Kapelle am Kreuzweg seit Silvester beschädigt

Maiandacht vor einer beschädigten Kapelle?

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Die Kobler-Kapelle am Rothäuslweg im Burgkirchner Ortsteil Hirten wurde Silvester beschädigt. Bis heute hat sie Eigentümer Konrad Kobler nicht reparieren lassen - aus Ärger darüber, dass sie bereits zum fünften Mal Opfer von Zerstörungswut geworden war.
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Burgkirchen - Konrad Kobler hat genug: Die zum x-ten Mal beschädigte Kapelle am Kreuzweg will er nicht wieder herrichten. Doch der Druck auf den 67-Jährigen nimmt zu.

Immer wieder war die kleine Kobler-Kapelle am Rothäuslweg in Burgkirchen mutwillig beschädigt worden, immer wieder hatte sie Eigentümer Konrad Kobler reparieren lassen. Sogar Panzerglas hatte er einmal einbauen lassen, doch Unbekannte brachten das Kunststück fertig, solange darauf einzuhämmern, bis sich selbst darin ein Loch befand. Nun aber hat Konrad Kobler genug. Silvester, also vor rund vier Monaten, wurde die Kapelle erneut beschädigt, doch Kobler denkt nicht daran, sie wieder herzurichten.

"Ich mache nichts, weil ich nicht narrisch bin"

Der Holzrahmen des Schaufensters der Kapelle ist zerbrochen.

"Mittlerweile kriege ich langsam Druck", erzählt Kobler unserer Redaktion. Vor allem der liturgische Kalender wird dabei zu einer Prüfung für den 67-Jährigen. "Der Frauenbund will an der Kapelle eine Maiandacht abhalten", erzählt Kobler. Die Maiandacht stehe sogar schon im Kirchenanzeiger drin. Maiandachten vor einer beschädigten Kapelle mit eingedrücktem Fensterrahmen, verrußter Rückseite - und ohne Madonnenfigur? Eigentlich kaum vorstellbar, doch Kobler möchte standhaft bleiben. "Ich mache nichts, weil ich nicht narrisch bin."

Frauenbund zeigt Verständnis für Kobler

Wie der katholische Frauenbund Margarethenberg auf Anfrage unserer Redaktion erklärte, habe man den Termin für die Maiandacht schon letztes Jahr festgelegt, also bevor die Kapelle beschädigt wurde. "Es wäre schön, wenn sie wieder hergerichtet wird, aber wenn Herr Kobler das so haben will, muss man es akzeptieren", heißt es seitens des Frauenbundes. Angesichts der wiederholten Beschädigung der Kapelle zeigt der Frauenbund durchaus Verständnis für die Haltung des 67-Jährigen: "Da fragt man sich schon, ob es einen Sinn hat, die Kapelle zu reparieren."

Bei der Maiandacht, die der Frauenbund gemeinsam mit dem Kindergarten abhalten wird, soll die Kapelle mit einer Blumenvase oder einer von zu Hause mitgebrachten Marienfigur verschönert werden.

Kobler wollte die Kapelle schon verschenken

Reparaturkosten in Höhe von inzwischen einigen hundert Euro und mehrere kaputte Madonnenfiguren auf dem Speicher - eine davon stammte sogar von Koblers Großmutter - sind dem 67-Jährigen eine Mahnung, die Kapelle nicht wieder zu reparieren. Am liebsten würde er sie der Nothelferbruderschaft Margarethenberg übergeben. "Ich wollte sie ihnen schon einmal schenken. 'Dann könnt ihr damit machen, was ihr wollt', habe ich gesagt", so Kobler. Doch die Nothelferbruderschaft habe selbst gesehen, dass die Kapelle immer wieder kaputt gemacht werde.

Kobler wäre aber auch zu einem Kompromiss bereit. Vorstellen könnte er sich, dass er sich die Kosten für die Reparatur mit jemandem teilt, beispielsweise mit der Gemeinde. "Die Gemeinde hat sich schon bei anderen Kapelle beteiligt", so Kobler.

Die Kapelle unmittelbar nach der Tat:

Kapelle in Hirten mutwillig beschädigt

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