Ab Freitag wird gechlort

Enterokokken und coliforme Keime im Trinkwasser

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Haiming/Landkreis Altötting - Erneut muss das Leitungswasser im Gebiet des Wasserzweckverbands Inn-Salzach abgekocht und chloriert werden. Die vor rund drei Monaten angemahnte Informationspolitik ist besser geworden.

Weihnachten letztes Jahr: In Marktl, Haiming, Stammham und dem Neuöttinger Stadtteil Alzgern geistert eine Nachricht durch die Bevölkerung: „Das Leitungswasser muss abgekocht werden.“ Es kursierten offenbar die wildesten Gerüchte wie etwa auf einem Weihnachtsmarkt in Alzgern. „Die haben das Spülwasser abgekocht“, berichtete der Neuöttinger Stadtrat Bernd Jändl auf einer Sitzung (innsalzach24.de berichtete). Er und viele andere kritisierten die mangelnde Informationspolitik seitens des zuständigen Wasserzweckverbands Inn-Salzach in dieser Situation.

Flugblätter wären gut gewesen“, hieß es unter anderem. Man hätte sich schlicht und einfach mehr zeitnahe Information gewünscht, kam auch aus dem Marktgemeinderat Marktl. Rund drei Monate später: Erneut gibt es ein Problem. Das Leitungswasser des Wasserzweckverbands muss abgekocht werden und am Freitag beginnt erneut eine Chlorierung. Zur aktuellen Lage schreibt der Wasserzweckverband Inn-Salzach (Wasserwart Tobias Bauer am Donnerstagmittag in einer Pressemeldung:

Die Pressemeldung des Wasserzweckverbands Inn-Salzach im Wortlaut

Zum aktuellen Fall wollen wir folgenden Ablauf der eingeleiteten Maßnahmen bzw. den Verlauf der Notsituation zur Information der Bevölkerung schildern:

Am Mittwoch, 29. März um 10.10 Uhr ging beim Wasserzweckverband Inn Salzach per E-Mail der Befund der letzten Beprobung ein. Die Mail wurde von mir um 11.01 gelesen und nach Wertung des Endbefundes sofort unverzüglich an das Gesundheitsamt weitergeleitet.

In zwei von neun Proben fanden sich Beanstandungen: 

  • 1KBE coliforme Keime und 2 KBE Enterokokken (Betriebsgebäude Wasserzweckverband)
  • 2KBE Enterokokken (Druckerhöhungsanlage Kemerting) 

Um 14.13 Uhr erfolgte nach Entscheidungsfindung des Gesundheitsamtes in Absprache mit dem Landesamt die mündliche Mitteilung über die sofortige Abkochverordnung und Chlorung. In Folge wurden unmittelbar die Maßnahmen zur Information der Wasserabnehmer, der Gemeinden und der Presse veranlasst.

Dies erfolgte durch 

  • Einwurfzettel in jeden Haushalt, 
  • über den Rundfunk (Radio ISW und Antenne Bayern), 
  • die KAT-Warn-App des Landkreises (...) und
  • Information der Bürgermeister, der Gemeinden, der gemeindlichen öffentlichen Einrichtungen wie Kindergarten, Seniorenheime etc. und der Presse. 
  • Auch die gängigen Onlineportale (OVB24, PNP, Homepage und Wochenblatt) wurden genutzt. 

Allein über das KAT-Warn wurden mehr als 850 User unmittelbar erreicht.

Für interessierte Wasserabnehmer hat der Wasserzweckverband eine Notfallhotline über die Meldestelle (0171 2753594) eingerichtet, zudem war die Geschäftsstelle (08678 335) bis 22:00 Uhr besetzt. Darüber hinaus bekam der WZV Inn Salzach um 17.40 Uhr Rückmeldung der Feuerwehren, welche die Wurfsendungen verteilten, dass diese in allen direkt versorgten Gemeindebereichen zugestellt wurden. Der Wasserzweckverband dankt an dieser Stelle recht herzlich für die stets tatkräftige Unterstützung unserer schlagkräftigen Feuerwehren und den Boten der Gemeinden!!!

Der nächste Schritt am Freitag (31. März) wird nach dem Start der Chlorung eine verstärkte Rohrnetzspülung sein, um die Chlorkonzentration möglichst schnell gleichmäßig im Netz zu gewährleisten. Ab dem Zeitpunkt an dem das Wasserversorgungssystem als „Chlorstabil“ gilt, ist mit einer Aufhebung des Abkochgebotes durch das Gesundheitsamt zu rechnen.

Im weiteren Verlauf steht die intensivierte Probenahme und die Ursachenforschung im Fokus! Es wird um Verständnis gebeten, da im Rahmen der Ursachenforschung in nächster Zeit Kontrollen der privaten Hausinstallationen, insbesondere von Brauchwasseranlagen und Regenwassernutzungen stattfinden.

Gute Informationspolitik

Auf Nachfrage von innslazach24.de berichteten der Neuöttinger Stadtrat Bernd Jändl und Hubert Gschwendtner, Erster Bürgermeister der Marktgemeinde Marktl am Donnerstagmittag von einer guten Informaitonspolitik seitens des Wasserzweckverbands Inn-Salzach. Die Sachlage scheine für ihn zwar jetzt eine andere und bedenkenswertere zu sein, so Stadtrat Jändl, "aber die Information der Bevölkerung erfolgte zeitnah". Gschwendtner habe noch überlegt, die Feuerwehr in Marktl mit Lautsprecherdurchsagen durch die Marktgemeinde fahren zu lassen, habe das aber aufgrund der prompten Information sein lassen.

rw/Pressemeldung Wasserzweckverband Inn-Salzach

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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