Wegen der Randale 2012

Emmertinger Faschingszug abgesagt

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2014 wird es in Emmerting keinen Faschingszug geben. (Das Foto stammt vom  - freilich auch für 2014 geplanten - Waldkraiburger Faschingszug.)
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Emmerting - Die Sicherheitsauflagen wären einfach zu groß gewesen: Wegen der Randale 2012 hat der Emmertinger Elferrat den diesjährigen Faschingszug abgesagt.

In diesem Jahr wird es in Emmerting keinen Faschingszug geben. Grund dafür sind eine Reihe von Schlägereien nach dem letzten Faschingszug im Jahr 2012. "Wir haben schwer diskutiert im Elferrat", sagte Anton Maier vom Emmertinger Elferrat im Gespräch mit unserer Redaktion. Die hohen Sicherheitsauflagen, die die Polizei aufgrund der Vorfälle vor zwei Jahren gefordert hätte, haben schließlich den Ausschlag gegeben, den Umzug abzusagen. Es wäre einfach zu teuer gewesen, alle Auflagen zu erfüllen, wie zum Beispiel eine Security und die Einzäunung der Karrerwiese.

Hauptsache Party? Hauptsache Alkohol?

Für Anton Maier vom Elferrat war dieser Vorfall exemplarisch für eine allgemeine Entwicklung bei Faschingszügen. "Die Leute haben sich mit Alkohol weniger unter Kontrolle", so Maier. Oft handle es sich zudem um "Gestalten, die nicht unbedingt faschingsmäßig gekleidet sind und eine Wodkaflasche in der Hand haben". Diesen Besuchern des Faschingszugs gehe es weniger um den Fasching, sondern darum, irgendwo Party zu machen.

Für Maier hat aber nicht nur Emmerting mit aggressiven Betrunkenen zu kämpfen. Auch in Neuötting und Tüßling gebe es Probleme. Beim Tüßlinger Faschingszug etwa seien früher zwei Polizisten vor Ort gewesen, doch inzwischen sei die Zahl der Beamten auf 30 gestiegen, so Maier.

Auch in Neuötting gibt es mehr Sicherheitspersonal

Jerome Leuteritz, erster Vorstand der Faschingsgesellschaft Neuötting, die am Emmertinger Faschingszug wahrscheinlich mit dem Prinzenpaar-Auto teilgenommen hätte, kann Maiers Einschätzung bestätigen. Auch in Neuötting habe es beim letzten Faschingszug einen größeren Zwischenfall gegeben. "Auffällig ist die Bereitschaft junger Leute, gerne mal aggressiv zu werden", sagt Leuteritz. Zudem nehme der Alkoholkonsum zu. "Auf gut Deutsch gesagt: Die scheißen sich nichts." Auch in Neuötting gebe es mittlerweile ein erhöhtes Aufkommen an Sicherheitspersonal. Sogar Wachhunde seien zuletzt vor Ort gewesen, so Leuteritz.

Faschingszug ein Opfer schlechter Presse?

Dass jetzt ausgerechnet der Emmertinger Faschingszug abgesagt werden musste, ist aus Maiers Sicht auch ein wenig einer unglücklichen Berichterstattung über die Schlägereien geschuldet. Man habe sich bei der Berichterstattung in Emmerting vielleicht am Faschingszug aufgehängt, findet Maier. Berichte über Vorfälle nach anderen Faschingszügen seien kleiner gehalten worden.

"Manche Sachen sind ein gefundenes Fressen", ist auch Leuteritz überzeugt. Hinzu komme, dass der Faschingszug in Neuötting von der Stadt organisiert wird, in Emmerting aber der Elferrat verantwortlich ist. "Es ist leichter, sich auf der Schulter von Vereinen niederzulassen", so Leuteritz. Ganz ausschließen, davon ist der Vorsitzende der Neuöttinger Faschingsgesellschaft überzeugt, ließen sich Schlägereien bei so vielen Menschen ohnehin nie. "Das kann man nicht steuern", sagt Leuteritz.

Faschingszug schon 2015 wieder denkbar

Ob es in Emmerting auch künftig keinen Faschingszug mehr geben wird, ist noch völlig offen. "Das lassen wir erst mal bleiben, aber eventuell gibt es im nächstes Jahr wieder einen Faschingszug", sagt Maier. Denkbar sei, den Umzug im kleineren Rahmen zu veranstalten - auch Sicherheitsauflagen wären dann wohl leichter zu stemmen.

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