30 Millionen für die Modernisierung des Kraftwerks

InfraServ Gendorf: "Wir operieren am offenen Herzen"

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Mehr Effizienz und weniger Emission - Das lässt sich die InfraServ was kosten.
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Burgkirchen - Maximale Effizienz bei minimaler Emission. So lässt sich beschreiben, woran die InfraServ Gendorf seit rund zweieinhalb Jahren arbeitet: Es geht um das Kraftwerk und um eine „OP am offenen Herzen“.

Die Industriebetriebe im Chemiepark Gendorf brauchen vor allem eines: Strom. Dampf, Sauerstoff und Druckluft dürfen auch nicht fehlen und alles zusammen aber bitte zu rentablen Preisen. Um diese Anforderungen nachhaltig auch in Zukunft erfüllen zu können und dabei eingesetzte Energie maximal zu nutzen, die Emissionen aber so niedrig wie möglich zu halten, hat die InfraServ Gendorf (ISG) ein Mammutprojekt aufgelegt mit einer bisher in Gendorf nie dagewesenen Investitionssumme von rund 30 Millionen Euro: Das Kraftwerk wird modernisiert.

Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick

  • Neuanschaffung der Gasturbine 
  • Modernisierung des Abhitzekessels 
  • Installation einer neuen Dampfturbine 
  • Bau einer neuen Messwarte

Zauberwort Kraft-Wärme-Kopplung

Die neue Gasturbine SGT-800 im Kraftwerk der ISG 

Die Kraft-Wärme-Kopplung erlaubt es, Energie und Wärme bei deutlich geringerem Brennstoffbedarf bereit zu stellen. Soll heißen: Die Gasturbine treibt einen Generator an. Der erzeugt Strom. Die durch die Verbrennung entstehende Wärme wird als Prozesswärme genutzt, um schließlich in einer Dampfturbine noch einmal Strom zu erzeugen. Klingt einfach, ist es aber nicht;zumindest nicht, wenn der Betrieb wie im Kraftwerk in Gendorf nicht einfach mal so still stehen kann, weil man grad eine neue Gasturbine einbaut.

"OP am offenen Herzen"

Anfang August wurde sie angeliefert, die neue Gasturbine mit dem Namen SGT-800. „Damit begann eine besonders arbeitsintensive Zeit für die beteiligten ISG-Geschäftsbereiche Ver- und Entsorgung, Engineering und InfraServ Gendorf Technik“, erklärt die Pressestelle der ISG. Die besondere Herausforderung für das siebenköpfige Kernprojektteam habe darin bestanden, die Gasturbine bei laufendem Betrieb zu ersetzen und die Unternehmen im Chemiepark weiterhin störungsfrei mit Strom und Dampf zu beliefern. „Es war ein straffer Zeitplan, denn wir operieren quasi am offenen Herzen. Aber letztlich ist es uns gelungen, die festgesetzten Termine trotz aller Komplexität einzuhalten“, schildert Albert Schauer, Leiter Kraftwerk bei InfraServ Gendorf.

InfraServ Gendorf: "Wir operieren am offenen Herzen"

Die alte Messwarte im Kraftwerk der ISG

Erste Testläufe habe die SGT-800 bereits erfolgreich absolviert. Demnächst folge die heiße Testphase. Noch vor Jahresende soll sie voll in Betrieb gehen. Die bisherige Turbine bleibt laut Plan als Backup erhalten. Nicht genug des schwierigen Unterfangens, wartet im ersten Quartal 2017 schon die nächste knifflige Aufgabe auf das Kernprojektteam und alle Beteiligten: Die Installation der neuen Dampfturbine. Problem: Sie wird in einen bestehenden Bau eingebracht. Statiker mussten her wie überhaupt im Rahmen des gesamten Projektes immer erst festgestellt werden musste: „Geht das so überhaupt?“ oder wie beispielsweise im Detail: „Können wir hier noch eine zusätzliche Rohrleitung verbauen?“.

Netter Nebeneffekt

Hier entsteht die neue Messwarte

Spannend wird auch die Inbetriebnahme der neuen Messwarte. Die Entscheidung sei schnell gefallen, sie in einem Gebäude außerhalb der Bestandsbauten unterzubringen. Der Grund leuchtet ein: Mitarbeiter in der Messwarte müssen bisher noch viele Industrietreppen steigen bis zu ihrem Arbeitsplatz. Trotz aller Sicherheitsvorschriften berge dieser Umstand dennoch Gefahren-Potential der menschlichen Art. Ebenerdig könne man nur schwer stolpern und sich dabei verletzen.

Bitte um Verständnis

Im Zuge der Modernisierung des Kraftwerks bittet die InfraServ um Verständnis. In unregelmäßigen Abständen könne es zu einer erhöhten Geräusch- und gegebenenfalls auch Dampfentwicklung im südlichen Teil des Chemieparks kommen. Detaillierte Informationen sollen im jeweiligen Fall folgen.

rw

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