Fast jeder Vierte war zu schnell

Peracher Straße wird zur Rennstrecke

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Fordert Maßnahmen gegen Raser auf der Peracher Straße: Bürgermeister Hubert Gschwendtner.
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Marktl - Die Marktgemeinde hat eine Rennstrecke! Auf der Peracher Straße gab es innerorts 481 Verstöße, manch einer war doppelt so schnell unterwegs wie erlaubt.

Marktl scheint eine eigene Rennstrecke zu haben - und das auch noch innerorts! Nirgends jedenfalls scheinen in der Gemeinde so viele Raser unterwegs zu sein wie auf der Peracher Straße. Im vergangenen Jahr wurden dort bei Radarkontrollen 1958 Fahrzeuge erfasst, von denen sage und schreibe 481 zu schnell unterwegs waren. Damit ist fast jeder Vierte auf der Peracher Straße schneller als die erlaubten 50 km/h gefahren. Zum Vergleich: Bei Kontrollen an der Simbacher Straße und der Bruckbergstraße - beide befinden sich ebenfalls im Ort - war nur etwa jeder 20. Fahrer zu schnell.

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Der wahrscheinliche Grund für die Raserei auf der Peracher Straße ist ebenso simpel wie ärgerlich aus Sicht der geblitzten Autofahrer. "Das Problem ist, dass viele gar nicht erkennen, dass es eine Ortsstraße ist. Es gibt keine Ortstafel von der Brücke her", erklärt Bürgermeister Hubert Gschwendtner gegenüber unserer Redaktion. Wer von der Innbrücke aus auf die Peracher Straße einbiegt, muss sich also daran erinnern, dass er sich schon im Ort befindet.

Für Gschwendtners Vermutung spricht nicht nur die Häufung der Geschwindigkeitsverstöße, sondern auch die zum Teil enorme Überschreitung. Autos mit 20 oder 30 km/h zu viel waren auf der Peracher Straße 2013 keine Seltenheit, manche waren gar mit 90 bis 100 Sachen unterwegs.

Eine Anfrage Gschwendtners an das Landratsamt, ob man vielleicht auf der Peracher Straße ein zusätzliches Ortschild aufstellen könnte, blieb ohne Erfolg. Die Antwort des Landratsamtes sei eindeutig gewesen, so Gschwendtner. "Hier darf keine zusätzliche Ortstafel aufgestellt werden."

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Mögliche Maßnahmen, die das Landratsamt der Gemeinde vorgeschlagen hat, sind eine auf die Fahrbahn aufgetragene "50" und ein Messgerät samt Geschwindigkeits-Smiley, der die Fahrer darüber aufklärt, ob sie gerade zu schnell unterwegs sind. Außerdem werde es auch wie bisher "laufend" Kontrollen geben, erläuterte der Bürgermeister.

Gschwendtner zufolge ist die Peracher Straße trotz der vielen Geschwindigkeitsverstöße kein Unfallschwerpunkt in der Gemeinde. Gefährlich sei die Peracher Straße dennoch, etwa wegen einer Feuerwehrausfahrt entlang der Strecke. Weil dort im Sommer wegen des Marktler Badesees viele Radfahrer unterwegs sind, hat der Bürgermeister einen Antrag an den Landkreis gestellt, ob dort ein Radweg gebaut werden könnte und was die kosten würde. Die Antwort des Landratsamtes steht allerdings noch aus.

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