Rund 600 Zuschauer im Burgkirchener Chemie-Werk

"Science Slam" in Gendorf: "And the winner is..."

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Der erste "Science Slam" im Werk Gendorf am vergangenen Wochenende. Rund 600 Zuschauer jubelten dabei den sechs Nachwuchswissenschaftlern zu

Burgkirchen an der Alz - Rund 600 Zuschauer folgten dem Wissenschaftswettstreit von sechs Nachwuchswissenschaftlern beim ersten "Science Slam" im Werk Gendorf. Das Rennen machte ein Quantenoptiker:

Wissenschaft und Unterhaltung zu fusionieren – das war das Versprechen, mit dem sechs Naturwissenschaftler – die sogenannten „Slammer“ – auf der Bühne im Betriebsrestaurant des Industrieparks Werk GENDORF angetreten waren. Die Gleichung ging auf: ein bunt gemischtes Publikum ließ sich von den enthusiastischen „Kombattanten“ erklären, mit welchen Tricks man Wärme wie ein Bär speichern kann, entdeckte durchsichtige Nanoteilchen – „sie sind überall“ – und holte sich Tipps zur gelungenen Schaumparty, bevor es am Ende des Abends ab in die Ionenfalle ging.

Moderator Philipp Schrögel, der selbst derzeit in Karlsruhe promoviert, heizte die Zuschauer mit Laola-Wellen an und ließ eine zufällig bestimmte Jury aus dem Publikum Punkte verteilen. Am Ende konnte Quantenoptiker Matthias Mader vom Max-Planck-Institut Garching die Siegestrophäe – einen eigens vergoldeten Erlenmeyerkolben – in den Händen halten.

"Science Slam" - Was ist das überhaupt?

Der erste "Science Slam" im Werk Gendorf am vergangenen Wochenende. Rund 600 Zuschauer jubelten dabei den sechs Nachwuchswissenschaftlern zu

Die Slammer – alles Naturwissenschaftler – bewiesen einiges an Ideenreichtum bei der Themenauswahl: Matthias Beyer, Laborleiter bei der Flint Group Germany aus Karlsruhe, schaffte es, dass sich die Zuhörer am Ende seines Vortrags etwas unter „Biodegradierbaren Hybridpolymeren für die Regenerative Medizin“ vorstellen konnten.

Anastasia August (Fachgebiet Mathematik), Mitarbeiterin in der angewandten Materialforschung am Karlsruher Institut für Technologie, gab Tipps wie man „Wärme speichern wie ein Bär“ kann. Max Dietz (Lebensmittelchemie), Mitarbeiter am Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und molekulare Sensorik der TU München, stellte die Frage: „Was braucht man für eine gelungene Schaumparty?“ und führte sein Ergebnis gleich bei einem Versuch mit Bier vor. Matthias Stahl (Chemie), Doktorand der Biochemie an der TU München, hatte ein Thema, das sich als überhaupt nicht einschläfernd entpuppte: „Wissenschaft am Abend: Ab in die Ionenfalle“.

Matthias Mader (Physik), Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Quantenoptik Garching schaffte es, durchsichtige Nanoteilchen zu detektieren – also quasi „Unsichtbares zu sehen“, so der Titel seines Vortrags. Simon McGowan (Bioverfahrenstechnik), Mitarbeiter am Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB) an der Hochschule Hannover, hatte das zunächst kryptisch anmutende Motto „Pimp my bioplast“ und erklärte darin seine Forschungsergebnisse mit abbaubaren Biokunststoffen.

Dabei schafften alle Wettstreiter den eingangs erwähnten Spagat, ihr Thema für die anwesenden Wissenschafts-Laien verständlich und kurzweilig zugleich aufzubereiten. Daneben war die härteste Herausforderung für die Slammer, innerhalb der vorgegebenen zehn Minuten zu bleiben, die jeder der sechs Brainiacs für seinen Vortrag zur Verfügung hatte. Ein ebenfalls zufällig aus dem Publikum ausgewählter „Zeitnehmer“ achtete jedoch penibel darauf, dass dieses Raum-Zeit-Kontinuum sich nicht beliebig ausweitete.

Veranstalter zieht positives Resümee

Die Veranstalter ziehen ebenfalls ein positives Fazit: „Da das Format des Science Slams hier in der Region noch eher unbekannt war, konnten wir die Resonanz im Vorfeld nur schwer einschätzen“, sagte Dr. Bernhard Langhammer, der als Vertreter des Industrieparks Werk GENDORF und damit sozusagen als „Schirmherr“ die Veranstaltung eröffnete. Umso mehr freue man sich über das ermutigende Feedback – Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

Anlass für die ungewöhnliche Veranstaltung war ein Seminar im Rahmen des Landesentscheids der internationalen Chemie-Olympiade (IChO), die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird: die bayernweit 26 besten der Schülerinnen und Schüler, die sich bereits für die nächste Stufe des Wettbewerbs auf Bundesebene qualifiziert haben, durften zur Vorbereitung drei Tage lang in „professioneller“ Umgebung experimentieren. Das Seminar findet in dreijährigem Wechsel mit den Unternehmen Wacker und AlzChem im Industriepark Werk GENDORF statt. Vielleicht wird sich einer dieser angehenden Nachwuchswissenschaftler in Zukunft auch dem Wettstreit auf der Bühne stellen.

 

Pressemeldung InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG

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