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Auftakt von „Bürgerdialog“ in Mehring zu B20-Ortsumfahrung

„Würden jetzt Ortsumfahrung in die Landschaft setzen, die später keiner mehr braucht!“

Zahlreiche Teilnehmer des „Bürgerdialogs“ in Mehring am Samstagabend lauschten den Argumenten der Redner, wie hier dem Altöttinger Verkehrsreferent Marcel Seehuber (Die Liste) gegen die B20-Ortsumfahrung für Burghausen.
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Zahlreiche Teilnehmer des „Bürgerdialogs“ in Mehring am Samstagabend lauschten den Argumenten der Redner, wie hier dem Altöttinger Verkehrsreferent Marcel Seehuber (Die Liste) gegen die B20-Ortsumfahrung für Burghausen.
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
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Zahlreiche Redner führten am Samstagabend auf einem „Bürgerdialog“ des „Bündnis Verkehrswende“ in Mehring ihre Argumente gegen die B20-Ortsumfahrung für Burghausen aus.

Burghausen/Mehring - „Es soll sowohl heute als auch bei den weiteren Bürgerdialogen keine ‚Echokammer‘ werden“, betont eingangs Grünen-Kreisvorsitzender Peter Áldozó und bekräftigte damit seine Zusage aus einem Gespräch mit innsalzach24.de im Vorfeld der Veranstaltung (Plus-Artikel innsalzach24.de). Auch die weiteren Redner betonten dies in ihren Beiträgen. Sie wollten den faktenbasierten Dialog, Emotionen sollten abgebaut werden. An diesem Abend gab es ausschließlich gegen die Ortsumfahrungs-Pläne gerichtete Bekundungen zu hören. Grundsätzlich hätte es im Anschluss noch die Möglichkeit zur Diskussion und Fragen an die Redner gegeben, jedoch gab es seitens des Publikums auf Nachfrage von Áldozó scheinbar keinen Bedarf. „Am 14. September wird es ja dann eine Diskussionsveranstaltung im Bürgerhaus in Burghausen geben, dabei werden dann Vertreter beider Seiten auf einander treffen“, so der Grünen-Kreisvorsitzende.

Umstrittene B20-Ortsumfahrung für Burghausen: „Bündnis Verkehrswende“ lädt zu „Bürgerdialog“ in Mehring

Ein Meer aus grünen Fähnchen an zahllosen Fahrrädern war am Samstagabend auf dem Hollerriederhof im Mehringer Ortsteil Niedernholz zu sehen. Der „Bürgerdialog“ des „Aktionsbündnis Verkehrswende“ hatte sichtlich einiges an Interesse hervorgerufen und die gemeinsame Radlfahrt vom Burghauser Bürgerhaus entsprechend viele Teilnehmer. Ganze Familien kamen, um den Ausführungen gegen die Ortsumfahrung zu lauschen. „Die Wahl dieses Orts heute kommt nicht von ungefähr“, betonte Áldozó in seiner Begrüßung. „Die Hollerrieders wären unter den unmittelbar betroffenen, sollte die Ortsumfahrung kommen.“

Neben Áldozó, der durch die Veranstaltung führte, sprachen noch Mehrings 1. Bürgermeister Robert Buchner (Freie Wähler), der Vorsitzende der Ortsgruppe Burghausen des Bund Naturschutzes, Dr. Ernst-Josef Spindler, als Vertreter der Landwirte Josef Schick, der Altöttinger Stadtrat (Die Liste) und Referent für Mobilität Marcel Seehuber sowie Andreas Engl aus Burghausen. Im Wesentlichen wiederholten die Redner an diesem Samstagabend die bereits ins Feld geführten Argumente gegen das Projekt. Sie betonten jedoch, es ginge ihnen nicht um alternativlose Ablehnung. Stattdessen lautete der einhellige Appell: Statt der Ortsumfahrung seien Lärmschutzmaßnahmen die sinnvollere, günstigere und schneller umsetzbare Lösung für das Verkehrsproblem der Stadt.

Der Vorsitzende der Ortsgruppe Burghausen des Bund Naturschutzes bei seinem Redebeitrag beim „Bürgerdialog“ in Mehring am Samstagabend. Zahlreiche Teilnehmer lauschten den Argumenten der Redner gegen die B20-Ortsumfahrung für Burghausen.

„Ich bin nicht direkt betroffen, kann aber für zahlreiche Nachbarn sprechen, deren Grund für das Projekt hergenommen werden oder dann daran angrenzen würde. Sie alle wollen das nicht. Wir tun uns auch schwer, den Fürsprechern zu glauben, zu viel wurde da in der Vergangenheit an Zahlenspielereien und anderen Tricks aufgebracht, um die Ortsumfahrung durchzusetzen“, klagte Landwirte-Sprecher Josef Schick. „Wir sehen es derzeit wieder überall: Der Kampf gegen den Klimawandel hat oberste Priorität. Ein entscheidendes Werkzeug dabei muss und wird sein, die Menge an Individualverkehr und damit einhergehend Schadstoffausstoß zu reduzieren“, betonte wiederum der Altöttinger Mobilitäts-Referent Seehuber. „Da würden wir jetzt diese Ortsumfahrung in die Landschaft setzen, die dann später keiner mehr braucht!“

„Burghausen braucht die Ortsumfahrung als einen wesentlichen Baustein in der Mobilität“, betonte Mitte Mai Bürgermeister Florian Schneider (SPD) im Gespräch mit innsalzach24.de (Plus-Artikel innsalzach24.de). Schon seit vielen Jahren laufen Planungen für eine B20-Ortsumfahrung. So soll Burghausen, laut den Verantwortlichen, eine erhebliche Reduzierung der aktuellen Verkehrsbelastung erhalten. Verkehrszählungen aus dem Jahr 2018 hätten ein Aufkommen von über 13.000 Fahrzeugen festgestellt, darunter mehr als tausend Lastwägen. Für 2035 erwarte man knapp 15.000 Fahrzeuge. „Rund 9.000 davon könnten dann auf die Ortsumfahrung ausweichen“, so Bernadette Wallner vom Staatlichen Bauamt Traunstein bei der Vorstellung des aktuellen Projekt-Stands im Burghauser Stadtrat (Plus-Artikel innsalzach24.de).

Der Lageplan der B20 Ortsumfahrung in Burghausen zeigt die derzeitige Variante.

Doch erhebliche Kritik daran kommt aus der Nachbargemeinde Mehring (Plus-Artikel innsalzach24.de), durch welche die Umfahrung dann führen soll. Betroffen davon wären zwar nur verhältnismäßig wenige Anwohner, aber dafür eine erhebliche Naturfläche. In Mehring argumentiert man nun, unter anderem, die kalkulierten Kosten in Höhe von rund 40 Millionen Euro würden die prognostizierte Lärmentlastung von nicht mal zwei Dezibel nicht rechtfertigen. Weiterhin bedeute die prognostizierte Entlastung nur einen Rückgang um 3.000 bis 4.000 Fahrzeuge pro Tag. Überhaupt würden nicht viele Anwohner von einer solchen Umfahrung profitieren. Von Richtung Wacker-Pforte sei die Burgkirchener Straße zunächst geprägt von Gewerbe, dann ein bisschen Wohnbebauung, gefolgt vom Neubaugebiet mit Lärmschutzmaßnahmen, abschließend folge wieder ein Gewerbegebiet.

Die Termine der „Bürgerdialoge“:

1. Bürgerdialog 24. Juli 2021, um 18 Uhr Mehring/Niederholz am Hollerriederhof (Möglichkeit zur gemeinsamen Radlfahrt dorthin vom Burghauser Bürgerhaus aus um 17 Uhr)

2. Bürgerdialog 28. August 2021, von 14 bis 16.30 Uhr, Priesenthal-Wanderung. Treffpunkt Burgkirchener Straße 62 (Netto Parkplatz) um 14 Uhr.

3. Bürgerdialog 14. September 2021, um 19 Uhr, Bürgerhaus Burghausen

Weitergehende Infos auf den Websites des Bund Naturschutz und des Staatlichen Bauamts Traunstein.

Dieser Argumentation schließt sich auch das „Aktionsbündnis Verkehrswende Altötting“ an, dem auch die Kreis-Grünen angehören. Weiterhin werden als Kritikpunkte aufgelistet: „Overfly und Brückenbauten als Betonmonster durch wertvolle Natur- und Ackerlandschaft, hoher Flächenfraß, hoher CO2-Ausstoß, Gefährdung der Artenvielfalt, 43,9 Mio. Euro Kosten (fehlen beim Bahnausbau), Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz.“ Dies würde die Vorteile bei der Verkehrsentlastung erheblich überwiegen.

hs

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