Keine Zukunft für kostspieligen Alzsteg

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Gleich zweimal wurde Burgkirchen im Juni überschwemmt. Nach dem eigentlichen Hochwasser sorgte ein Gewitter binnen weniger Minuten in den Ortsteilen Holzen und Obere Terrasse für Überschwemmungen (Foto).
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Burgkirchen - Hohe Kosten, komplizierte Rechtslage: Der Alzsteg, den das Hochwasser fortgerissen hatte, soll nicht wiederaufgebaut werden.

Im Juni hatten die Fluten des Hochwassers den rund 60 Jahre alten Alzsteg bei Rehdorf, Gemeinde Burgkirchen, fortgerissen. Inzwischen steht fest, dass er nicht mehr aufgebaut werden soll. Die Entscheidung ist wohl endgültig, denn eine Alternative gibt es bereits.

Leidglich wenige hundert Meter entfernt führt eine große Staatsstraßenbrücke über die Alz. Die Gemeinde möchte den Weg dorthin an der Alz entlang freischneiden und zwei Stahltreppen errichten, über die Spaziergänger und Jogger künftig die Brücke erklimmen können.

Wiederaufbau würde bis zu 500.000 Euro kosten

Burgkirchens Bürgermeister Johann Krichenbauer

Die Gründe, die gegen einen Wiederaufbau des Alzstegs sprechen, sind vielfältig. Zum einen wäre ein Wiederaufbau relativ teuer. Wie Bürgermeister Johann Krichenbauer gegenüber innsalzach24 erklärt, müsste der neue Steg hochwassersicher gebaut werden. Die Kosten dafür lägen je nach Ausführung zwischen 350.000 und 500.000 Euro. Stahltreppen hinauf zur Staatsstraßenbrücke seien deshalb eine kostengünstigere Alternative. Auch deshalb hofft die Gemeinde, für den Bau der Treppen einen Zuschuss aus dem Hochwasserhilfsprogramm zu erhalten.

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Auch die Rechtslage würde eine Wiederaufbau - sowie die anschließende Nutzung des Stegs - erschweren.  In den fünfziger Jahren hätten Arbeiter des SKW-Werks den Alzsteg errichtet, erklärt Krichenbauer. "Die Wiesen und Felder, über die man geht, sind im Privateigentum." Die Nutzung des Alzstegs sei all die Jahre von den Grundstückseigentümern nur geduldet worden. "Das war nie geregelt", so der Bürgermeister. Für einen Neubau bräuchte man nun aber freilich die Zustimmung der Grundstückseigentümer, die zudem nach dem Bau theoretisch Fußgängern den Weg zum Alzsteg über ihre Grundstücke verwehren könnten.

Der Einsturz des Alzsteg wurde zufällig auf einem Video festgehalten. Für Bürgermeister Krichenbauer verdeutlichen auch diese Bilder, warum ein neuer Alzsteg hochwassersicher und damit teuer sein müsste. "Da sieht man, welche Kraft da vorhanden ist", so Krichenbauer.

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