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Attersee-Taucherin verstarb wegen Herzproblemen

„Immer wieder Flashbacks“ - Familie und Tauchlehrer trauern gemeinsam um Haimingerin

Der Attersee lockt viele Taucher an: Sowohl aus naher als auch der weiteren Umgebung.
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Der Tauchlehrer und seine Schüler waren für einen Tauchgang am Attersee.

Am Sonntag verstarb am Attersee eine Taucherin aus Haiming. Die Tauchlehrer und die vier erwachsenen Kinder der 54-Jährigen stehen unter Schock. Wie sie gemeinsam das Unglück verarbeiten.

Haiming, Simbach/Inn – „Wir sind geschockt.“ Die Worte des Tauchlehrers Steffen G. aus Simbach am Inn sind angesichts der Tragödie vom 21. August nur zu verständlich. Der Tauchlehrer war mit einer Gruppe von Schülern und einer zweiten Tauchlehrerin für einen Tauchlehrgang am Attersee. Beim Abstieg auf 15 Meter Tiefe bekam eine Schülerin, die 54-jährige Katrin F. aus Haiming plötzlich Probleme. Nach einem Notaufstieg mit Steffen G. brachte der Tauchlehrer seine Schülerin ans Ufer, wo sie das Bewusstsein verlor und verstarb.

„Ich denke wir haben es noch immer nicht richtig realisiert, dass Katrin nicht mehr unter uns ist“, beginnt der Tauchlehrer. Dass es sich bei Katrin F. nicht „nur“ um eine Schülerin handelte, macht die Verarbeitung des Unglücks für ihn nicht einfacher. Der 53-jährige Tauchlehrer und der 33-jährige Sohn von Katrin F. kennen sich gut. Durch den tragischen Vorfall stünden sich die Männer und die Partnerin des Sohnes jetzt noch näher. „Wir helfen uns gegenseitig“, so Steffen G. „Wir Tauchlehrer versuchen das in der Gruppe und durch Gespräche mit den Angehörigen zu verarbeiten.“

Flashbacks und in ein Loch gezogen

Erst am 24. August – drei Tage nach dem Unglück am Attersee – lieferte die Staatsanwaltschaft Wels das vorläufige Obuktionsergebnis. Es gebe keinen Anhaltspunkt auf schuldhaftes Verhalten des Tauchlehrers. Grund für den plötzlichen Tod der Haimingerin sei ein kardiologisches Problem gewesen. Dennoch spielt Steffen G. die Abläufe vom Sonntag immer wieder vor dem inneren Auge ab, und obwohl er weiß, dass er keinen Fehler gemacht hat, belastet ihn der Vorfall stark. So berichtet der Tauchlehrer: „Leider kommt es immer wieder zu Flashbacks und man wird dann immer wieder in ein Loch gezogen.“

Im Rahmen einer Weiterbildung zur Tauchgruppenführerin habe Katrin den Tauchgang mit Steffen G. und einem weiteren Schüler begangen, während eine zweite Tauchlehrerin gleichzeitig mit zwei anderen Schülern abtauchte. Wie die Mitschüler mit der Situation umgingen, könne der Tauchlehrer nicht sagen. „Wir haben aber Kontakt zueinander und sprechen auch über dieses tragische Unglück.“ Der Sohn der Verstorbenen und dessen Partnerin hätten laut Steffen G. beteuert, dass sie weitere Tauchausbildungen bei ihm machen würden. „So eine Aussage ist eine extrem große Hilfe, baut uns auf und stärkt uns ungemein“, so Steffen G. Sein Tauchschulbetrieb ruht bis nach der Beerdigung.

Vorfall „schlägt sehr tiefe Wunden“

In seinen zehn Jahren Erfahrung als Tauchlehrer und in mehr als 800 Tauchlehrgängen habe Steffen G. noch keinen ähnlichen oder auch anders gelagerten Vorfall gehabt. Auch ihm bekannte Tauchlehrer hatten nie eine solche Situation erlebt oder davon berichtet. „Wir werden zwar in der Ausbildung zum Tauchlehrer auf schwierige Situationen vorbereitet. Aber wenn so ein Fall eintritt und Wirklichkeit wird, trifft es einen sehr heftig und schlägt sehr tiefe Wunden“, so der 53-Jährige. Der Tauchverbandsvorstand sei noch am selben Tag zu dem Simbacher Tauchlehrer gefahren und habe Gespräche mit ihm und der Kollegin geführt. „Auch an den darauf folgenden Tagen hat er sich immer wieder gemeldet und hat sich erkundigt, wie es uns geht“, so der 53-Jährige. Laut G. hat der Sohn der Verstorbenen alle Taucher und Schüler über die Beerdigung informiert, wer letztlich komme wisse der Tauchlehrer nicht. Nur eines sei klar: „Für uns wird es kein leichter Abschied von Kati werden, wenn wir dort hingehen.“

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