Deponie an der B20 zwischen Burghausen und Marktl

"Das kann nicht sein!": Streit um enorme Entsorgungskosten geht weiter

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Marktl am Inn: Der Streit um enorme Entstorgungskosten der ehemaligen Deponie an der B20 geht weiter.
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Marktl am Inn – 790.000 Euro für die fachgerechte Entsorgung der ehemaligen Hausmülldeponie: Die soll der Markt bezahlen, findet das Staatliche Straßenbauamt Traustein. Das muss Marktl nicht, findet die Gemeinde. Es bleibt kompliziert.

Noch immer gibt es keine Einigung zwischen der Marktgemeinde und dem Staatlichen Bauamt Traunstein zu den Entsorgungskosten der ehemaligen Marktler Hausmülldeponie im Rahmen des dreistreifigen Ausbaus der B20. Rund 800.000 Euro stehen im Raum. Die Frage: Wer soll das bezahlen?

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert

Von 1962 bis 1971 hatte Marktl mit entsprechender Genehmigung und Pachtvertrag auf dem Gelände des dreistreifigen Ausbaus der B20 zwischen Burghausen und Marktl eine Hausmülldeponie betrieben. Nach mehr als 40 Jahren fällt der Schutt von damals auf. Er muss beseitigt werden. Das geht ins Geld.

Nun will das Staatliche Bauamt Traunstein die Gemeinde für die Entsorgungskosten in Höhe von 790.000 Euro heranziehen“, lässt der SPD-Politiker Günther Knoblauch zu dieser Sache jüngst wissen, „und das obwohl sowohl den Bayerischen Staatsforsten als Verkäufer des Grundstücks als auch dem Staatlichen Bauamt als Käufer und dem Landratsamt Altötting als Genehmigungsbehörde im Rahmen der Planfeststellung die Deponie bekannt war.“

„Das kann nicht sein!“ (Günther Knoblauch)

Demnach ist es so: Alle haben davon gewusst, die Pläne für den dreistreifigen Ausbau der B20 zwischen Burghausen und Marktl gingen weiter und schließlich begannen die Bauarbeiten. Die Deponie wurde gefunden und es begannen die Entsorgungsarbeiten. Mehr noch: Laut Günther Knoblauch besagt eine durch das Landratsamt Altötting angestrengte Untersuchung aus dem Jahr 1986, dass von der Deponie keine Gefahr ausgeht. Trotzdem soll die Marktgemeinde bezahlen.

„Mehrere gute Argumente“ (Hubert Gschwendtner)

Es gebe mehrere gute Argumente, dagegen zu widersprechen, so Marktls Erster Bürgermeister Hubert Gschwendtner (SPD) auf erneute Nachfrage von innsalzach24.de. Diese habe man zusammen mit einem Anwalt formuliert. Darüber hinaus gebe es in der Angelegenheit positive Signale aus dem Umweltministerium. Noch sei es kein Verfahren. Derzeit warte man in der Marktgemeinde auf Antwort vom Staatlichen Bauamt Traunstein. Mehr wolle er dazu nicht sagen, so Gschwendtner abschließend.

Auch beim Staatlichen Bauamt Traunstein will man sich derzeit nicht äußern.

Die B20 wurde nach ihrem dreistreifigen Ausbau schließlich im September 2017 wieder für den Verkehr freigegeben.

rw

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