dritte Mal war".

Zum nunmehr fünften Mal ist die Kapelle das Opfer von Zerstörungswut geworden. Die Kosten für die Reparaturen der letzten Jahre summieren sich inzwischen auf viele hundert Euro. Einmal sei die Kapelle mit Steinen beworfen worden, ein andermal sei der Putz runtergehauen worden, erzählt Kobler. Auch mehrere Madonnenfiguren sind dem Vandalismus schon zum Opfer gefallen. "Eine Figur von meiner Oma ist kaputt und steht jetzt auf dem Speicher", erzählt Kobler. Eine Madonnenfigur seiner Frau sei ebenfalls kaputt. Wenigstens die Madonna, die sich bis zum aktuellen Vorfall in der Kapelle befand, ist bei der jüngsten Attacke heil geblieben.

Selbst Panzerglas wurde eingeschlagen

Die Außenmauer der Kapelle ist teilweise verrußt.

Die Maßnahmen, die Kobler zwischenzeitlich zum Schutz der Kapelle ergriffen hatte, muten bei einem so kleinen Bauwerk im ersten Moment seltsam an. Auf Anraten eines Nachbarn hatte er vor zwei Jahren Panzerglas ins Schaufenster einfassen lassen. Doch auch das half nichts. "Die haben so lange dagegen geschlagen, bis ein Loch drin war", ärgert sich Kobler. "Die müssen sich brutal geschunden haben." Damals habe er sogar Anzeige erstattet. Wer hinter der Zerstörung steckte, fand man jedoch nicht heraus.

Ob Kobler die Kapelle noch einmal herrichten wird, ist völlig offen. "Im Moment steht's mir hübsch hoch", sagt der 67-Jährige. "Ich bin so weit, dass ich sage, das lass ich jetzt mal." Kobler ist sich sicher, dass Beschwerden kommen werden. Bislang haben die Hirtener immer darauf gebaut, dass der 67-Jährige die Kapelle nicht verfallen lässt. Jetzt ist Kobler geneigt, zumindest ein wenig damit zu warten, damit allen bewusst wird, mit welchen Schäden an der Kapelle er immer zu kämpfen hat.

Wird die Kapelle zur Ruine?

Würden die Schäden an der Kapelle nicht mehr behoben, wäre dies nicht weniger als das Ende einer (kleinen) Ära. Kobler weiß zwar nicht, wie alt die Kapelle genau ist. Er ist jedoch überzeugt, dass es sie schon gab, als dort früher ein Pilgerweg entlang führte. Damals habe es noch keine Kirche auf dem benachbarten Margarethenberg gegeben, erzählt Kobler.

Kapelle in Hirten mutwillig beschädigt

Die Kapelle, einst "Nothelferkapelle" genannt, kennt Kobler noch aus Erzählungen seines Großvaters und schon sein Vater habe bereits geschimpft über Schäden an der Kapelle. Damals sei aber lediglich ab und zu die Scheibe - ein billiges Glas - eingeschlagen worden. "Es wird jetzt immer massiver", sagt Kobler. Eine billige Scheibe zu ersetzen oder nach Silvester die Überreste von Raketen und Böllern wegzuräumen ist das eine - regelmäßig den Rahmen des Schaufensters zu erneuern oder die Kapelle gar neu zu verputzen ist das andere.

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