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Reanimation erfolglos

Schlittenfahrer verunglückt tödlich an der Kampenwand

Schlittenfahrer verunglückt tödlich an der Kampenwand

Burgkirchener Seniorenheim nach Corona-Ausbruch am Limit

29 Mitarbeiter noch immer isoliert - „Wir hoffen auf die Quarantäne-Rückkehrer“

Frontansicht des St. Rupert Wohnheims in Burgkirchen an der Alz.
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Frontansicht des St. Rupert Wohnheims in Burgkirchen.

Der Covid-Ausbruch in einem Seniorenheim mit zwei Todesfällen hat für Aufsehen in der Region Burghausen-Burgkirchen gesorgt. Obwohl die Impfquote bei über 90 Prozent bei Mitarbeitern und Bewohnern liegt, kam es im Januar 2022 zu einer Covid-Ketten-Infektion. Die Caritas Passau als Betreiber geht offen mit der Situation um und beschreibt detailliert, wie es nun weitergeht.

Burgkirchen - „Wir hoffen, dass einige unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bald aus der häuslichen Quarantäne zurückkehren, um die Personalsituation zu entschärfen. Und natürlich sind wir auf der Suche nach Fachkräften im Pflegebereich“, erklärt Caritas-Pressesprecher Wolfgang Duschl auf Anfrage von innsalzach24.de.

Pflegenotstand weiterhin dramatisch - 29 Mitarbeitende in Quarantäne

Diese Information bestätigt den allgemeinen Trend zum wachsenden Pflegepersonal-Notstand in der Branche. Dieser wird durch die Maßnahmen und Folgewirkungen der Corona-Pandemie weiter verschärft. Allein 29 positiv getestete Mitarbeitende sind im betroffenen Heim in Burgkirchen aktuell in Quarantäne. 21 Bewohner sind ebenfalls infiziert, teilt die Caritas Abteilungsleiterin Altenhilfe, Heidi Brem mit.

Laut Wolfgang Duschl waren die „beiden mit Covid-19-Infektion verstorbenen Bewohner hochbetagt. Sie wurden mit schweren Vorerkrankungen bereits palliativ versorgt“.

Der jüngste Covid-19-Ausbruch im Pflegeheim St. Rupert in Burgkirchen war für die Bevölkerung der Region, die Angehörigen der Bewohner und für alle Beteiligten ein Schock. innsalzach24.de berichtete am Freitag (14. Januar) ausführlich über den Vorfall und seine Begleiterscheinungen.

Im Seniorenheim laufen aktuell die „Aufräumarbeiten“ nach dem Ausbruch - und es wird das Verfahren abgewickelt, das gemäß Anordnung praktisch aller Gesundheitsämter in Bayern identisch ist:

Stellungnahme des Landratsamts Altötting im Wortlaut:

Im Rahmen eines SARS-CoV-2-Ausbruchsgeschehens in einem Seniorenheim des Landkreises werden die positiv getesteten Bewohner und Mitarbeiter gemäß den aktuellen rechtlichen Vorgaben unverzüglich isoliert. Parallel dazu erfolgt die Ermittlung von engen Kontaktpersonen unter Bewohnern und Mitarbeitern sowie deren Absonderung, falls diese nicht geimpft sind.

Zur Verifizierung des Umfangs / der Größe des Ausbruchsgeschehens und zur Detektion asymptomatischer Virusträger werden Reihentestungen von Bewohnern und Mitarbeitern veranlasst. Zudem wird die Einrichtung zur korrekten Umsetzung von Hygienevorgaben, wie z.B. der Bildung von Pandemiezonen, beraten. Im Einzelfall und insbesondere bei größeren Ausbruchsgeschehen schließen sich Begehungen der Einrichtung an.

Gerade die Palliativbetreuung im Seniorenheim erfordert hohes Einfühlungsvermögen und verlangt den Pflegekräften viel ab.

Gesundheitsamt im Landratsamt Altötting

Duschl: „Alle mit Covid-19 infizierten Bewohner sind in besonderen Bereichen des Seniorenheims abgesondert. Personal wird umgeschichtet. Alle Personen, die im Heim in anderen Funktionen tätig sind, versuchen nach Kräften, bei der Pflegetätigkeit mitzuhelfen.“ Sogar acht Bundeswehrsoldaten helfen seit Dienstag (11. Januar) in Küche, Wäscherei und Haustechnik aus und entlasten die Pflegekräfte.

Überalterung der Gesellschaft unübersehbar

Trotz der schwierigen Situation in der Pandemie ist es laut Duschl „unsere Aufgabe, diese Menschen auf dem schweren Weg am Lebensende beizustehen und sie zu begleiten.“ Die Betreibergesellschaft Caritas ist eine Organisation der Katholischen Kirche. Die demographische Entwicklung sei „an den Auslastungen der Seniorenheime erkennbar. Unsere Gesellschaft wird älter, viele Menschen brauchen professionelle Betreuung, wenn sie pflegebedürftig werden.“

An den anderen Standorten des Caritasverbands für die Diözese Passau e.V. - in Zwiesel, Passau, Hauzenberg und Freyung - gibt es laut Duschl „aktuell kein Covid-Ausbruchsgeschehen“. Es gibt keine Betretungsverbote und auch das St. Rupert Heim in Burgkirchen ist nicht offiziell isoliert. „Allerdings gilt, wie überall in den Seniorenheimen, ein Corona-bedingtes Besuchsverbot“, so Duschl.

Erwartete Impfpflicht mit unklaren Konsequenzen

Der Pressesprecher kann aktuell „nicht genau beurteilen, welche Auswirkungen eine Impfpflicht ab 15. März 2022 auf die Personalsituation hat“. Die Impfquote sei in Burgkirchen insgesamt „sehr hoch“. Sowohl bei Bewohnern als auch Mitarbeitenden betrage sie über 90 Prozent. Allgemein wird erwartet, dass sich viele Pflegeeinrichtungen die Covid-Impfung bei allen Mitarbeiter(-inne)n einfordern werden.

„Wir weisen auf die Impfung hin. Bei Neueinstellungen werden wir sicherlich den Impfstatus prüfen“, so Duschl. Von Protest-Aktionen ungeimpfter Mitarbeiter wisse er nichts.

„Wir hoffen alle auf Erleichterung“

In allen Pflegeheimen werden Personal und Bewohner routinemäßig täglich per Schnelltest auf eine mögliche Covid-Infektion getestet. Im Rahmen des Ausbruchs in Burgkirchen wurden PCR-Reihentestungen vom Gesundheitsamt im Kreis Altötting angeordnet. „Wir hoffen alle auf Erleichterung“, so Wolfgang Duschl.

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