Bund Naturschutz äußert sich

"Bevölkerung hat ein Anrecht auf Informationen zum PFOA-Sachstand im Landkreis Altötting"

Emmerting - Die BN Kreisgruppe Altötting fordert ein offene Kommunikation über vorliegende Untersuchungen und Untersuchungsergebnisse zum Thema PFOA im Landkreis Altötting.

Bereits zur Presseerklärung von Infraserv im September 2016 lagen der Behörde umfangreiche Untersuchungsergebnisse zur Herleitung der ansteigenden Grundwasserbelastungen mit PFOA vor. Die Kreisgruppe hat mehrmals um Informationen zu diesen Daten gebeten. Mit dem Hinweis der Behörde auf eine andauernde Validierung oder noch nicht abgeschlossene Untersuchungen wurden dazu keine Ergebnisse weitergegeben. 

Zuletzt wurde zwar auf den Untersuchungsbericht zu den PFOA-Konzentrationen im Blut hingewiesen, aber die wesentlichen Daten zur Belastungssituation der Umwelt und die daraus abgeleiteten Prognosen bleiben der Öffentlichkeit bis jetzt vorenthalten. Im „Sachstandsbericht ADONA und und perfluorierte Substanzen“ des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wird seit Dezember 2016 bzgl. der hohen PFOA-Werte im Blut von Bürgern aus Emmerting folgendes gefordert: „Die unbefriedigende Situation sollte unverzüglich durch Maßnahmen der Trinkwasseraufbereitung verbessert werden“

Der Bund Naturschutz fordert, unverzüglich ein umfangreiches, statistisch abgesichertes Monitoring der Blutwerte von freiwilligen Blutspendern in den betroffenen Gemeinden durchzuführen. Unseres Wissens wird zumindest aus einem PFOA-belasteten Brunnen weiterhin Trinkwasser gefördert. Zudem geht die geplante Errichtung und Inbetriebnahme von Aktivkohlefiltern eher schleppend voran. 

Welche Überraschungen sind in den bisher vorenthaltenden Untersuchungsergebnissen und Bewertungen noch enthalten? 

Jetzt ist es aus Sicht der BN Kreisgruppe absolut notwendig, dass die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungsprogramme z.B. zum Grundwassermodell und der damit verbundenen Bodenuntersuchungen offen gelegt und von den Fachbehörden öffentlich bewertet werden. 

Am 2. November veröffentlichte der Deutschlandfunk eine Meldung, wonach Deutschland nicht ausreichend über heimische Industrieschadstoffe informiert. Das geht aus einer in Brüssel veröffentlichten Erhebung des Europäischen Umweltbüros hervor. Wesentliche Dokumente zu Umweltbelastungen fehlten außer in der Bundesrepublik unter anderem auch in Österreich, Frankreich, Griechenland, Polen und Großbritannien. 

In der Studie wurde unter anderem untersucht, wie leicht Informationen von Industrieanlagen erhältlich sind. Deutschland landete bei der Auswertung in der niedrigsten Kategorie „Nichterfüllung der Mindestanforderungen“.

Pressemitteilung Bund Naturschutz Bayern

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Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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