Was die neue Ortsmitte mit sich bringt

Wertvolle Zeugnisse lebendiger Geschichte: Vereinsfahnen müssen umziehen

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Die Fahnen von Burgkirchner Vereinen, die bis dato im Hiermeier-Haus lagern, ziehen ins Rathaus um.
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Burgkirchen an der Alz – Die Ortsmitte wird sich verändern. Ein Wohn- und Geschäftshaus soll errichtet werden und da, wo das Hiermeier-Haus steht, kommt ein Hotel hin. Bevor sich der erste geneigte Reisende dort betten kann, müssen gleich mehrere wertvolle Stücke umziehen.

Es geht um Vereinsfahnen. Sie sind Zeugnis einer lebendigen Ortsgeschichte. Sie sind aus edlem Stoff, haben wunderbare Stickereien und haben teilweise mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel. Die Vereine hegen und pflegen ihre wertvollen Stücke. Manche tun das privat organisiert, andere lagern ihre in einem Raum im Hiermeier-Haus. Da müssen sie demnächst raus.

Rechter Hand das "Hiermeier-Haus". Das kommt weg. Das Hotel geht bis zum Ende der geteerten Fläche, wenn es fertig ist. Vorher ziehen die in einem Raum dort gelagerten Fahnen von Burgkirchner Vereinen ins Rathaus um.

Raus aus dem Hiermeier-Haus

Nachdem bereits im Frühjahr 2015 klar geworden war, dass das Hiermeier-Haus auf kurz oder lang angerissen wird, ist eine Diskussion entstanden: Wo sollen die Fahnen hin? Zwei Möglichkeiten waren damals im Gespräch.

  • Die Fahnen kommen ins Bürgerzentrum: In entsprechenden Schaukästen sollten sie dort für jeden Besucher Zeugnis der lebendigen Ortsgeschichten sein. Werden sie für entsprechende Veranstaltungen wie Umzüge oder Fahnenweihen gebraucht, holen sie die Vereinsmitglieder. Jeder Verein hat einen eigenen Kasten mit eigenem Schlüssel.
  • Die Fahnen kommen in einen Nebenraum der Pius Kirche am Max-Planck-Platz, nur wenige Meter vom noch stehenden Hiermeier-Haus: Nur Vereinsmitglieder haben zu diesem Raum Zugang.
"Die Fahnen von Burgkirchner Vereinen kommen ins Bürgerzentrum." Das war ein Plan nachdem feststand, dass das Hiermeier-Haus auf kurz oder lang abgerissen wird.

Es ist viel diskutiert worden auf den entsprechenden Vereinssitzungen. Vor- und Nachteile, Alternativen und deren Umsetzbarkeit – irgendwie wollte keiner der beiden Vorschläge passen, so schien es.

  • Der Eingangsbereich im Bürgerzentrum stelle ein Sicherheitsrisiko dar
  • und bei der Kirche wisse man nicht, ob Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit den Fahnen vielleicht schaden könnten. Schließlich gehe es um wertvolle Stücke.

Eine Alternative, die nicht alle gut finden

Selbst eine kleine Reparatur gehe schnell ins Geld. Geld, das freilich jeder Verein gerne für andere Dinge ausgibt und überhaupt: Diese Fahnen seien Zeugnis einer lebendigen Ortsgeschichte sowie einer in vielen Fällen jahrzehntelanger Vereinstradition. Es gibt Vereine, die haben ihre Fahne anderweitig untergebracht.

Die Fahne des GTEV Burgkirchen an der Alz lagert im eigenen Trachtenheim. (Archiv Raphael Weiß)

Darin sehen andere ein Problem: Wird die Fahne für einen entsprechend festlichen Einsatz gebraucht, kann es aus verschiedensten Gründen (Beispiel: Krankheit oder Urlaub des Kameraden, bei dem sie lagert) so sein, dass sie nicht verfügbar ist. Auf emotionaler Ebene auch verständlich: Eine Vereinsfahne ist üblicherweise Vereinseigentum. Sie irgendwo privat zu lagern widerspricht dem „Wir-Gefühl“.

Umzug ins Rathaus

Wie Johann Krichenbauer, Erster Bürgermeister der Alzgemeinde auf Nachfrage von innsalzach24.de erklärt, werden die Fahnen aus dem Raum im Hiermeier-Haus ins Rathaus umziehen. Dafür werde ein eigener Raum eingerichtet mit passenden Schränken. Dieser Raum wird nur für die Mitglieder der Vereine zugänglich sein, die ihre Fahne dort lagern wollen.

Das Rathaus in Burgkirchen: Nebendran die Pius-Kirche und dreht man sich um, wird dort laut Plan demnächst ein Hotel gebaut.

Lesen Sie zur neuen Ortsmitte in Burgkirchen auch:

Wohn- und Geschäftshaus sowie Hotel: Burgkirchen wird sich verändern.

Neue Ortsmitte: Nicht ohne Änderung des Bebauungsplans.

Hotel inklusive: Die Ortsmitte soll ein neues Gesicht bekommen.

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