Weg von der Inzidenz-Abhängigkeit

Veranstaltung am 24. März in Emmerting: Aufstehen für Schul- und Handels-Öffnungen

Emmerting spricht sich für die Öffnung von Bildungseinrichtungen aus. „Steht auf für die Öffnung von Kitas, Schulen, Bildungseinrichtungen, Handel, Gastro, Hotels, Kultur“, so heißt es auf dem Flyer der Veranstaltung am Mittwoch den 24. März auf der Karrerwiese.

Emmerting - Mit einem Grußwort von Stefan Kammergruber wird die Veranstaltung auf der Gemeindewiese am nächsten Mittwoch beginnen, aber auch Andreas Ganzbeck vom Modehaus Ganzbeck in Neuötting, Gemeinderat Florian Maier sowie der Kreisvorsitzende der DEHOGA Konrad Schwarz werden auf dem Rednerpult stehen.

Veranstalter ist Florian Wagner, ein Emmertinger Bürger, der bereits am 2. März eine Veranstaltung für die Öffnung von Schulen und Bildungseinrichtungen in Emmerting durchführte. Die öffentliche Versammlung war ein Erfolg, es waren etwa 300 Menschen erschienen, die sich für die Öffnung der Schulen unabhängig vom Inzidenzwert stark machten.

„Der Inzidenzwert ist eine absolute Zahl, die mit variablen Größen berechnet wird, ohne dabei die Zahlen in Relation zu setzen“, so Simon Wagner, der Zwillingsbruder des Veranstalters im Interview, der den Inzidenzwert für eine ungeeignete Messmethode hält. Die Summe der fragwürdigen Maßnahme, zuletzt die Schließung der Kindereinrichtungen zeitgleich mit der Öffnung von Friseurläden, Gärtnereien und Baumärkten waren der Ausschlag, um an die Öffentlichkeit zu gehen und nicht nur im kleinen Kreis zu diskutieren. Die Schulschließungen hingegen sind für Simon Wagner völlig unverständlich.

Die alternativlose Politik und unpassende Maßnahmen kritisiert er ebenso wie die Rhetorik, die seit einem Jahr die Bevölkerung in „Corona-Leugner“ und „Corona Befürworter“ teilt, in „Geimpfte“ und „Nichtgeimpfte“. „Ich halte die benutzte Sprache für gefährlich, weil sie ganze Gruppen der Bevölkerung spaltet. Ebenso bedenklich finde ich, dass man über bestimmte Dinge nicht mehr diskutieren kann, weil die Meinungen immer härter aufeinanderprallen.“

„Kinder brauchen andere Kinder für ihre geistige, soziale und seelische Entwicklung. Sie brauchen Vorbilder, insbesondere die Erzieher und Lehrer. Die Schäden, die durch die Corona-Maßnahmen für Kinder entstanden sind, sind immens.“ beklagt der Emmertinger Vater.

Bereits vor gut einer Woche wurde am Messeplatz in Burghausen für die Öffnung der Schulen unabhängig vom Inzidenzwert demonstriert. Inspiriert von den Emmertingern haben Claudia Ochs, Julia Jeschko und Stefan Angstl auf dem Rednerpult das Wort ergriffen. Viele Bürgermeister der umliegenden Gemeinden waren auch zur Versammlung erschienen. Doch den Zwillingsbrüdern Wagner reicht das nicht: „Es hat sich nichts getan. Noch immer sind die Schulen geschlossen. Noch immer wird sich an der Inzidenz orientiert.“

Dass nun nicht mehr allein für die Öffnung der Schulen und Bildungseinrichtungen, sondern auch für die Öffnung von Gastro, Handel, Hotels und Kultur gesprochen wird, erklärt Simon Wagner wie folgt:
„Wir sind eine Gruppe von Familien, die mit der aktuellen Situation und dem politischen Handeln unzufrieden sind. Wir machen uns Sorgen, wohin diese Entwicklung führt, insbesondere die Aussetzung von Grundrechten können wir nicht nachvollziehen. Wir haben keine politischen oder ideologischen Ziele, wir wollen erreichen, dass die Politik den eingeschlagenen Weg korrigiert.“

Nach Angaben der DEHOGA verzeichnen Hotels und Restaurants nie dagewesene Umsatzverluste von 63 Prozent allein seit dem 1. März 2020 bis zum 9. März 2021. „Die Angst der Betriebe vor dem endgültigem Aus nimmt zu“, erklärte Guido Zöllick, der Präsident des Verbandes. Auch der Handelsverband Deutschland kritisiert die Regierung und fordert einen Strategiewechsel.

dha

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Ronny Hartmann

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