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Burgkirchener Heim erneut im Fokus

Feuerwehr und THW im Corona-Einsatz: Mit vereinten Kräften für gebeutelte Heim-Bewohner

THW-Mitarbeiter in Schutzkleidung halfen den Burgkirchen Bewohnern beim Umzug.
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Wie Raumanzüge: THW-Mitarbeiter in Schutzkleidung halfen den Bewohnern beim Umzug.

Nach dem Corona-Ausbruch bei Bewohnern und Pflegekräften steht das St. Rupert Heim Burgkirchen erneut im Brennpunkt: In der Nacht von Sonntag (16. Januar) auf Montag mussten zahlreiche Bewohner im Hauruck-Verfahren innerhalb des Hauses umziehen. Das Gesundheitsamt Altötting hatte die Aktion zur sofortigen Umsetzung angeordnet. Die Mitarbeiter von Feuerwehr und THW waren hauptsächlich als Möbelpacker beschäftigt.

Burgkirchen - Die Begründung, warum Covid-19-positiv getestete Bewohnerinnen und Bewohner in der Nacht zum Montag von negativ-getesteten räumlich getrennt werden mussten, klingt zunächst absurd: „Damit ebenfalls Corona-positiv getestete Pflegerinnen und Pfleger mit Ausnahmegenehmigung ausschließlich positiv-getestete Bewohner betreuen können“, so Rainer Hermann vom THW Altötting.

Gemeinsam mit Einsatzkräften vom THW Mühldorf und Simbach am Inn - sowie Feuerwehrleuten aus Garching an der Alz - setzten Hermann und seine Kollegen die Sofort-Verfügung um. Dass positiv-getestete Personen ohne Symptome überhaupt arbeiten dürfen bzw. müssen, gilt als absolut grenzwertig und ist auch unter Experten höchst umstritten.

Frontansicht des St. Rupert Wohnheims in Burgkirchen.

Auslöser der Sofort-Anordnung des Gesundheitsamts ist laut Informationen von innsalzach24.de der akute Personalmangel im St.-Rupert-Heim, der bereits beim jüngsten Corona-Ausbruch (wir berichteten) in Burgkirchen offiziell bestätigt wurde. Deshalb mussten die „gesunden“ negativ-getesteten Bewohner separat in eigene Quarantäne-Räume umziehen. Mit ihrem ganzen Hab und Gut.

Einsatz traf die Bewohner wie aus heiterem Himmel

„Da ist oft eine komplette Einrichtung mit Bett und Schrank aus Privatbesitz im Zimmer des Seniorenheims. Oft besitzen Bewohner im Leben nichts anders mehr als das“, berichtet Hermann. All das wurde mitten in der Nacht rausgerissen. „Es herrschte eine merkwürdige Stimmung vor Ort. Die Bewohner wirkten vollkommen perplex, dass sie plötzlich aus ihren Zimmern mussten. Das Personal stand offenbar kurz vor dem Zusammenbruch“, so Hermann weiter.

Wolfgang Duschl von der Caritas Passau: „Die Einrichtungsleiterin Christine Kaiser, ist mit ihrem Team jetzt dabei die Umzüge organisatorisch aufzuarbeiten. Die Maßnahme war ja vom Gesundheitsamt angeordnet und durchgeführt worden. Leider sind das Haus und das Team, wie Frau Kaiser ja erläutert hat, erst kurz vor den Umzügen informiert worden.“

Kräftezehrend für alle: Zwölf Stunden lang dauerte der Nachteinsatz in Burgkirchen.

Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Garching an der Alz berichtet innsalzach24.de, „dass wir von außen nicht so viel mitbekommen haben, weil wir eher organisiert haben. Ich kann aber versichern, dass alle Einsatzkräfte so behutsam wie möglich vorgegangen sind.“

„48 Einsatzkräfte beendeten erschöpft aber stolz ihren Dienst“

Möbelschleppen stand wohl hauptsächlich auf dem Programm von FFW und THW. Die Feuerwehr lief unter dem Einsatzkommando „UGÖEL“ (Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleiter), die vom Katastrophenschutz unterhalten wird. Die UGÖEL der FFW Garching koordinierte laut eigener Aussage „die Feuerwehr-Einsatzkräfte und war in ständiger Kommunikation mit dem Landratsamt.“

Der Einsatz selbst muss wie ein Katastrophenfall gewirkt haben und hat alle Beteiligten bis zur Erschöpfung gefordert: „Trupps mit Mannstärke 4 in kompletter Schutzkleidung führten jeweils diese Umverlegungen unter Anleitung des Pflegepersonales durch. Helfern. Insgesamt waren 48 Kräfte vom THW im Einsatz. Der Einsatz zog sich bis zum frühen Montagmorgen. Gegen 5.30 Uhr bekamen den Befehl zum Abrücken. Erschöpft aber dennoch stolz beendeten alle Helfer nach Verlasten des Materials ihren Dienst“, so Auszüge aus dem Einsatzbericht des THW Altötting.

Stellungnahme von der Heimleitung und der Caritas Passau

Im Zusammenhang mit dem schweren Corona-Ausbruch im Burgkirchener St. Rupert Heim kam es laut Informationen von innsalzach24.de zu Protesten von Angehörigen einzelner Heimbewohner. Seit 4. Januar 2022 gilt ein strenges Besuchsverbot, wodurch offenbar bei den Betroffenen bzw. Angehörigen die Nerven blank liegen.

„Christine Kaiser, Caritasvorstand Diakon Konrad Niederländer und die Abteilungsleiterin Altenhilfe, Heidi Brem: Mit diesem Schritt solle die Pandemie auch angesichts der sich so schnell ausbreitenden Omikron-Variante eingedämmt, der Schutz der Bewohner/-innen gewährleistet und die Versorgung durch Pflegekräfte sichergestellt werden“, so die offizielle Stellungnahme auf der Website des Seniorenheims Burgkirchen.

-rok-

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