Aus dem Haiminger Gemeinderat

380-kV-Stromtrasse von Pirach nach Tann: A94-Vorschlag offenbar vom Tisch

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Haiming – Der Ersatzneubau der 380-kV-Leitung von Pirach bei Burgkirchen nach Tann im angrenzenden Niederbayern wird wohl nicht entlang der zukünftigen A94 und damit nicht an Haiming vorbei laufen. Dazu hat Bürgermeister Wolfgang Beier auf der jüngsten Gemeinderatssitzung informiert.

Die Firma TenneT, verantwortlich für das Ersatzneubauprojekt der 380-kV-Leitung von Pirach bei Burgkirchen nach Tann im angrenzenden Niederbayern, ist laut Haimings Erstem Bürgermeister Wolfgang Beier dazu verpflichtet, sich an der bestehenden Trasse durch das Holzland zu orientieren. Dies bestätigte Pressereferent Markus Lieberknecht von TenneT auf Nachfrage von innsalzach24.de. Darüber hinaus sei TenneT aber auch dazu verpflichtet, alternative Trassenvarianten zu prüfen. Dazu zählt der Vorschlag, die Stromtrasse entlang der zu bauenden A94 in Richtung Simbach/Passau zu führen. Der scheint nun vom Tisch zu sein.

"Keine Verbesserung oder weniger Konflikte"

Ein Großteil dieser Vorschläge (wie etwa die Trasse entlang der zu bauenden A94 zu führen) scheidet aus, weil im Vergleich zu den bereits vorgeschlagenen Trassenvarianten die Firma Tennet keine Verbesserung oder weniger Konfliktfälle sieht.“ Das schreibt Wolfgang Beier in seinem monatlichen Report über den jüngsten Info-Zirkel der Firma TenneT zum Ersatzneubauprojekt der 380-kV-Leitung. Dort sei klar kommuniziert worden, dass die Abstände von 200 bzw. 400 Metern (zu Einzelgehöften bzw. Wohnbebauung) im gesamten Bereich dieses Trassenvorschlags mehrfach unterschritten werden würde. „Insgesamt sieht die Planerin (von TenneT) bei einer solchen Trasse eine erhebliche Vielzahl von Konflikten, so dass TenneT diese Variante nicht in das Raumordnungsverfahren einbringen wird“, berichtet Beier. Betroffen von dieser Lösung wäre auch die Gemeinde Stammham. 

Sachlich diskutieren

Es sei eine sachlich geführte Diskussion gewesen, so Wolfgang Beier im Gespräch mit innsalzach24.de weiter. So gebe es auch ein technisches Problem bei der Variante Trassenführung entlang der zu bauenden A94. Demnach ist Simbach kein geeigneter Einbindepunkt. "Das dortige Umspannwerk müsste umgebaut und eine Leitung nach Matzenhofen ertüchtigt werden. Dies und auch die längere Leitungsführung würde zu Mehrkosten führen", führt Beier aus. Die gesamte Netzarchitektur sei nicht auf eine Anbindung im Bereich Simbach ausgelegt. Beier bezieht sich dabei auf Erklärungen von TenneT. "Denn sollte das Umspannwerk Simbach durch Defekt ausfallen würde das für Pirach den Black out bedeuten. Bei einer Anbindung in Tann – wie geplant – wäre das nicht der Fall, da hier durch die geplanten Leitungsführungen eine Redundanz besteht."

rw

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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