Stellungnahme mit Gegenargumenten einstimmig abgesegnet

Mehring contra B20-Ortsumfahrung – Buchner: „40 Millionen Euro für kaum spürbaren Effekt“

Mehrings Bürgermeister Robert Buchner spricht sich klar gegen eine B20-Ortsumfahrung aus.
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Mehrings Bürgermeister Robert Buchner spricht sich klar gegen eine B20-Ortsumfahrung aus. Die Kosten und der Nutzen würden in keiner Relation zu den Auswirkungen stehen.

Mehring bleibt der große Gegner der B20-Ortsumfahrung. In einer Stellungnahme zur Vorentwurfsplanung der B20-Ortsumfahrung, die einstimmig abgesegnet wurde, nennt die Gemeinde zahlreiche Argumente auf, die aus ihrer Sicht gegen eine Realisierung sprechen.

Mehring/Burghausen – Rund dreieinhalb Seiten lang ist die Stellungnahme des Mehringer Gremiums zur Vorentwurfsplanung. Und wenig überraschend hat sich der Standpunkt nicht verändert. Es bleibt beim Nein zur B20-Ortsumfahrung. Dafür würden laut Bürgermeister Robert Buchner auch viele Punkte sprechen.

B20-Ortsumfahrung bei Burghausen - 40 Millionen Euro für zwei Dezibel und 4.000 Fahrzeuge weniger

Die kalkulierten Kosten in Höhe von rund 40 Millionen Euro beispielsweise würden die prognostizierte Lärmentlastung von nicht mal zwei Dezibel nicht rechtfertigen. Für das menschliche Ohr sei das kaum wahrnehmbar. Das habe das Straßenbauamt Traunstein dem Gremium auch so bestätigt. „Man gibt 40 Millionen Euro aus, die den Gemeindebereich Mehring mehr oder weniger durchschneidet, für einen kaum spürbaren Effekt aus“, schildert Buchner gegenüber innsalzach24.de.

Hinzu kommt, dass das Verkehrsgutachten von einer Verkehrsentlastung in der Burgkirchener Straße von rund 25 Prozent ausgehe. „Das sind zwischen 3.000 und 4.000 Fahrzeuge pro Tag. Das spricht alles nicht für eine solche Umfahrung“, führt der Bürgermeister weiter aus. Daher sollte man auch überlegen, ob man nicht lieber die aktuelle B20 in der Burgkirchener Straße ordentlich ertüchtigt.

Buchner: „Es betrifft nicht viele Anwohner in Burghausen“

Denn aus Sicht der Gemeinde Mehring würden sowieso nicht viele Anwohner von einer solchen Umfahrung profitieren. Von Richtung Wacker-Pforte sei die Burgkirchener Straße zunächst geprägt von Gewerbe, dann ein bisschen Wohnbebauung, gefolgt vom Neubaugebiet mit Lärmschutzmaßnahmen, abschließend wieder ein Gewerbegebiet.

Zudem müsse man den Quell- und Zielverkehr beachten. „Letztendlich fahren ja die meisten zur Wacker Chemie. Da hilft die ganze Ortsumfahrung nichts“, glaubt Buchner. Alleine der Lastwagen-Verkehr müsste bei einer Umfahrung von Marktl kommend durch zwei Kreisverkehre fahren und eine enorme Steigung im Lengthal überwinden. Dies sei nicht gerade günstig für den Schwerlastverkehr. „Wird dann nicht doch lieber die ebene Variante bevorzugt? Wird die Umfahrung wirklich in Anspruch genommen?“, fragt Buchner zweifelnd. Diese Strecke sei einfacher und zudem wesentlich kürzer.

Anwohner reichen Klage ein - Gemeinde lässt sich Option offen

Ob rechtliche Schritte seitens der Gemeinde eingeleitet werden, müsse man sich im Rahmen des Planfeststellungsverfahren durch den Kopf gehen lassen. „Sicher ist, dass die betroffenen Anwohner und Landwirte Klage einreichen werden. Natürlich behalten wir uns als Gemeinde vor, dass wir uns rechtliche Schritte überlegen“, so Buchner. Einen Beschluss hierzu gebe es nicht, aber es könne durchaus passieren.

In Burghausen zeigte man zuletzt wenig Verständnis für die Mehringer Blockade. Sogar eine verstärkte Zusammenarbeit hat die Stadt dem Nachbarn in Aussicht gestellt, um den Widerstand zu überwinden. Und während sich Mehring gegen die Pläne wehrt, hat die Salzachstadt sogar eine Resolution verabschiedet, um das Projekt zu beschleunigen. Es dürfte spannend bleiben.

jz

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