"Der kleinste Flohmarkt der Welt" steht in Überackern

In einer Telefonzelle: Wie ein Burgkirchner seinem Sohn Freude schenkt

"Der kleinste Flohmarkt der Welt" steht in einer Telefonzelle. Gemacht hat ihn der Wahl-Österreicher Ronaldo Vetri für seinen Sohn.
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"Der kleinste Flohmarkt der Welt" steht in Überackern in einer Telefonzelle.

Überackern/Burgkirchen – „Der kleinste Flohmarkt der Welt“ ist in einer Telefonzelle. Sie gehört dem Wahl-Österreicher Rolando Vetri. Verkaufschef ist sein Sohn. Öffnungszeit: 24/7.

Ich will sehen, was ich gemacht habe.“ Am Ende eines Tages brauche er Ergebnisse, so Rolando Vetri. Der Wahlösterreicher kommt eigentlich aus Burgkirchen, lebt jetzt in Überackern, etwa vier Kilometer von Burghausen aus entfernt auf der anderen Seite der Salzach. Er ist Diplom Sozialpädagoge und Glasbläser. „Damit will ich meinem Sohn eine Freude machen“, sagt Vetri zu seinem „Kleinsten Flohmarkt der Welt“.


"Der kleinste Flohmarkt der Welt"

Wie früher nur mit anderem Zweck

Er hat sie gesehen, wollte sie haben, hat sie gekauft, nach Hause gebracht und hergerichtet. Seit einiger Zeit steht sie nun auf einem eigens dafür betonierten Sockel: Eine Telefonzelle, die aussieht wie das Handy aus der Jugend derer, die heute 35 und älter sein dürften.


Sie war rot lackiert“, erinnert sich Vetri. „Der Besitzer wollte wohl eine englische Telefonzelle daraus machen.“ Dank der sogenannten RAL-Nummer für die Farbe der gelben Telefonzellen, wie sie die „Älteren“ noch kennen und mit viel Arbeitseinsatz sieht sie heute wieder wie neu aus. Statt darin telefonieren zu können, hat sie heute einen anderen Zweck.

So geht es im "Kleinsten Flohmarkt der Welt"

„Der kleinste Flohmarkt der Welt“

Die Telefonzelle, die bei Rolando Vetri vor dem Haus steht ist „Der kleinste Flohmarkt der Welt“. Er hat ihn für seinen Sohn (6) gemacht. Drinnen werden hauptsächlich Sachen von ihm angeboten.Öffnungszeit ist 24/7, also 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Er solle lernen, dass man sich immer wieder von Sachen trennen muss. Außerdem sei es ihm eine ganz besondere Freude, den Sohnemann grinsen zu sehen, breiter als jedes Honigkuchenpferd es jemals zu tun im Stande ist, „wenn er die Kassa aufmacht und sieht, dass was drin ist.“

"Der kleinste Flohmarkt der Welt" steht in einer Telefonzelle. Hier wird bezahlt.

"Strahlende Kinderaugen sind unbezahlbar"

Natürlich sei es ihm bewusst, dass so etwas auch mal ausgenutzt werden kann, so Vetri. Es sei tatsächlich schon mal passiert. „Das sind ganz arme Menschen“, sagt Vetri. Wer meine, er könne mit der Gewissheit einschlafen, einen 6-Jährigen beklaut zu haben, der möge das auch gerne ausprobieren. Verantwortlich für das Angebot sei nämlich einzig und allein der Sohnemann.

In einer Telefonzelle: Wie ein Burgkirchner seinem Sohn Freude schenkt

Es gehe nicht darum, reich zu werden, so Rolando Vetri. Sein Sohnemann solle etwas fürs Leben lernen. „Es gibt eben auch schlechte Menschen.“ Gut: Wenn was fehlt in der Telefonzelle und gleichzeitig so gar nix in der Kassa ist, dann werfe er auch schon mal selber was rein. Das Strahlen in den Augen seines Sohnes sei aber grundsätzlich unbezahlbar.

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