FDP-Kreisverband meets Bürgermeister Krichenbauer

Quo vadis Burgkirchen?

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FDP-Kreisverband meets Bürgermeister Johann Krichenbauer: Krichenbauer links und Konrad Kammergruber rechts
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Burgkirchen - Ein spannender Diskussions-Abend. Wie sich Burgkirchen entwickelt hat und wie es nach Meinung von Bürgermeister Krichenbauer weiter geht:

Der FDP-Kreisverband Altötting will es ganz genau wissen : „Der Diskussion um Vision und Zukunft von Burgkirchen stellt sich derjenige, der (…) Verantwortung dafür trägt“, steht in der Einladung zur Liberalen-Runde am Montagabend im Bürgerzentrum mit Johann Krichenbauer (Freie Wähler). Der ließ sich nicht lumpen, referierte über seine Zukunftsvision der Alzgemeinde und stellte sich den anschließenden Fragen. 

Mal geht es runter und dann wieder rauf

„Nach langen Jahren der Konsolidierung scheint es mit Burgkirchen wieder aufwärts zu gehen“. Damit eröffnete der FDP-Kreisvorsitzende Konrad Kammergruber den Abend. „Wir interessieren uns dafür“. Tatsächlich kommt dieses Interesse nicht von ungefähr. Zwei Kommunalpolitiker des FDP-Kreisverbands Altötting sitzen im Kreistag. „Wir wollen uns um die Gemeinden kümmern“, sagt Kammergruber auch vor einem besonderen Hintergrund: Bei der letzten Bundestagswahl holte die FDP in Burgkirchen 12% der Stimmen. Das ist insofern interessant, weil die Alz-Gemeinde für den Hohen Anteil an Bürgern mit Migrations-Hintergrund bekannt ist, um nur ein Beispiel zu nennen.

Krichenbauer: „Da komme ich an der Geschichte nicht vorbei“

In seinem Referat über seine Vision von Burgkirchens Zukunft beleuchtete im Anschluss Bürgermeister Krichenbauer ausführlich die Vergangenheit. Um Burgkirchen zu verstehen, komme man daran nicht vorbei: Bis 1954/55 war Burgkirchen einfach nur ein kleines Dorf. Heute ist es mit rund 10.200 Einwohnern die drittgrößte und von der Fläche her die zweitgrößte Gemeinde im Landkreis Altötting. Maßgeblich verantwortlich dafür ist das Werk Gendorf mit seiner Geschichte, insbesondere seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

Krichenbauer: „Wir haben heute immer noch ein Identitätsproblem“

Viele Besucher waren es nicht. Rund 20 fanden den Weg in das Bürgerzentrum Burgkirchen zum Diskussions-Abend

Was war passiert? Das Werk Gendorf – damals noch unter dem Namen „Anorgana“ bekannt – musste aufgebaut werden. Viele Heimatvertriebene kamen nach dem Zweiten Weltkrieg nach Burgkirchen und haben nach der Übernahme der „Anorgana“ durch den Hoechst-Konzern dort Arbeit gefunden, sich schließlich in Burgkirchen niedergelassen. In den 60ern kamen die Gastarbeiter dazu. Heute verzeichnet Burgkirchen einen Anteil von 30% Menschen mit Migrationshintergrund. Eine Gemeinde mit Identität über Hunderte von Jahren gewachsen - wie etwa Altötting oder Burghausen - ist die Alz-Gemeinde nicht. „Das ist das Problem“.

Es kann immer mal was passieren!

Aber gerade weil es wieder aufwärts geht, würden sie vom FDP-Kreisverband liberale Züge darin erkennen, was da gerade mit Burgkirchen passiert, so Konrad Kammergruber. Sich nicht immer auf andere verlassen, Lösungen finden und die Dinge selbst anpacken. Das seien auch die Leitgedanken der FDP. Freilich, es gehe mal runter aber eben dann auch wieder rauf. „Wir sind heute gut aufgestellt“, sagt Krichenbauer, „aber vor Gewerbesteuerausfällen sind wir natürlich nie gefeit“.

Krichenbauer: „Der Chemiepark ist unsere Lebensader“

Johann Krichenbauer (Freie Wähler) und Diskussionsleiter Konrad Kammergruber (FDP) während des Diskussionsabends im Bürgerzentrum Burgkirchen

Um dem Unvorhersehbaren die Stirn zu bieten, wird gerade in punkto Gewerbe und Flächen für die Industrie viel getan in Burgkirchen. „Investitionen von Großkonzernen kann ich nur nach Burgkirchen holen, wenn ich schneller und besser bin“, sagt der Rathauschef. Vorausschauende Grundstücksankäufe, Bebauungspläne, Gewerbegebietausweisungen – „nur so haben wir eine Chance!“ So seien die fünf weiteren Rangiergleise am Chemiepark schon unter Dach und Fach ebenso wie 9 Hektar Industriefläche in Richtung Burghausen.

Wer bremst, verliert!

Das Bürgerzentrum in Burgkirchen.

Natürlich sei nicht alles immer toll, so Krichenbauer, „auch in Burgkirchen nicht“. Vieles davon schiebt der Erste Bürgermeister der Alz-Gemeinde an die Adresse des Landrats weiter. „Da muss ich erst durch die Presse erfahren, dass die Wirtschaftsschule geschlossen wird“, sagt er. Dabei habe man in Burgkirchen viel Geld dafür investiert. „Für solche Ignoranz kann ich nichts“, erklärt der Rathauschef. Die Kreis-FDP sehe das ähnlich, so Kammergruber als Antwort darauf. Es sei definitiv an der Zeit, neue Wege der Zusammenarbeit zu finden, ausgetretene Pfade zu verlassen. Eine „Wir schaffen das“-Stimmung auf liberale Art also, die an diesem Abend im Raum zu spüren war.

Große Sorge!

„Meine größte politische Sorge in diesen Tagen ist die schweigende Masse“, erklärt Krichenbauer. Er wünsche sich dringend mehr Wahlbeteiligung. „In der Kommunalpolitik kommt es nicht auf die Partei an, sondern darum, was gut für uns alle ist“. Auch hier verweist Krichenbauer auf den Landrat und die aus seiner Sicht teilweise verfehlte Kreispolitik, wie grundsätzliche Mängel in der Diskussionskultur.„Ich werde nicht müde, immer wieder das Wort zu erheben“.

Die einzelnen Details, wie etwa das Thema Migration in Burgkirchen oder die Umfahrung Burghausen, beleuchten wir demnächst hier auf innsalzach24.de!

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