Wirtschaftsschule soll vierstufig werden

"Das ist von existenzieller Wichtigkeit"

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Altötting/Burgkirchen - Noch ist sie eine Versuchsschule, doch schon bald soll die Wirtschaftsschule auf eigenen Beinen stehen. Zu diesem Zweck soll sie vierstufig werden.

Der Bayerische Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle hat der in Burgkirchen ansässigen Staatlichen Wirtschaftsschule Altötting eine dauerhafte Bestandsgarantie ausgesprochen. Für Carlo Dirschedl, Leiter der Altöttinger Berufsschule, die für den Inhalt der Lehre an der Wirtschaftsschule zuständig ist, ist dies zwar ein positives Signal. Dauerhaft gesichert sei die Zukunft der Wirtschaftsschule deshalb aber noch lange nicht.

Wichtig sei, dass an der Wirtschaftsschule dauerhaft mindestens 16 Schüler die einzelnen Jahrgangsstufen besuchen. "Das ist von existenzieller Wichtigkeit", so Dirschedl. Im Moment ist die 16 Schüler-Vorgabe in der 8. und 10. Klasse erfüllt, die 9. Klasse besuchen aber nur elf Schüler. Wie Dirschedl erläutert, sei dies in Ordnung, weil die Schule im Moment noch eine Versuchsschule ist. Langfristig müsse man aber über die 16 Schüler-Marke kommen.

20 Schüler pro Jahrgang sind das Ziel

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Den großen Durchbruch erhofft sich der Berufsschulleiter von der Einführung einer vierten Jahrgansstufe. Dann könnten schon zur siebten Klasse Kinder auf die Wirtschaftsschule wechseln. Die vier- und die zweijährige Wirtschaftsschule seien schließlich auch die Regelformen. "Mühldorf und viele andere Wirtschaftsschulen in Bayern sind vierjährig", so Dirschedl. "Die dreijährige Wirtschaftsschule stammt aus einer Zeit, als es nur die Hauptschule in der klassischen Form gab." Inzwischen habe es aber viele Modifikationen, wie etwa den M-Zug, gegeben. Heute stehe man in der 6. Klasse der Mittelschule vor der Entscheidung, ob man den Mittlere-Reife-Zweig belegen möchte.

In der 7. Klasse steht dann gleich die nächste Entscheidung an, nämlich ob man auf die Wirtschaftsschule wechseln möchte. "Diese Entscheidung wird manchmal getroffen, aber nicht besonders oft", so der Berufsschulleiter. Hätte die Wirtschaftsschule Altötting eine vierte Jahrgangsstufe, könnten die Mittelschüler schon nach der 6. Klasse auf die Wirtschaftsschule wechseln, müssten sich also nur einmal entscheiden. "Daraus erhoffen wir uns, dass wir die Schülerzahl 20 knacken", sagt Dirschedl.

Für Dirschedl schwächt die dreijährige Form schlicht die Wettbewerbssituation der Wirtschaftsschule Altötting. Viele Mittelschüler würden sich bereits nach der 6. Klasse für die Wirtschaftsschule entscheiden - und zur siebten Klasse auf die vierstufige Wirtschaftsschule in Mühldorf wechseln.

"Das Ministerium hat die dreijährige Form diktiert"

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Warum es bislang an der Wirtschaftsschule nur drei Jahrgangstufen gibt, hat einen einfachen Grund. Die Vorgaben des Kultusministeriums haben nichts anderes zugelassen. "Wir haben die dreijährige Form vom Ministerium diktiert bekommen", so der Berufsschulleiter. Die Zustimmung für die Gründung der Wirtschaftsschule vor vier Jahren sei an die Bedingung geknüpft gewesen, die dreijährige Form zu wählen.

Bereits ab dem Schuljahr 2015/2016 soll an der Wirtschaftsschule Altötting die siebte Jahrgangsstufe angeboten werden - sofern die finanziellen Mittel da sind. Man benötige zusätzlich 1,2 Lehrerstellen, also 30 Stunden, rechnet Dirschedl vor. Die Signale aus München stimmen Dirschedl zuversichtlich, dass die Wirtschaftsschule die zusätzlichen Mittel erhält. Wie der Alt-Neuöttinger Anzeiger berichtet, hat die Altöttinger Landtagsabgeordnete Ingrid Heckner erklärt, dass im kommenden Doppelhaushalt des Freistaats ab 2015 Mittel für die Vierstufigkeit der Wirtschaftsschule Altötting bereitgestellt würden.

Standortwechsel nicht ausgeschlossen

Falls auch die Einführung einer vierten Jahrgangsstufe nicht den erforderlichen Schülerzuwachs bewirkt, hält Dirschedl einen Standortwechsel nicht für ausgeschlossen. Die Wirtschaftsschule ist im Moment bei der Mittelschule Burgkirchen angesiedelt, auch die Lehrkräfte werden von dort abgeordnet. Dirschedl lobt die Zusammenarbeit mit der Mittelschule, außerdem profitierte man von der ganzen Logistik, so der Berufsschulleiter. Andererseits sollte eine Wirtschaftsschule den gesamten Landkreis abdecken. Die Mittelschule alleine reiche jedenfalls nicht, um die Wirtschaftsschule zu speisen, findet Dirschedl.

Gegenwärtig kommen dem Berufsschulleiter zufolge nur 20 bis 30 Prozent der Wirtschaftsschüler von der Mittelschule Burgkirchen. "Wir werden alles dafür tun, dass es auch in zehn Jahren eine Wirtschaftsschule geben wird", so Dirschedl. "Nur an welchem Standort, kann ich nicht sagen."

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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