Das kommt in das neue Gesundheitszentrum

Gschwendtner: "Das ist ein Meilenstein für Marktl!"

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So wird das Gesundheitszentrum aussehen. Im Vordergrund der optische Neubau, im Hintergrund orientierte man sich an das inzwischen abgerissene Gebäude "alte Post".
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Marktl am Inn – In einer Informationsveranstaltung im Marktler Bürgersaal wurden die Pläne zur „neuen Mitte“ vorgestellt.

Marktls Bürgermeister Hubert Gschwendtner erwähnte ein altes Zitat von Landrat Erwin Schneider in einer überregionalen Zeitung: „Wenn man nach Marktl auf den Marktplatz kommt, dreht man am besten wieder um“. Gemeint war damit unter anderem der leerstehende Gasthof „alte Post“. Das Gebäude wurde über 30 Jahre nicht genutzt, stand allerdings bis vor Kurzem noch unter Denkmalschutz. „Es gab viele Gespräche, wie man das Gebäude nutzen kann, leider sind wir nie zu einem Ergebnis gekommen“, so Gschwendtner. Im Mai starteten die Abrissarbeiten.

Baumeister Manfred Gumpendobler erläuterte die Schwierigkeiten: „Eine Sanierung war unmöglich, was zum einen an der Substanz des Gebäudes lag. Zum anderen sind Denkmal- und Brandschutz unvereinbar. Die Kosten für eine Sanierung wären doppelt so hoch wie ein Neubau“.

Landratsamt entscheidet über Denkmalschutz

Im Marktler Bürgersaal lauschten viele interessierte Bürger gespannt den neuen Plänen zum Gesundheitszentrum.

Der Spielball lag somit beim Landratsamt, das über den Denkmalschutz entscheidet. „Es war eine schwierige Sache, denn wenn ein Gebäude mal weg ist, ist es nicht mehr zu ändern. Das Haus wäre sicher noch 20 Jahre gestanden. Darum muss man sensibel mit einem solchen Thema umgehen“, so Schneider. Dennoch sei Marktl nicht irgendein Ort – im Gegenteil. Marktl sei als Geburtsort von Papst Benedikt XVI laut Schneider der wohl berühmteste Ort des Landkreises auf der Welt. Doch das alte Gebäude sei auch nicht mehr schön gewesen.

Da der Bürgermeister oft auf die Baustelle angesprochen wird, hat man sich zu diesem Informationsabend entschieden. Architekt Stefan Graml schilderte von keiner leichten Aufgabe: „Ziel war es, das alte Gebäude widerzuspiegeln und die Grundstruktur aufzugreifen. Dennoch gibt es eine klare optische Trennung vom „alten Gebäude“ und vom neuen Anbau.“ Insgesamt war es eine „super Planungsarbeit mit allen Beteiligten“. Gschwendtner lobte in diesem Zusammenhang die sehr schöne Planung und sprach von einer Symbiose von Alt und Jung.

Tagespflege für Senioren, betreute Wohngruppe, Physiotherapie und Allgemeinmedizin

Das Gesundheitszentrum soll im September 2020 fertiggestellt sein. Das BRK plant darin einen Stützpunkt sowie Tagespflege für Senioren. Die Stiftung Ecksberg wird die angemieteten Räumlichkeiten für eine betreute Wohngruppe (elf Personen mit erworbener Behinderung) nutzen.

So sieht es derzeit im Zentrum von Marktl aus. Bis zum Wintereinbruch soll der Rohbau fertig sein.

Zusätzlichziehen die Praxen der Ärzte Sutor, Stein und Todica sowie Physiotherapie Allgeier innerhalb des Ortes um. Die Ärzte, die teilweise seit über 35 Jahren in Marktl tätig sind, wollen damit ihre Praxis auf den neusten Stand bringen. Hintergedanke ist dabei, dass die jungen Ärzte, die ihre Nachfolge antreten, anders geschult worden sind. Dementsprechend wolle man den zum Teil schon feststehenden Nachfolgern eine entsprechende Basis bieten.

Die Physiotherapiepraxis Allgeier, seit über 20 Jahre im Ort, will mit dem Umzug ihre Räumlichkeiten vergrößern. Die Nachfrage sei einfach größer geworden und in der derzeitigen Praxis könne man kein zusätzliches Personal einstellen, da der Platz einfach fehle.

Das Gemeindeoberhaupt ist dankbar für diese Entwicklung mit dem neuen Gesundheitszentrum: „Das ist ein Meilenstein für unseren Ort. Die medizinische Versorgung wird dadurch noch besser.“ Zudem würde der Marktplatz deutlich attraktiver und belebter.

jz

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