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Überlegungen für Zukunft von Kiesgrube in Haiminger Industriegebiet laufen

Platz für Wasserstoff-Erzeugung in Soldatenmais? - Diese Bedenken und Problem gibt‘s

Konkurrenzlos: Bürgermeister Wolfgang Beier (CSU/AWG).
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Haimings Bürgermeister Wolfgang Beier (CSU/AWG).
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
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Die Industrie in Burghausen braucht Platz für den Umstieg zu erneuerbaren Energien. Die Nachbargemeinde Haiming würde den gerne in einem Kiesgruben-Gelände bieten. Doch es gilt noch einige Fragen zu klären.

Haiming - „Vor kurzem gab es ja eine Anliegerversammlung, an der etwa 50 Anwohner aus den Ortsteilen Kemerting, Neuhofen und Moosen teilnahmen. Dabei gab es ein eindeutiges Stimmungsbild: Grundsätzlich hat niemand etwas dagegen, das Grundstück für industrielle Bauten zu nutzen. Der Wirtschaftsstandort soll gesichert werden. Aber nur unter der Bedingung, dass der Emissionsschutz genau ins Auge gefasst wird“, berichtet Haimings Bürgermeister Wolfgang Beier (CSU/AWG) gegenüber innsalzach24.de. „Zum einen hinsichtlich Gerüchen und Schadstoffen. Das sollte aber das geringste Problem sein, denn da sind die gesetzlichen Anforderungen inzwischen sehr hoch. Zum anderen hinsichtlich Licht. Das ist ein sehr viel komplizierteres Thema, denn Anlagen der hier ansässigen Industrien brauchen meist aus Sicherheitsgründen eine sehr aufwändige Beleuchtung. Den Ist-Zustand kann sich da jeder bei Dunkelheit ausschauen, von der B20 aus sieht man da eine regelrechte Skyline!“

Der Standort der Kiesgrube in Haiming (rot eingekreist), nahe der Gemeindegrenze zu Burghausen (hellrote Linie).

„Eine weitere Sorge war, ob die Pläne für eine 380-KV-Leitung durch Haiming wieder verfolgt werden“, so Beier weiter. Diese waren Ende 2018 nicht mehr weiterverfolgt worden (Plus-Artikel innsalzach24.de). „Das ist nicht auszuschließen, denn es wurde in der Vergangenheit bereits als sogenannte ‚Kraftwerksanschlussleitung‘ genehmigt. Natürlich bräuchte es aber, angesichts der neuen Rechtsgrundlagen, eine neue Genehmigung.“ Grundsätzlich habe die Gemeinde aber eine ganze Reihe von Steuerungsmöglichkeiten bei einem Bauprojekt. „Per Bebauungsplan können wir auf verschiedenste Weisen eingreifen, beispielsweise durch Vorgaben zur Bauhöhe oder indem Maßnahmen wie ein Grünstreifen und ein Lärmschutzwall vorgeschrieben werden.“

Ehemalige Kiesgrube im Süden Haimings soll industriell genutzt werden

Die etwa sieben Hektar große Kiesgrube liegt im südlichsten Teil von Haiming, im Industriegebiet Soldatenmais unmittelbar an der Gemeindegrenze zu Burghausen, östlich der Loxxess-Halle. Das Industriegebiet der Nachbarstadt grenzt unmittelbar an, dort vertreten sind Unternehmen wie OMV, Borealis und Wacker. „Das ist ein äußerst langfristiges Thema: Die Grube soll noch für zehn Jahre ausgebeutet werden, die anschließende Wiederverfüllung wird noch deutlich länger dauern“, so Haimings Bürgermeister Beier. „Aktuell sind schon etwa zwei Hektar des Areals nutzbar, mittelfristig werden noch drei weitere hinzukommen.“

„Der Grundgedanke ist: Statt andernorts Fläche neu für eine industrielle Nutzung zu erschließen, könnte man hier stattdessen etwas machen. Hintergrund für diese Überlegungen ist, dass der Gemeinderat im Mai einen Beschluss von vor sieben Jahren aufgehoben hatte. Dieser sah keine weitere industrielle Entwicklung dort vor. Nun gab es aber Gespräche mit der Stadt Burghausen und deren Tochtergesellschaft, der Wirtschaftsbeteiligungsgesellschaft GmbH (WiBG). Dabei berichteten sie von akutem Flächenbedarf ansässiger Unternehmen“, so Bürgermeister Beier. „Diese haben ja die Vorgabe, bis 2045 klimaneutral produzieren zu müssen. Sie müssen also weg von Erdgas und Öl, dafür haben sie Wasserstoff ins Auge gefasst.“ Es würden daher Standorte für die Wasserstoff-Erzeugung mittels Elektrolyse gesucht.

Noch einige offene Fragen

Ist der Wasserstoff wirklich die einzige Option? Andernorts, beispielsweise im Nachbarlandkreis Mühldorf am Inn in der ehemaligen Kiesgrube Dömling beim Nettolager an der St2092 (Plus-Artikel innsalzach24.de), werden ehemalige Kiesgrubenareale für Stromerzeugung durch Photovoltaik bei gleichzeitiger Renaturierung genutzt. „Das wäre natürlich auch eine Überlegung“, räumt Beier ein. „Aber man muss immer bedenken: Dieser Standort hat natürlich eine gewisse Wertigkeit und wir sind es für die wirtschaftliche Entwicklung hier schuldig, dass wir das Optimum herausholen.“

Es stünden noch äußerst anspruchsvolle Verhandlungen mit dem Freistaat an, dem das Areal gehört. „Allerdings haben wir den Vorteil, dass hier für die Schaffung eines Industriestandorts nicht erst gerodet werden muss.“ Eine weitere ausstehende Herausforderung sei das Thema PFOA. „Eine Allgemeinverfügung zum Umgang mit damit belastetem Boden lässt leider weiter auf sich warten.“

hs

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