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Richter: „Sie wollten an Versicherungsleistungen kommen“

Bauernhofbrände bei Stammham: Alle vier Angeklagten jetzt verurteilt

Foto des Brandes im Januar 2019.
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Foto des Brandes im Januar 2019.

Stammham/Traunstein - Früh vermutete die Polizei Brandstiftung, jetzt steht ein Quartett vor dem Landgericht und muss sich wegen versuchten Versicherungsbetrugs verantworten. Die vier sollen die Bauernhofbrände 2018 und 2019 bei Stammham geplant haben. Am heutigen Montag fällt das Urteil.

Update, 14 Uhr - Bauernhofbrände bei Stammham: Alle vier Angeklagte jetzt verurteilt

Das Urteil zu den beiden Bauerhofbränden bei Stammham im September 2018 und Januar 2019 ist gefallen. Es waren jeweils Brandstiftungen, um an das Geld der Versicherung zu kommen. Die Urteile lauten daher auf versuchten Betrug und Beihilfe zum versuchten Betrug. Weil die Polizei früh von Brandstiftung ausging, zahlten die Versicherungen ohnehin nichts.

„Durch die Brände wollten sich die Angeklagten aus ihrer finanziellen Notlage helfen und so an Versicherungsleistungen zu kommen“, so Erich Fuchs, Vorsitzender Richter am Landgericht Traunstein, in der Urteilsbegründung. Die Hauptangeklagten, ein Ehepaar aus Stammham im Alter von 50 und 46 Jahren, wurde wegen versuchten Betrugs verurteilt. Der Mann, Eigentümer des Bauernhofs, erhält eine Bewährungsstrafe in Höhe von einem Jahr und zehn Monaten und muss 3000 Euro Strafe zahlen. Seine Frau erhält eine Bewährungsstrafe über 16 Monate und muss 1000 Euro zahlen.

Außerdem waren zwei Arbeitskollegen des 50-Jährigen angeklagt. Sie waren eingeweiht, legten die Brände und sollten danach 500 Euro als Belohnung bekommen. Wegen der Beihilfe wurde gegen einen 41-jährigen Braunauer eine 15-monatige Bewährungsstrafe und eine Geldbuße in Höhe von 1000 Euro verhängt. Der vierte Angeklagte, 39 Jahre alt und aus Simbach, sitzt bereits wegen eines anderen Delikts im Gefängnis. Seine Haft wird sich durch die Beihilfe um fünf Monate verlängern. 

Update, 11.01 Uhr - Die Plädoyers sind gehalten

Es geht um versuchten Versicherungsbetrug und alle Prozessbeteiligten sehen die Schuld erwiesen - denn die vier Angeklagten aus Stammham und Umgebung waren allesamt geständig. Aus den Plädoyers, die nun vor dem Traunsteiner Landgericht gehalten wurden, wird ersichtlich, welche Strafen dem Quartett drohen könnten. Das Urteil steht noch aus, wird aber ebenfalls heute fallen.

„Es ist erwiesen, dass Werkstatt, Maschinenhalle und das ehemalige Bürogebäude des Hofs in Brand gesetzt wurden, um Versicherungsleistungen zu beziehen“, so die Staatsanwälting im Plädoyer. „Es war ein Großbrand, die Rettungskräfte waren gebunden und hätten zu keinem anderen Einsatz fahren können. Für die Feuerwehrleute bestanden außerdem Gesundheitsgefahren.“
  
Für die Eheleute fordert die Staatsanwaltschaft zwei Jahre bzw. ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung. Sie sollen außerdem 8000 bzw. 3000 Euro bezahlen. Die härtere Strafe solle den 50-jährigen Eigentümer des alten Bauernhofs bei Stammham treffen. Die beiden anderen Männer, 41 Jahre alt und aus Braunau und ein 39-jähriger Simbacher, seien involviert gewesen und hätten die Brände gelegt. Der Braunauer solle eine Bewährungsstrafe in Höhe von einem Jahr und sechs Monaten sowie eine Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro auferlegt bekommen. Für den Simbacher sieht die Staatsanwaltschaft elf Monate Gefängnis als angemessen - es wäre nur eine „Verlängerung“ seiner bisher bestehenden Haftstrafe, die er aktuell gerade wegen eines anderen Delikts verbüßt.

Der Versicherungsbetrug blieb ja im Versuch stecken und nichts wurde ausbezahlt“, argumentiert Anwalt Axel Reiter für den 50-jährigen Angeklagten aus Stammham. Anderthalb Jahre Bewährungsstrafe seien genug. Ein Jahr und drei Monate Bewährung sieht Verteidiger Jörg Zürner als angemessen für die Frau des Stammhamers. „Sie hat bei der Polizei die Mittäter genannt, sonst gäbe es kaum objektive Tatnachweise.“
  
Jene Mittäter, die den Brand legten und später von den Eheleuten mit dreistelligen Summen belohnt werden sollten, müssten aus Sicht ihrer Anwälte ebenfalls mit Bewährungsstrafen davonkommen. Zwölf bis 14 Monate Bewährung für den Braunauer und sieben Monate Bewährung für den Simbacher seien angemessen, so die Verteidiger. Sie seien schließlich „kleine Rädchen“ in den Fällen gewesen. 

Erstmeldung:

Bereits zum Prozessauftakt waren die vier Angeklagten geständig. Ein Ehepaar (50/46) aus Stammham (Landkreis Altötting) wollte ihren Vierseithof niederbrennen lassen, um an eine fünfstellige Summe aus der Brandversicherung zu kommen. Die anderen beiden Angeklagten aus Braunau (41) und Simbach (39) waren behilflich, legten die Brände und sollten dafür jeweils rund 500 Euro bekommen. Die vier Angeklagten sind deshalb wegen versuchten Betrugs angeklagt.

Versicherungsbetrug bei Bränden in Stammham? Heute Urteil am Landgericht

Am heutigen Montag (5. Juli) wird das Landgericht Traunstein sein Urteil fällen, zuvor werden die Plädoyers gehört. Beginn der Verhandlung ist um 9 Uhr. Die Bauernhof-Brände ereigneten sich im September 2018 und Januar 2019 in der Nähe von Stammham. Am 26. September 2018 ist mit Hilfe von Benzin der Dachstuhl des unbewohnten Bauernhofes in Brand gesetzt worden. Laut Staatsanwaltschaft wurde danach eine weitere Brandversicherung abgeschlossenAm 8. Januar 2019 dann der nächste Großeinsatz für die Feuerwehr: diesmal brannte das Wohnhaus des Bauernhofs ab.
innsalzach24.de wird aktuell vom Prozess berichten.

xe

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