Einweihung des Kombi-Terminals

Dobrindt: ÖPP-Vergabe für A94 noch 2015

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Burghausen - Bei der Einweihung des Kombi-Terminals äußerte sich Bundesverkehrsminister Dobrindt zu den drängenden Verkehrsprojekten der Region wie A94 und Bahnausbau.

Es war ein Startschuss von reinem Symbolcharakter. Zum Zeitpunkt der feierlichen Einweihung des Kombi-Terminals in Burghausen am Montagnachmittag lief der reguläre Betrieb der Anlage immerhin schon seit über zwei Monaten. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt nutzte den Anlass deshalb für einen Blick nach vorne. Der Minister sprach die Themen A94, zweigleisiger Bahnausbau, Ortsumfahrung Marktl und Dreistreifigkeit auf der B20 von der Autobahn bis nach Burghausen an.

Bahnausbau "von nationaler Bedeutung"

Zur A94 sagte Dobrindt, dass man im Rahmen des ÖPP-Projekts dieses Jahr den Zuschlag für den Abschnitt Pastetten-Heldenstein vergeben könne. Bei einer Vergabe in diesem Jahr rechnet der Verkehrsminister mit einem Baubeginn Anfang 2016. Die ABS 38 (zweigleisiger Bahnausbau) sowie die Elektrifizierung der Strecke nannte Dobrindt ein Verkehrsprojekt "von nationaler Bedeutung". An der Finanzierung solle es nicht scheitern. "Dafür werden auch Bund und Bahn sorgen", so Dobrindt.

In Sachen Dreistreifigkeit auf der B20 sagte der Minister, er rechne in diesem Jahr mit Baurecht. Gerhard Eck, bayerischer Staatssekretär im Verkehrsministerium, ergänzte dazu: "Wir erwarten für Mitte 2015 den Beschluss für den dreistreifigen Ausbau." Das Projekt Ortsumfahrung hängt dagegen vom Bundesverkehrswegeplan ab. "Wir warten die Einstufung ab. Der vordringliche Bedarf ist zu erreichen", so Dobrindt.

Eck: Chemiedreieck Bayerns wirtschaftliche Herzkammer

Für das Kombi-Terminal gab es bei der Einweihung Lob von allen Seiten. Dobrindt betonte, wie wichtig es sei, Verkehr auf die Schiene zu verlagern - insbesondere angesichts des prognostizierten Wachstums im Güterbereich von 40 Prozent in den nächsten 15 Jahren. "Durch das Terminal hier schaffen wir, ein erhebliches Mehr an Verlagerung auf die Schiene umzusetzen", lobte der Minister.

Staatssekretär Eck griff in seiner Rede ähnliche Punkte auf wie der Bundesverkehrsminister und pries eine moderne Infrastruktur als "Lebensader unserer Volkswirtschaft". Zudem sei das Chemiedreieck "eine unserer wirtschaftlichen Herzkammern".

Wacker-Vorstand fordert Bahnausbau

Eine moderne Lebensader für die "Herzkammer" Chemiedreieck - das ist auch der Wunsch von Dr. Tobias Ohler, Vorstand der Wacker Chemie AG, ein wichtiger Kunde des Kombi-Terminals. Ohler betonte, dass das Terminal alleine nicht reiche. Am zweigleisigen Bahnausbau und der Elektrifizierung führe kein Weg vorbei. "Wir von den industriellen Unternehmen werden die neuen Kapazitäten auf jeden Fall nutzen und auslasten", so Ohler.

Burghausen nehme heute als Wirtschaftsstandort in Bayern eine Spitzenposition ein. Der Wacker-Vorstand warnte aber: "Die Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte ist beileibe kein Selbstläufer." Um sich gegen die stärker werdende Konkurrenz etwa aus Brasilien oder China behaupten zu können, seien zwei Dinge unabdingbar: "wettbewerbsfähige Energiekosten und eine leistungsfähige Infrastruktur."

Steindl dankt den Bürgern für ihr Vertrauen

Burghausen Bürgermeister Hans Steindl dankte in seiner Rede mit Blick auf die mit dem Terminal verbundene Verkehrsbelastung der Bevölkerung für ihr Vertrauen in die Richtigkeit des Terminal-Projekts. "Da sind wir sehr stolz, dass wir das Vertrauen der Bürger haben." Steindl ließ keinen Zweifel daran, dass das Terminal unverzichtbar ist: "Die Verkehrsbelastung wird ja nicht abnehmen, sie wird ja zunehmen." Karl-Friedrich Rausch, Transport- und Logistikvorstand der Deutschen Bahn, lobte, dass mit Hilfe des Terminals weitere Transportmengen schneller und umweltfreundlicher über die Schiene bewältigt werden können.

Kombi-Terminal feierlich eingeweiht

Nach den Reden gaben Pfarrer Michael Jäger und Kaplan Georg Fleischer dem Terminal den kirchlichen Segen. Anschließend fiel per rotem Knopf das symbolische Starsignal für die erste offizielle Zugfahrt im Terminal. Der reguläre Betrieb läuft freilich längst, aktuell wird sogar bereits die zweite Ausbaustufe geplant. Dobrindt bewies mit Blick auf die Terminansetzung Humor: Dies sei der erste offizielle Zug, so Dobrindt. "Die anderen, die bisher - seit Wochen - ihre Arbeit tun, die tun das alle inoffiziell."

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