Zwei Monate später in Emmerting

Sachstand PFOA: "Emotionen ja, aber sachlich bleiben"

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Emmerting – Fast auf den Tag genau zwei Monate ist die Infoveranstaltung zum „Sachstand ADONA und perfluorierte Substanzen“ in der örtlichen Schulturnhalle jetzt her. Viele hundert interessierte aber auch besorgte Bürgerinnen und Bürger hatten daran teilgenommen. Landkreisweit hat sich seither einiges getan in Sachen PFOA. Dazu hat innsalzach24.de den Ersten Bürgermeister Stefan Kammergruber um Stellungnahme gebeten.

Wir laufen den Dingen hinterher“, sagte Stefan Kammergruber im November auf der Infoveranstaltung zum „Sachstand ADONA und perfluorierte Substanzen“ in der örtlichen Schulturnhalle. Auslöser waren die im Rahmen einer Untersuchung des Landesamtes für Lebensmittelsicherheit (LGL) festgestellten erhöhten Werte von PFOA im Blut von Emmertingerinnen und Emmertingern. Besonders ärgerlich auch und gerade für ihn als Bürgermeister: die Informationspolitik der Behörden. An erster Stelle stehe jetzt eine schonungs- und vor allem lückenlose Aufklärung, so Kammergruber im November.

Zwei Monate später:

Es ist viel passiert seither. Hatten die Experten vom Staatlichen Gesundheitsamt und LGL, (Dr. Franz Schuhbeck und Professor Dr. Hermann Fromme) anfangs noch von einem Monitoring abgeraten („Sie sind alle belastet“/Professor Dr. Hermann Fromme in Kastl) und Landrat Erwin Schneider dazu abgewinkt, gibt es demnächst eins und es startet am 30. Januar.

Bereits nach Senkung des Leitwertes hatten die betroffenen Wasserversorger in der Region reagiert. Problem Kastl: Dort kann man nicht auf PFOA-freie oder zumindest -freiere Grundwasservorkommen zurückgreifen um den Leitwert einzuhalten oder – wie von den Experten angeraten – zu unterschreiten.

Mittlerweile steht aber fest, dass in Kastl eine Aktivkohlefilteranlage gebaut wird. Eine solche Anlage ist nach Expertenmeinung beste Mittel, das Trinkwasser PFOA-frei zu kriegen. Das Landratsamt Altötting hat die entsprechende Baugenehmigung erteilt. Kastls Trinkwasserkunde Tüßling nimmt jüngsten Meldungen zufolge einen von vier eigenen Brunnen wieder ans Netz, bis die Aktivkohlefilteranlage steht.

„Das Thema muss sachlich abgearbeitet werden“ (Stefan Kammergruber)

Die Menschen vor Ort sind im Zusammenhang mit diesem Thema sensibilisiert“, antwortet Stefan Kammergruber zu den Entwicklungen in Sachen PFOA seit November. „Die Erwartung der Bevölkerung und der Gemeindeverwaltung gegenüber dem Gesundheitsamt, für die Zukunft zeitnahe Informationen zu bekommen, wurde von meiner Seite klar formuliert.“ Das Monitoring findet Kammergruber gut: „Es ist zu begrüßen, dass die Anzahl der Personen als auch der Gebiete erweitert wurde.

„Die Kommunikation muss stimmen.“ (Stefan Kammergruber)

Selbstverständlich bekommen wir auch Anrufe mit Fragen zum Thema. Wir versuchen diese entsprechend zu beantworten bzw. verweisen auf die richtige Fachstelle“, erklärt Kammergruber weiter. „Ich denke mit der Durchführung des Monitorings wurde die richtige Maßnahme getroffen, um repräsentative und aussagekräftige Daten zu erhalten, auch hinsichtlich dessen wie sich der PFOA-Blutwert in einigen Jahren verändern wird.“

Es müsse gewährleistet sein, dass unser Trinkwasser auch weiterhin Schadstofffrei bleibt. „Hier geht es um das wichtigste Nahrungsgut. Dabei kann man Emotionen nicht weg diskutieren, allerdings muss das Thema auch sachlich abgearbeitet werden.“

Lesen Sie dazu auch:

PFOA: Schonungs- und lückenlose Aufklärung gefordert (Teil 1)

PFOA: Schonungs- und lückenlose Aufklärung gefordert (Teil 2)

PFOA: Schonungs- und lückenlose Aufklärung gefordert (Teil 3)

Rubriklistenbild: © dpa

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