Fische aus Salzach belastet - Verkaufsverbot!

+

Burghausen/Landkreis - Die Fische aus der unteren Salzach dürfen nicht in den Handel kommen. Die Tiere sind mit Chemie belastet - das haben Messungen ergeben.

Die Fische aus der unteren Salzach dürfen nicht in den Verkauf kommen. Im Rahmen von Fischuntersuchungen durch das Landesuntersuchungsamt Südbayern wurden im Mai 2000 erstmals Hexachlorbutadien (HCBD)-Rückstände in Fischen aus dem Unterlauf des Alzkanales nachgewiesen. Da die ermittelten HCBD-Werte damals über dem zulässigen Grenzwert lagen, dürfen Fische aus dem Alzkanalunterwasser und der Salzach unterhalb der Alzkanalmündung seither nicht mehr gewerbsmäßig in den Verkehr gebracht werden.

Fische weiterhin belastet

Im Jahre 2011 wurden erneut 40 Fische aus der Salzach unterhalb der Alzkanalmündung auf die Belastung mit Hexachlorbutadien hin untersucht. Der ermittelte Gehalt an HCBD lag bei den meisten Fischen über der zulässigen Höchstmenge. Wie schon in den Vorjahren wurden die höchsten Werte bei den Aalen gemessen, während fettärmere Fischarten deutlich geringere Belastungen aufweisen.

Verkaufs-, aber kein Verzehrverbot

Ein Verzehrvervot gibt es aber nicht. "Es gibt zwar ein Verkaufsverbot, aber keine Hinweise an die Bürger, die Fische nicht verzehren zu dürfen", sagt Dr. Robert Müller, der Abteilungsleiter des Umweltschutzes im Landratsamt Altötting. "Die HCBD-Grenzwerte sind zwar überschritten. Wir haben aber keine Beobachtungen gemacht, dass es konkrete gesundheitliche Bedenken geben könnte. Die Fische sollen aber trotzdem den Verbraucher nicht erreichen - darum das Verkaufsverbot.

Aale sollten besonders gemieden werden

Das Landratsamt Altötting weist also alle Bürger nochmals darauf hin, dass das gewerbliche Verkehrsverbot für Fische aus dem Alzkanalunterwasser und der Salzach unterhalb der Alzkanalmündung unverändert besteht. Eine Fang- und Verzehrwarnung für Aale aus den betroffenen Flussabschnitten ist nicht erforderlich. Unabhängig davon kann der regelmäßige Verzehr größerer Mengen von Aalen aufgrund sich summierender Belastungen mit einer Vielzahl von allgemein in der Umwelt verbreiteten Schadstoffen grundsätzlich nicht angeraten werden.

Wacker Chemie AG arbeitet an Sanierung

Der HCBD-Eintrag in den unteren Alzkanal stammt aus früheren Boden- und Grundwasserverunreinigungen auf dem Werksgelände der Fa. Wacker Chemie AG. Die Altlastensanierung in diesem Bereich wird von der Fa. Wacker Chemie AG unverändert mit erheblichem Aufwand und in kontinuierlicher Abstimmung mit den Überwachungsbehörden vorangetrieben. Mit einer Boden-Luft-Absaugung und einer Grundwasserreinigung sollen die Stoffe abgebaut werden. So konnten seit Beginn der Sanierungsarbeiten schon über 41 Tonnen des Stoffes HCBD abgesaugt und abgebaut werden. Bis der Stoff komplett entfernt werden kann, wird es wohl noch einige Jahre dauern.

red is24 tj / Landratsamt Altötting

Zurück zur Übersicht: Region Burghausen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser