Sozialpolitischer Aschermittwoch mit Maget

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von links: Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Altöttings Landrat Erwin Schneider, Alt-Landrat Seban Dönhuber, Vizepräsident des Bayer. Landtags Franz Maget MdL, Altöttings Bürgermeister und AWO-Bezirksvorsitzender Herbert Hofauer, Vorsitzender des AWO-Kreisverbandes Altötting Helmut Häring, Burghausens Erster Bürgermeister Hans Steindl und AWO-Bezirksgeschäftsführer Andras Niedermeier.

Burghausen - Bei der traditionellen Sozialpolitischen Aschermittwoch-Veranstaltung der oberbayerischen AWO hielt Vize-Landtagspräsident Franz Maget (SPD) einen Vortrag.

Bei der traditionellen Sozialpolitischen Aschermittwoch-Veranstaltung der oberbayerischen AWO (Arbeiterwohlfahrt), die im Bürgerhaus der Stadt Burghausen stattfand, sprach Vize-Landtagspräsident Franz Maget vor über 100 Gästen aus Politik, Kommunen, Vertretern anderer Verbände, Partnerfirmen sowie Mitarbeiter und Freunde über die Gefahren einer ungerechten und unsozialen Gesellschaft (den „praktischen Nutzen der sozialen Gerechtigkeit“). Seit 1985 lädt der Sozial-Verband zu dieser Traditionsveranstaltung ein, die zum Nachdenken über aktuelle und künftige Entwicklungen in unserer Gesellschaft anregen und sich bewusst von dem rhetorischen und lauten Schlagabtausch der Aschermittwochs-Kundgebungen in Niederbayern abheben soll.

Die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellen

Die Idee zu einem sozialpolitischen Aschermittwoch der AWO Bezirksverband Oberbayern entspringe dem AWO-Leitbild „Wir sind ein Mitgliederverband, der für eine sozial gerechte Gesellschaft kämpft und politisch Einfluss nimmt“, sagte Herbert Hofauer, Bezirksvorsitzender der oberbayerischen AWO, in seiner Begrüßungsrede. So sei auf der Bundeskonferenz der AWO im November 2012 die Forderung nach einer Finanzpolitik, die den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt, eines der prägendsten Themen der Konferenz gewesen. Denn es sei unabdingbar, dass staatliche Einnahmen durch eine gerechtere Verteilungspolitik in soziale Zukunftsfelder investiert werden, um langfristig teure Folgekosten in den Bereichen Bildung, Alterssicherung, Pflege, Kinder- und Jugendarbeit sowie der Gesundheitspolitik zu vermeiden, so der AWO-Bezirksvorsitzende.

Grußwort von Bezirkstagspräsident Josef Mederer

In seinem Grußwort lobte Bezirkstagspräsident Josef Mederer den Sozialpolitischen Aschermittwoch der AWO, da hier gesellschaftliche Aufgaben im Vordergrund stehen. Mit dem Zitat von Friedrich Schiller „Verbunden werden auch die Schwachen mächtig“ leitete er auf das Thema „Inklusion“ über. „Weg von der Fürsorge zur Teilhabe“ ist eine wichtige Aufgabe und eine große Herausforderung für den Bezirk, die Sozialverbände und die Einrichtungen, die nur gemeinsam zu lösen sei. Hierfür sei mehr Geld notwendig, weshalb die Unterstützung von hilfebedürftigen Menschen sozialpolitisch nicht nach Kassenlage sondern nach Bedürfnissen geregelt werden müsse, sagte der Bezirkstagspräsident.

Landrat Schneider: Bildungssektor muss Werte vermitteln

Altöttings Landrat Erwin Schneider freute sich über die starke Wirtschaftskraft des Landkreises, die von der Stadt Burghausen ausgehe. Für ihn sei aber auch die „soziale Symmetrie“ bedeutend, die es weiterhin im Landkreis Altötting zu bewahren gäbe und in den nächsten Jahren noch weiter ausgebaut werden müsse. Hier sprach er insbesondere den gesamten Bildungsbereich an, der zum „Wertekonzept des Staates“ gehöre und für alle Menschen gleich sein müsse.

Bürgermeister Steindl: Bildungsgerechtigkeit als Zukunftsaufgabe

Burghausens Erster Bürgermeister Hans Steindl erwähnte in seinem Grußwort die vielen kommunalpolitischen Aufgaben in Burghausen zum Thema soziale Gerechtigkeit und erinnerte an die Anfangszeiten der Pflegeausbildung in der Hans-Weinberger-Akademie, die insbesondere von dem damaligen Landrat Seban Dönhuber unterstützt wurde. Er ging auf den Neubau des AWO-Zentrum „Georg-Schenk-Haus“ ein, dessen Kosten in Höhe von 12 Mio. € von der oberbayerischen AWO getragen wurden und in dem auch an Demenz erkrankte Menschen gepflegt werden können.

Den Bildungsbereich sieht Steindl als ein wichtiges Feld für die Wohlfahrtsverbände und die Bildungsgerechtigkeit sei eine der wichtigsten Zukunftsausgaben für Bayern und den Bund. Hohe Anerkennung zollte Bürgermeister Steindl der AWO-Ortsvereinsvorsitzenden und Stadträtin Fini Neumayer für ihr 30-jähriges Engagement. Er nannte nur einige der umfangreichen gesellschaftspolitischen Aktivitäten des Burghauseners Ortsvereins, wie die Tafel, die Bürgerinsel und das Mittagessen für Bedürftige.

AWO-Kreisvorsitzender Helmut Häring stellte die Leistungen der Altöttinger AWO mit seinen 12 aktiven Ortsvereinen und 2.300 Mitgliedern vor, zu denen auch 5 Wohlfahrtsläden für Bedürftige im Landkreis gehören, die gemeinsam von der AWO und dem BRK betreut werden. Seit 2008 gäbe es auch das AWO- Mehrgenerationenhaus in der Hillmannstraße, in dem beispielsweise zahlreiche Frauen mit wenig Deutschkenntnissen erfolgreich an Deutschkursen teilnehmen konnten.

Vortrag von Franz Maget

Nach den Grußworten stand der einstündige Vortrag „Vom praktischen Nutzen der sozialen Gerechtigkeit“ von Franz-Maget, im Mittelpunkt der Veranstaltung. Er ist Vize-Präsident des Bayerischen Landtags und seit Anfang der 90er Jahre Experte insbesondere für die Themen Soziales, Familien und Gesundheitspolitik.

Pressemitteilung Regina Besch/AWO Bezirksverband Oberbayern

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