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Hilfsaktion für Ukraine-Flüchtlinge

Rumänien-Hilfe Emmerting bringt tonnenweise Hilfsgüter an die Grenze

Mit Stand heute sollen 1,25 Millionen Flüchtlinge die Ukraine verlassen haben.
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Flüchtlinge an der ukrainisch-rumänischen Grenze.

Seit 32 Jahren liefert der Emmertinger Raimund Said Hilfsgüter nach Rumänien. Am 5. März ging es für den 72-Jährigen wieder los: Allein fährt er mit einem 3,5-Tonner voller Hilfsgüter an die ukrainische Grenze. Ein anderer Lkw mit Spenden ist seit dem 3. März unterwegs, und im Lager ist genug Material für zwei weitere 40-Tonner.

Emmerting – Raimund Said ist erfahren, wenn es um die Lieferung von Hilfsgütern nach Rumänien geht. Seit 32 Jahren hilft er Menschen in Rumänien, sammelt Sach- und Geldspenden und liefert diese an Heime, Kinder und Bedürftige in Rumänien. Jetzt bricht der 72-Jährige erneut zu einer Fahrt nach Rumänien auf: Allein fährt er mit einem 3,5-Tonner nach Maramures, an die rumänisch-ukrainische Grenze.

Für die 15-stündige Fahrt braucht er nur eine Pause um zu Tanken, und auch an der ungarischen Grenze macht Raimund Said eine Pause. Er kennt den Weg und was auf ihn zukommt, weiß aber nicht wie der Verkehr und die Zulieferung an die ukrainische Grenze aussehen. Durch seine vielen Kontakte nach Rumänien konnte er einen direkten Ansprechpartner ausmachen, der die Lieferung annimmt. Dieser Mann ist ein freiwilliger Helfer, der an der ukrainisch-rumänischen Grenze ein Zeltlager für Flüchtlinge koordiniert.

„Ich habe es über die Botschaft versucht, aber das geht zu langsam“, erzählt Said. Seine Fahrt starte er am Samstagmittag. „Wenn alles gut geht, bin ich dann am Donnerstag wieder in Emmerting“, sagt der erfahrene Helfer. „In Rumänien kaufe ich noch für 3 - 4000 Euro Lebensmittel. Die sind dort günstiger und ich unterstütze die rumänische Wirtschaft.“

Die Rumänienhilfe Emmerting, deren Vorsitzender und Gründer Raimund Said ist, hat noch tonnenweise Spenden gelagert: „Wir haben so viel Material bekommen, dass wir buchstäblich darin ertrinken“, berichtet der 72-Jährige. Said führte in Emmerting ein Verladetechnik-Unternehmen, inzwischen leiten den aber seine Frau Renate und sein Sohn Patrick. Durch die betrieblichen Möglichkeiten hat er genug Platz, um Spenden zu lagern, doch inzwischen ist alles voll. Momentan sei es laut Said sinnvoller Geld zu spenden.

Der Emmertinger arbeitet seit etwa 25 Jahren eng mit der Caritas Rumänien zusammen. Für seine besonderen Verdienste wurde Raimund Said bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und ist unermüdlich dabei, Hilfe zu leisten. Auch beim Rettungsdienst war der 72-Jährige für etwa sieben Jahre. Sein Weg als Helfer für Bedürftige in Rumänien begann vor 32 Jaren. „Ein Bekannter hat mir erzählt, dass sein Neffe in Rumänien kurz vor dem Verhungern war. Er hat mich gebeten, den jungen Mann in meinem Betrieb arbeiten zu lassen, denn dadurch würde er genug Geld für ein ganzes Jahr verdienen“, erzählt Said.

Kurzerhand stellte er den jungen Rumänen damals ein. „Nachbarn haben von der Geschichte gehört und so viele Hilfsgüter hergebracht, dass es nicht mehr in ein Auto passte. Und so begann mein Weg als Spendensammler und -transporteur.“ Das Elend und die Armut, die Said damals in Rumänien vorfand brachten den Emmertinger dazu unermüdlich mit Spendenaktionen Hilfe zu organisieren.

„Die Armut in Rumänien sind inzwischen nicht mehr so schlimm. Ich möchte den Staat dort nicht um seine Pflicht erleichtern, sich um seine Bürger zu kümmern, und so kümmere ich mich nun besonders um meine Lieblingsobjekte: Kinderheime, Pflegeheime und Schulen oder Sportheime.“ Mit Schulranzen und Weihnachtspaketen macht die Rumänienhilfe Emmerting den rumänischen Bedürftigen jedes Jahr eine Freude. Von der aktuellen Hilfsbereitschaft für die Ukraine-Flüchtlinge ist Raimund Said überwältigt: „Man merkt, dass der Ukraine Krieg den Europäern nicht nur sprichwörtlich nahe geht.“

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