Wegen ABS 38: Brücke muss umgebaut werden 

Droht Burghausen eine zweijährige Umleitung an der Stadteinfahrt?

Die Stadteinfahrt in Burghausen führt über die Bahngleise. Dort muss wegen der ABS 38 auf jeden Fall für ein bis zwei Jahre umgebaut werden. Offen ist, ob eine Behelfsbrücke als temporäre Lösung installiert wird.
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Die Stadteinfahrt in Burghausen führt über die Bahngleise. Dort muss wegen der ABS 38 auf jeden Fall für ein bis zwei Jahre umgebaut werden. Offen ist, ob eine Behelfsbrücke als temporäre Lösung installiert wird.

Die Deutsche Bahn hat dem Burghauser Gremium in der Stadtratssitzung vom 17. März den aktuellen Planungsstand der Ausbaustrecke (ABS) 38 und die dafür notwendigen Maßnahmen vorgestellt. Besonders der Brückenumbau am Stadteingang bereitet Sorgen.

Burghausen - Bisher ist die Strecke von München über Mühldorf nach Freilassing überwiegend eingleisig und nicht elektrifiziert. Gleiches gilt für den Abzweig von Tüßling nach Burghausen. Dies soll sich jedoch bis 2030 ändern. Denn nach Fertigstellung des Projekts ABS 38 werden auf ca. 145 Kilometern elektrische Oberleitung vorhanden sein, zwischen 103 Kilometern wird die Strecke zweigleisig sein. Doch das erfordert einige Baumaßnahmen.

ABS 38 erfordert Brückenneubau am Burghauser Stadteingang

Die Größte in Burghausen dürfte der Brückenneubau in der Marktler Straße sein. Aktuell wäre die Brücke zu niedrig, um die Oberleitung anzubringen. Wie Michael Haberl, Projektleiter u.a. für den Bereich zwischen Tüßling und Burghausen, weiter ausführte, könne man die Gleise auch nicht tiefer legen, da sich darunter Abwasserrohre befinden.

Unter der Brücke in Burghausen haben die elektrischen Oberleitungen keinen Platz. Daher muss sie neu gebaut werden.

Aktuell sei zudem keine Behelfsbrücke vorgesehen, die rund eine Million Euro kostet. Die Bahn habe der Stadt zudem schon eine Umleitungskonzeption, Kosten wie Baupläne übermittelt. Der Bau soll zwischen 2025 und 2030 erfolgen und zwischen einem und zwei Jahren dauern. In dieser Zeit sei mit Baulärm, Umleitungen und Rodungen zu rechnen.

Verkehrsgutachten soll Notwendigkeit für Behelfsbrücke darlegen

Für Bürgermeister Florian Schneider sein eine Behelfsbrücke jedoch zwingend notwendig. „Allein schon wegen den Rettungswegen der Polizei und der Krankenwagen benötigen wir diese Alternative. Umleitungen sind in diesem Bereich sehr schwierig“, so das Stadtoberhaupt. Von einer möglichen Beteiligung der Kosten lehne Schneider daher grundlegend ab.

Burghausen plant in diesem Zusammenhang auch ein Verkehrsgutachten, das die Notwendigkeit einer solchen Behelfsbrücke aufzeigen soll. Die Finanzierung des gesamten Projekts übernimmt laut Haberl aber der Bund. Und dieser müsse auch über die Behelfsbrücke entscheiden.

Mehr Lärmschutz an den Gleisen?

Auch beim Lärmschutz müsse laut Schneider mit Dringlichkeit geschaut werden, was verbessert werden kann, wenn sowieso schon gebaut wird. Jedoch wies Haberl daraufhin, dass eine reine Elektrifizierung keinen automatischen Schallschutz bedingt. Dennoch seien Elektro- und Wasserstoffloks leiser als die Dieselvariante. Zudem werde auf Flüsterbremsen umgestellt.

Doch auf Nachfrage von Stadträtin Doris Graf (SPD) erklärte der Projektleiter auch, dass nach der Fertigstellung nicht automatisch nur Elektroloks auf dieser Strecke unterwegs seien. „Beispielsweise gibt es dann noch Strecken, die nicht komplett elektrifiziert sind. Zudem ist es auch abhängig vom Unternehmen. Billiger wäre es aber auf jeden Fall. Dies könnte ein Anreiz sein“, so Haberl.

Kein Einfluss auf Personennahverkehr - Vorteile für heimische Industrie

Gunter Strebel (Grünen) fragte zudem, ob nach der Fertigstellung mit einer besseren Erreichbarkeit für Burghausen gerechnet werden könne. Für die Taktung im Personennahverkehr habe die ABS 38 im Bereich zwischen Burghausen und Tüßling keinen Einfluss.

Dennoch bringt der Ausbau auch viele Vorteile mit sich. Laut Bahn sollen dann mehr als 20 Millionen LKW-Kilometer weniger gefahren werden. Zudem könne durch die Elektrifizierung jährlich rund 23.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Die heimische Industrie sei laut Schneider im Weltmarkt zuhause und die Bahn wäre hierfür ein hervorragendes Mittel. Hinzu kommt, dass durch den Bau der Tüßlinger Kurve in Zukunft von Burghausen Freilassing direkt angefahren werden kann.

jz

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