Neue Bufdi-Stelle für die Mittelschule

Schule: Gemeinderat beschließt "Eimer Wasser"

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Burgkirchen - Zur Entlastung der Förderlehrerin soll ein "Bufdi" an die Mittelschule kommen. Nach Ansicht des Gemeinderats kann das aber nur ein erster Schritt sein.

An der Mittelschule Burgkirchen werden derzeit 35 Kinder unterrichtet, die nur sehr schlechte Deutschkenntnisse haben. Für die Förderlehrerin bedeutet dies viel Arbeit - so viel, dass sie nicht mehr in vollem Umfang dazu kommt, die leistungsschwachen Kinder der Schule zu fördern. Beide Tätigkeiten sind wichtig, wie auch Bürgermeister Johann Krichenbauer unterstrich: "Man muss die Schüler (mit schlechten Deutschkenntnissen, Anm. d. Red.) betreuen. Man kann sie nicht einfach in der Klasse sitzen lassen und darauf hoffen, dass sie Deutsch lernen." Zur Entlastung der Förderlehrerin soll deshalb über die Zentralstelle für den Bundesfreiwilligendienst Hilfe beantragt werden.

Zuschuss für Großteil der Kosten

Bei einem sogenannten "Bufdi" handelt es sich um einen jungen Mann oder eine junge Frau, der oder die gegen ein Taschengeld in Höhe von wenigen hundert Euro eine Tätigkeit im Sozialen Bereich übernimmt. Die Kosten für die Gemeinde wären vergleichsweise gering. Es gibt einen Zuschuss vom Bund, außerdem hat die Organisation Welt-Kinder-Lachen bereits eine Bezuschussung in Höhe von 75 Prozent der für die Gemeinde anfallenden Kosten in Aussicht gestellt. Auch in der Grundschule gibt es einen Bedarf. "Wir prüfen derzeit zusammen mit dem Landratsamt die Schaffung einer Sozialarbeiterstelle an der Schule", sagte Krichenbauer.

Während für die Sozialarbeiterstelle also die Prüfungen laufen, hat der Gemeinderat die Bufdi-Stelle in seiner jüngsten Sitzung bereits beschlossen - einstimmig. Allerdings wurde in einer engagierten Debatte deutlich, dass sich die Gemeinderäte bei solchen Aufgaben mehr Unterstützung vom Staat wünschen würden.

"Der Staat lässt die Kommunen gnadenlos im Stich"

Die Schilderungen der Situation an der Grundschule habe ihn nachdenklich gemacht, sagte Gemeinderat Dieter Wüst (Freie Wähler). "Da lässt der Staat die Kommunen gnadenlos im Stich." Eine Einschätzung, die Bürgermeister Krichenbauer teilt: "Der Umgang mit Migranten und Asylbewerbern ist nicht zu Ende gedacht." Der Bund zahle nicht alles. Bei dem, was unten ankomme, "schaut's recht düster aus", so der Bürgermeister.

Martin Knöbl (CSU) lobte, dass man mit dem Budi "auf die Schnelle helfend eingreifen" könne. Die Problematik müsse man aber weiter im Auge behalten. "Dieser Hilfeschrei, eine Bufdi-Stelle zu schaffen, ist die Spitze des Eisbergs", sagte SPD-Gemeinderat und Dritter Bürgermeister Jürgen Bogner. Für Bogner kann der Bufdi nur der erste Schritt sein: "Wenn es brennt, nimmt man den erstbesten Eimer Wasser und schüttet ihn drüber."

Sozialarbeiter? "Nichts übers Knie brechen"

"Diese Probleme mit dem Bufdi zu lösen ist eine charmante Idee, löst das Problem aber nicht an der Wurzel", sagte auch Dr. Michael Gerstorfer (CSU), der erklärte, er wünsche sich darüber hinaus Anregungen und keine "Phrasen".

Krichenbauer wiederum wehrte sich dagegen, dass es nur um Phrasen gehe. Man arbeite konkret daran, einen Sozialarbeiter für die Grundschule zu bekommen. "Aber wir wollen nichts übers Knie brechen." Er halte nichts von Aktionismus, sondern wolle eine langfristige Lösung, so Krichenbauer.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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