IHK-Regionalausschuss in Marktl

Zügigen Anschluss der A94 an die A3 gefordert

+
Rund 50 Vertreter der Politik und der IHK aus Altötting-Mühldorf und Rottal-Inn fordern den Lückenschluss der A94 zwischen Marktl und der A3 bei Pocking
  • schließen

Marktl - Auf einer gemeinsamen Sitzung am Dienstag, 15. Oktober, forderte der IHK-Kreisausschuss einen zügigen Anschluss der A94 an die A3

Auf einer gemeinsamen Sitzung am Dienstag im Marktler Bürgersaal forderten die IHK den zügigen Ausbau der A94 zwischen Marktl und der A3 bei Pocking. In einer gemeinsamen Sitzung der Regionalausschüsse von Altötting-Mühldorf und Rottal-Inn stellte Stefan Pritscher von der Autobahndirektion Bayern Süd rund 50 Mitgliedern und Spitzenvertretern der IHK den aktuellen Stand vor.

Zuvor schon hatte der Regionalausschuss der Landkreise Mühldorf und Altötting ein Entwicklungskonzept für die nun fertige A94 sowie Forderungen an die Kommunalpolitik nach den Wahlen im kommenden Jahr gerichtet. Auch bedankte sich der Leiter der Mühldorfer IHK- Geschäftsstelle Herbert Prost bei der langjjährigen Vorsitzenden Ingrid Obermeier-Osl für ihr großes ehrenamtliches Engagement: bereits am 7. Oktober war sie von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger für ihre Verdienste mit der Staatsmedallie der Wirtschaft geehrt worden. Im Beisein von Mühldorfs Landrat Georg Huber(CSU) und des Landratskandidaten der CSU, Maximilian Heimerl, der in seiner Funktion als Rektor der Mühldorfer Berufsschulen mit dabei war, ging es um Forderungen an die Regionalpolitik nach den Kommunalwahlen im März 2020.

Sitzung des IHK-Kreisausschusses in Marktl

Nach den Vorstellungen der IHK sollten sich künftigen Bürgermeister auf die Stärken ihrer Gemeinden konzentrieren und beispielsweise mit einem besser abgestimmten Kulturangebot dafür sorgen, dass sich Fachkräfte dauerhaft für die Region begeistern. Überhaupt solle die Kommunalpolitik über den eigenen Tellerrand hinaus schauen: ein besseres regionales ÖPNV-Netz und eine über die Gemeindegrenzen hinausreichende Planung von Gesundheit, Sport, Wohnungsbau und nicht zuletzt bei Gewerbegebieten. „In anderen Bundesländern gibt es zahlreiche gemeindeübergreifende Gewerbegebiete“, erklärte Dr. Robert Obermeier von der IHK Oberbayern.

Landrat Georg Huber konnte in dem Zusammenhang zwar auf die geplante Zusammenlegung der Kreiskliniken in den Landkreisen Altötting und Mühldorf hinweisen, hinsichtlich der Gewerbegebiete spielte er den Ball jedoch zurück an die Wirtschaft, die dies selbst vehementer bei der Staatsregierung einfordern müsse: „Den lokalen Gremien sind da durch die Grundsteuergesetzgebung die Hände gebunden!“, so Huber.

Weitere Forderungen der IHK sind schnellere und flexiblere Genehmigungsverfahren, indem sie beispielsweise digital abgewickelt würden. Generell solle seitens der Politik sparsam mit den verfügbaren Mitteln umgegangen werden: „Es braucht doch nicht jede Gemeinde alles!“, meinte beispielsweise Dr. Kurt Wölfl. Nach Ansicht des Regionalausschusses geht es jetzt ums „Sein oder Nicht-Sein“ der Region, wozu neben dem zügigen Lückenschluss der A94 in Richtung der A3 in Niederbayern auch der zweigleisige elektrifizierte Ausbau der Bahnstrecke von Mühldorf nach München und eine zügigen flächendeckende Bereitstellung von Breitband nötig ist.

Mit der Fertigstellung der Autobahn beschäftigte sich der Regionalausschuss anschließend in einer gemeinsamen Sitzung mit den Kollegen aus Rottal-Inn. Dort stellte Stefan Pritscher von der Autobahndirektion in Deggendorf die aktuellen Herausforderungen vor: während schon seit einiger Zeit ein kleines Teilstück in Betrieb ist und sich drei weitere Teilstücke bereits im Bau befinden, geht man vor Allem im Fall von Simbach am Inn nicht von einem Baubeginn vor 2022 aus. Zwar hat sich der dortige Stadtrat mit einigen Anpassungen dem seit Februar final freigegeben Plan der „Bahnhoftrasse“ angeschlossen, doch gibt es noch Widerstand einzelner Bürger, die eine noch umfangreichere Untertunnelung der Stadt wollen: momentan ist vorgesehen, für 280 Millionen Euro ein 1250 Meter langen Tunnel vom Bahnhof bis zum Klärwerk zu errichten, der eine Wohnsiedlung unterquert. 

Eine Verlängerung des Tunnels sei ist dem Sachverständigen zufolge aber unmöglich: „Man kann keinen Tunnel durch ein Wasserschutzgebiet bauen, weil das den Zufluss zu den Quellen verhindert!“, erklärte Pritscher. Stattdessen soll es dort eine 250 Meter lange Einhausung geben. „Wir brauchen den Anschluss an den Großraum Passau und die Industrieregion Linz!“, betonte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, Peter Kammerer. Zur Sprache kam anschließend ncoh die von der Automobilindustrie ausgehende Konjunkturflaute. Nach Schätzungen der IHK sind aktuell bereits bis zu 4.000 regionale Arbeitsplätze durch diese erste Abschwungphase seit der Finanzkrise 2008 gefährdet. „Der Strukturwandel betrifft hier langfristig sogar 137.000 Arbeitsplätze“, erklärte Martin Frank von der IHK Niederbayern. Zulieferer müssten jetzt bereits umdenken und ihre Produkte an E-Mobilität und alternative Antriebe anpassen.

pbj

Zurück zur Übersicht: Marktl

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT